Viele Tote bei mutmaßlichem Islamistenanschlag in Nigeria

Abuja - Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hat gegen den islamistischen Terror bisher wenig erreicht: Wieder gibt es im Norden viele Opfer bei einem Bombenanschlag. Die Menschen leben in Angst und Schrecken.

Ein schwerer Bombenanschlag mutmaßlicher Islamisten hat im Nordosten Nigerias mindestens 32 Menschen in den Tod gerissen. Der Sprengsatz sei am Dienstagabend auf einem Parkplatz der Stadt Yola im Bundesstaat Adamawa explodiert, teilten Sprecher der Polizei sowie der Nationalen Behörde für Krisenmanagement (NEMA) am Mittwoch mit.

Unter den Opfern befänden sich viele Frauen und Kinder. Weitere 80 Menschen seien laut NEMA verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Es war zunächst unklar, ob es sich um einen abgestellten Sprengsatz oder um ein Selbstmordattentat handelte.

Die Tat erinnerte an frühere Anschläge der islamistischen Terrororganisation Boko Haram. Die sunnitischen Fundamentalisten terrorisieren seit Jahren den Nordosten Nigerias und Grenzregionen der Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad. Im März hatte ihr Anführer Abubakar Shekau der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen.

Der Parkplatz, auf dem sich der jüngste Anschlag ereignete, liegt in der Nähe eines großen Gemüsemarktes im Viertel Jimeta. Zum Zeitpunkt der Explosion hätten sich dort Dutzende Händler aufgehalten, die ihre Waren nach dem Tagesgeschäft zusammenpackten, sagte eine Nachbarin eines Verwundeten der Deutschen Presse-Agentur. Andere Menschen seien auf dem Weg zum Abendgebet gewesen. Die Explosion sei in der ganzen Stadt zu hören gewesen.

Die Extremisten der Boko Haram wollen in der Region einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia, errichten. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe wurden seit 2009 mindestens 14 000 Menschen getötet.

dpa

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