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Das Video zeigt erschütternde Bilder aus Homs - die mit Vorsicht anzuschauen sind.

Bilder der Zerstörung

Dieses erschütternde Video zeigt das Grauen in Syrien, aber ...

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München - Ein erschütterndes Video zeigt die einst blühende syrische Stadt Homs nach mehr als vier Jahren Bürgerkrieg. Die Bilder der Zerstörung sind erschreckend. Doch die Aufnahmen haben einen weiteren Beigeschmack.

Auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken geht derzeit ein Video um, welches die syrische Stadt Homs zeigt. Genauer gesagt einen Drohnenflug über eine einst blühende Stadt, welche nach nun knapp fünf Jahren Bürgerkrieg an die Fotos erinnert, die man in Deutschland nur von vollkommen zerstörten Städten nach dem zweiten Weltkrieg kennt.

Den Zuschauern bieten sich Bilder einer einstmals 800.000 Einwohner zählenden Metropole, deren Geschichte bis ins 3. Jahrtausend vor Christus zurückreicht. Und deren Häuser nun nur noch Ruinen und Gerippe sind. Noch immer spielen Kinder in den Trümmern der zerbombten Stadt. Einzelne Autos fahren durch die Straßen.

Das Video teilte unter anderem die britische Zeitung "The Independent" bei Facebook und versah es mit dem Kommentar "Next time someone wonders why refugees are risking everything to come to Europe, show them this." Übersetzt: "Wenn sich das nächste Mal jemand fragt, warum Flüchtlinge ihr Leben riskieren um nach Europa zu kommen, zeig ihnen das hier."

Solche Bilder wirken. Gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise, in der populistische Parteien auf Stimmenfang gehen und Unsicherheit verbreiten. Und in der die Politik mehr denn je gefordert ist.

Dass das Video von "RussiaWorks" produziert wurde, sorgt für Beigeschmack

Der Haken daran: Auch dieses Video zeigt nicht alles. Wer zum Beispiel diese Zerstörungen verursacht hat, bleibt unausgesprochen. Produziert wurde es von der Firma "RussiaWorks". Diese ist eine eigentlich private Produktionsanstalt, die laut sz.de für die russische Medienholding WGTRK schon öfter derlei Clips produzierte und hinter der der russische Staat stehen soll.

Russland gilt als Unterstützer des syrischen Machthabers Bashar al-Assad und hat im September 2015 erstmals aktiv in die Kampfhandlungen eingegriffen. Mehreren Berichten zufolge sollen die von Moskau befehligten Kampfjets allerdings nicht den Islamischen Staat bombardiert haben, wie die offizielle Zielsetzung des Einsatzes war, sondern vielmehr die Rebellen.

Die Unterstützung für Assad ist zwar inzwischen am Schwinden, dennoch hat Russland eigene Interessen in Syrien wie beispielsweise der Fortbestand der Militärbasis in Tartus am Mittelmeer. Die Bilder zeigen dem Zuschauer das Grauen des Krieges und sollen möglicherweise suggerieren, dass es unter dem syrischen Präsidenten noch anders aussehen würde. Dass dieser aber einen Krieg gegen sein eigenes Volk führt und dabei mutmaßlich von Russland unterstützt wird, wird außen vorgelassen.

Das Video zeigt also nur einen Teil des Gesamtbildes. Untermalt von trauriger Musik.

Next time someone wonders why refugees are risking everything to come to Europe, show them this

Posted by The Independent on Mittwoch, 3. Februar 2016

bix

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