Bitterböse und treffende Satire

"Beate blickt's nicht": Die Zschäpe-Aussage als Soap

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München - Mit einer Stellungnahme hat Beate Zschäpe vergangene Woche ihr Schweigen gebrochen. Sie will Anfangs nichts von den NSU-Morden gewusst haben. Eine Steilvorlage für eine YouTube-Soap.

Mit ihrer verlesenen Stellungnahme hat Beate Zschäpe vergangene Woche ihr zweieinhalb Jahre andauerndes Schweigen im NSU-Prozess gebrochen, um auf 53 Seiten ihre Wahrheit und ihre Sicht der Dinge durch einen ihrer Verteidiger, Mathias Grasel, verkünden zu lassen.

Der liest eineinhalb Stunden den Bericht, von Beate Zschäpe in der Ich-Perspektive geschrieben, vor. Ein roter Faden zieht sich durch die ganze Aussage: Beate Zschäpe will von nichts gewusst haben. Auch nicht vom ersten Mord an Enver Simsek am 9. September 2000. Waffen habe sie ebenfalls nicht gesehen.

Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt seien oft losgezogen, ohne dass sie, Zschäpe, gewusst habe, wohin. Erst an Weihnachten, so die Aussage der Angeklagten, hätte sie gemerkt, dass etwas nicht stimme und nachgefragt. Einer der Opferanwälte nennt ihre Geschichte nach der Verlesung "Lügenkonstrukt".

Beate Zschäpe als Vorlage für eine Soap

Das mutmaßliche Mitglied der rechten Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund will also von nichts gewusst haben? Das ist der Stoff, aus dem Märchen-Geschichten sind, dachten sich wohl die Autoren des Unterhaltungsportals Schlecky Silberstein und produzierten kurzerhand die erste Folge einer Soap mit dem Titel: "Beate blickt's nicht".

Zu den Beweggründen heißt es auf der Seite: "Wir glauben der Frau, wenn sie sinngemäß sagt: Ich bin zu blöd, um aus dem Bus zu winken. Unsere neue Sitcom 'Beate blickt’s nicht' orientiert sich hautnah an den Aussagen der Ahnungslosen aus Jena, die da unglücklich in eine Sache geschlittert ist, die sie nie und nimmer verstehen konnte."

In der ersten Folge versucht Beate zusammen mit Uwe und Uwe das Weihnachtsfest zu genießen, doch die beiden machen ihr das Leben schwer: Die Abstellkammer ist vollgepackt mit festlicher Leichtfeuerwaffen-Dekoration: "Ich komm noch nicht mal an den Staubsauger ran", quengelt Beate. Die Soap ist eine bitterböse Satire auf die Aussage Zschäpes beim NSU-Prozess und trifft deshalb voll ins Schwarze.

Hier geht es zu der ersten Folge der Soap "Beate blickt's nicht" von Schlecky Silberstein.

Beate Zschäpe bietet Künstlern und Satirikern immer wieder Angriffspunkte. So rappte die Antilopen Gang vor einem Jahr über die Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Der Titel des Liedes: "Beate Zschäpe hört U2".

Rubriklistenbild: © Screenshot Schlecky Silberstein

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