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Mindestens 50 Menschen kamen bei dem Anschlag ums Leben.

Vermutlich Selbstmordattentat

Türkei-Anschlag mit 50 Toten: Täter war offenbar ein Kind

Gaziantep - Bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsfeier im Südosten der Türkei sind nach Angaben der Regionalregierung mindestens 50 Menschen getötet worden.

Nach dem Bombenanschlag im südosttürkischen Gaziantep ist die Zahl der Todesopfer neuen Angaben zufolge auf 51 gestiegen. Der Sender CNN Türk berichtete unter Berufung auf den Provinzgouverneur, 69 Menschen seien zudem teilweise schwer verletzt worden. Der Anschlag war auf eine Hochzeitsgesellschaft verübt worden, die am Samstagabend auf offener Straße im Beybahce-Viertel der Millionenstadt feierte.

Krankenwagen erreichen den Tatort im Zentrum von Gaziantep

Abgeordnete der regierenden AKP vermuten die Dschihadistenmiliz  Islamischer Staat (IS) hinter dem Anschlag. "Wir verurteilten die Verräter, die diese Attacke organisiert und verübt haben", hieß es in der Erklärung Yerlikayas. Der Gouverneur hatte zuvor von einem "Terroranschlag" gesprochen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. 

Erdogan: Attentäter war Kind zwischen 12 und 14 Jahren

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vermutet den Islamischer Staat (IS) hinter dem tödlichen Anschlag. Nach seinen Angaben wurde dieser von einem Kind zwischen 12 und 14 Jahren verübt. Es habe sich um einen „Selbstmordattentäter“ gehandelt, der sich in die Luft gesprengt habe oder „gesprengt wurde“, sagte Erdogan nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu vom Sonntag. 

"Unser Land und unsere Nation haben erneut nur eine Botschaft an diejenigen, die uns angreifen: Ihr werdet keinen Erfolg haben!", fügte er hinzu. Das Ziel solcher Anschläge sei es, verschiedene Bevölkerungsgruppen "entlang ethnischer und religiöser Linien gegeneinander aufzuwiegeln".

Mitglieder der Kurdenpartei HDP waren auf der Feier

Vize-Regierungschef Mehmet Simsek verurteilte den "barbarischen Angriff" auf die Hochzeitsgesellschaft. "Das Ziel dieses Terrors ist es, die Menschen zu verängstigen, aber wir werden das nicht zulassen", sagte Simsek im türkischen Fernsehen. 

Die Explosion ereignete sich in einem Viertel mit zahlreichen kurdischen Einwohnern. Berichten zufolge nahmen viele Kurden an der Hochzeitsfeier teil. Nach Angaben der türkischen Kurdenpartei HDP waren auch einige ihrer Mitglieder anwesend. 

Kanzlerin Merkel war vor wenigen Monaten in der Stadt

Die Provinzhauptstadt Gaziantep liegt etwa 60 Kilometer nördlich der syrischen Grenze. In der Region haben tausende Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Nachbarland Zuflucht gefunden. Gaziantep soll aber auch zu einem Rückzugsort für Dschihadisten geworden sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Stadt Ende April besucht, um sich ein Bild von der Lage syrischer Flüchtlinge in der Türkei zu machen.

In ihrem Kondolenzschreiben vom Sonntag an Ministerpräsident Yildirim sprach Merkel von "feiger und hinterhältiger Gewalt". Die Bundesregierung stehe "im Kampf gegen den Terrorismus weiter eng an der Seite der Türkei". Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte den "grauenvollen Angriff" und die "barbarischen Methoden des Terrors".

Verbündete versprechen Solidarität

Der russische Präsident Wladimir Putin verurteilte die "Grausamkeit" und den "Zynismus" des Anschlags, US-Botschafter John Bass versprach Ankara "weitere enge Zusammenarbeit im Kampf gegen die terroristische Bedrohung". Papst Franziskus forderte dazu auf, für alle die "Gabe des Friedens" zu erbitten. 

Am Donnerstag waren bei einer Anschlagserie auf türkische Sicherheitskräfte im Südosten und Osten des Landes insgesamt 14 Menschen getötet und rund 300 weitere verletzt worden. Zu einem der Attentate bekannte sich die PKK. Der Anschlag in Elazig war demnach ein Racheakt für die Angriffe der türkischen Armee im kurdisch geprägten Südosten des Landes. 

Seit Jahresbeginn wurden in der türkischen Hauptstadt Ankara und in Istanbul zahlreiche tödliche Anschläge verübt, die der IS-Miliz oder militanten Kurden zugerechnet wurden.

afp/dpa

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