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Höchststand auch in Bayern

So viele Zweitjobber wie nie

München – So viele Menschen wie nie in Deutschland haben einen Zweitjob. Auch in Bayern hat die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Nebenverdienst ein Rekordniveau erreicht.

Das zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Zum Stichtag der Erhebung Ende 2012 besserten bundesweit rund 2,7 Millionen Menschen ihr Gehalt mit einem Nebenjob auf. Zehn Jahre zuvor waren es nur 1,16 Millionen. Der Anteil der Arbeitnehmer mit Zweitjob stieg von 4,3 Prozent im Jahr 2003 auf 9,1 Prozent im vergangenen Jahr. Die Mehrheit sind Frauen. Die meisten Zweitjobber arbeiten im Einzelhandel, im Gastgewerbe und in „sonstigen Dienstleistungen“: Wach- und Sicherheitsdienst, Hausmeisterdienst, Leiharbeit. „Man sieht einen eindeutigen Trend, dass dieses Phänomen sich ausweitet“, sagt Frank Wießner vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Der Trend ist auch in Bayern erkennbar: Hier haben 504 000 Arbeitnehmer einen Zweitjob – jeder zehnte. 2003 waren es nur 215 000. Der Freistaat liegt damit auf Platz zwei, hinter Nordrhein-Westfalen. In Oberbayern gibt es anteilig die meisten Zweitjobber im Kreis Dachau (19 Prozent). „Eine Schweinerei“, sagte der arbeitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Hans-Ulrich Pfaffmann. Er forderte einen Mindestlohn, der so berechnet sei, dass die Menschen davon anständig leben können. Im bayerischen Arbeitsministerium führt man die Entwicklung auf die gute Arbeitsmarktlage zurück.

Offizielle Erhebungen über die Gründe für die Rekordzahlen gibt es laut Bundesarbeitsministerium nicht. Deshalb seien neben finanziellen Engpässen auch andere Gründe vorstellbar, etwa eine „gestiegene Konsumlust“. Das wies die IG Metall allerdings scharf zurück. Der häufigste Grund sei, dass die Beschäftigten nur so über die Runden kämen. Passend dazu zeigt eine Erhebung durch das Statistische Bundesamt, dass jeder vierte deutsche Haushalt nicht genug Geld für eine Urlaubsreise hat. 25 Prozent der Haushalte gaben an, nicht einmal eine Woche im Jahr verreisen zu können.  

cal/spf

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