+
Soldaten in der Grundausbildung: 20 Prozent der Offiziersanwärter quittieren in den ersten sechs Monaten den Dienst. Foto: Stefan Sauer

Wettbewerb mit der Wirtschaft

Viele Offiziersanwärter brechen nach wenigen Monaten ab

Die Bundeswehr liefert sich mit der Wirtschaft einen Wettbewerb um die besten Köpfe. Offenbar gerät sie dabei ins Hintertreffen: 20 Prozent aller Offiziersanwärter werfen schon nach sechs Monaten hin.

Berlin (dpa) - Jeder fünfte Offiziersanwärter bei der Bundeswehr quittiert in den ersten sechs Monaten den Dienst. Weitere 24 Prozent brechen ihr Studium an einer Bundeswehruniversität ab. Dies berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Um die Abbrecherquoten zu drücken, soll dem Bericht zufolge das Training dezentraler werden und näher an den späteren Einsatzorten stattfinden. Zudem sollen die Soldaten in der Grundausbildung stärker nach Leistungsstufen eingruppiert werden, um körperliche Überlastungen zu vermeiden.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) sagte den Zeitungen: "Allen Offiziersanwärtern muss bewusst sein, dass sie einen Marsch jederzeit ohne negative Folgen abbrechen können". Bartels befürwortet die Pläne der Ministerin, nach denen die Rekruten besser betreut werden sollen. "Dafür braucht man aber mehr Personal", erklärte er.

Die Wehrpflicht für Männer war 2011 ausgesetzt worden. Zum 30. November 2012 schlossen die letzten Kreiswehrersatzämter, in denen von 1957 bis 2010 mehr als 20 Millionen Wehrpflichtige gemustert wurden.

An die Stelle der Kreiswehrersatzämter traten Karrierecenter. Die Bundeswehr liefert sich mit der Wirtschaft einen Wettbewerb um die besten Köpfe. Denn die Zwangsverpflichteten von damals müssen ersetzt werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen versucht seit Jahren, die Bundeswehr attraktiver zu machen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Missbrauchsfälle: Katholische Kirche am Pranger
Die Kirche am Pranger: In den USA werden allein im Staat Pennsylvania über 300 Priester des Kindesmissbrauchs bezichtigt. Der Vatikan spricht von "Scham". Auch die …
Missbrauchsfälle: Katholische Kirche am Pranger
Gedenkfeier in Barcelona am Jahrestag des Terroranschlags
Barcelona (dpa) - Ein Jahr nach der blutigen Todesfahrt auf der Flaniermeile Las Ramblas gedenkt Barcelona heute der Opfer des Anschlags. Zunächst sollen Blumen auf dem …
Gedenkfeier in Barcelona am Jahrestag des Terroranschlags
Als Reaktion auf Wagenknecht: Jetzt wollen Uni-Professoren eine „liberale Bewegung“ gründen
Sahra Wagenknecht möchte mit einer linken Sammlungsbewegung Furore machen. Als Reaktion formiert sich jetzt eine „liberale“ Bewegung. In der Linken gibt es unterdessen …
Als Reaktion auf Wagenknecht: Jetzt wollen Uni-Professoren eine „liberale Bewegung“ gründen
Merkel-Besuch: Kanzlerin mahnt Augenmaß bei Kritik an - und wird bepöbelt
Bei einem Besuch in Sachsen hat Angela Merkel (CDU) für Augenmaß geworben, wenn es um Kritik geht. Von politischen Gegnern wurde sie kurz darauf beschimpft.
Merkel-Besuch: Kanzlerin mahnt Augenmaß bei Kritik an - und wird bepöbelt

Kommentare