Golanhöhen

Verwirrung um entführte Blauhelmsoldaten

Tel Aviv - Die Regierung der Fidschi-Inseln hat in der Nacht zum Mittwoch irrtümlich die baldige Freilassung von 45 Blauhelm-Soldaten bekannt gegeben, die Ende August auf den Golanhöhen entführt wurden.

Eine Freilassung stehe nicht unmittelbar bevor, sagte der Regierungssprecher der Fidschi-Inseln, Dan Gavidi, am Morgen der Nachrichtenagentur AFP. Eine vorherige Erklärung des Informationsministeriums über das baldige Ende der Gefangenschaft beruhe auf einer Informationspanne.

Das Ministerium hatte im sozialen Netzwerk Facebook angekündigt, die Soldaten würden in Kürze freikommen. Staatssekretärin Sharon Smith Johns erklärte via Twitter, sie rechne mit einer Freilassung der Geiseln noch in dieser Woche. Die Einträge wurden später wieder gelöscht. In einer Erklärung der Regierung hieß es anschließend, die Verhandlungen mit den Entführern von der Al-Nusra-Front dauerten an.

UN-Sprecher Stéphane Dujarric betonte, dass bei den Gesprächen noch kein Durchbruch erzielt worden sei. Zum Schicksal der Blauhelmsoldaten von den Fidschi-Inseln gebe es "nichts Neues mitzuteilen". Ein weiterer UN-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte: "Wir haben nichts mitzuteilen, es ist eine heikle Situation, und niemand wurde freigelassen."

Die Islamisten hatten die Soldaten der UN-Beobachtertruppe Undof vor zwei Wochen auf der syrischen Seite der Golanhöhen verschleppt. Die UNO entsandte eine Delegation, um mit den Rebellen zu verhandeln. Nach Angaben der Armee der Fidschi-Inseln stellte die radikalislamische Al-Nusra-Front mehrere Bedingungen für die Freilassung der Geiseln, darunter ihre Streichung von der Terrorliste der Vereinten Nationen.

Das rund 1800 Quadratkilometer große Golan-Plateau ist dünn besiedelt und hat vor allem strategische Bedeutung. Die westlichen zwei Drittel des Gebiets wurden von Israel im Sechstagekrieg des Jahres 1967 besetzt, die internationale Gemeinschaft erkennt die Annexion nicht an. Syrien macht die Rückgabe zur Voraussetzung für einen formellen Friedensvertrag mit dem Nachbarland. Israel weigert sich jedoch, die Hügelregion aufzugeben.

Die Undof überwacht das umstrittene Gebiet seit dem Jahr 1974. Derzeit sind dort etwa 1200 Blauhelmsoldaten von den Fidschi-Inseln, den Philippinen, aus Indien, Nepal, Irland und den Niederlanden stationiert.

AFP

Rubriklistenbild: © AFP

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