+
Spürhunde der Berliner Polizei sind in Nauen vor der abgebrannten Turnhalle im Einsatz. Foto: Nestor Bachmann

Brandenburg

Vier Angriffe auf Flüchtlingsheime binnen 48 Stunden

Potsdam/Berlin - Brandbeschleuniger am Tatort - da bleiben für die Ermittler keine Zweifel mehr. Die geplante Notunterkunft in Nauen wurde absichtlich angezündet. In Parchim dringen Betrunkene mit einem Messer in ein Heim für Asylbewerber ein.

Nach dem Feuer in einer geplanten Notunterkunft für Flüchtlinge in brandenburgischen Nauen hat sich der Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung bestätigt.

"Es handelt sich um einen gezielten Anschlag", erklärte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in Potsdam. Die Ermittler hätten Spuren von Brandbeschleunigern festgestellt. Der Einsatz eines Spürhundes habe dies bestätigt.

Die Polizei stellte am Brandort weiteres Beweismaterial sicher, das den Angaben zufolge eindeutig auf Brandstiftung hinweist. Einen konkreten Tatverdacht gegen eine bestimmte Person gebe es bislang nicht. "Wir gehen aber von einer fremdenfeindlichen Motivation aus", sagte Ministeriumssprecher Ingo Decker. "Ein anderer Hintergrund ist auch kaum vorstellbar." In Nauen war in der Nacht zum Dienstag eine Sporthalle abgebrannt, in der in wenigen Tagen 100 Asylbewerber vorübergehend unterkommen sollten. Verletzt wurde niemand.

Am Mittwoch brach ein Feuer in einer Sporthalle auf dem Gelände einer ehemaligen Nervenklinik in Berlin aus. Verletzt wurde niemand. Teile des Geländes waren zuletzt vom Berliner Sozialsenator Mario Czaja (CDU) als mögliche Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge genannt worden. Bereits seit längerem leben dort Asylbewerber. Ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde, konnte ein Sprecher der Feuerwehr zunächst nicht sagen. An diesem Donnerstag sollte auf dem Gelände ein Fest für Flüchtlinge stattfinden.

In Parchim in Mecklenburg-Vorpommern drangen am späten Dienstagabend zwei betrunkene Männer mit einem Messer in eine Flüchtlingsunterkunft ein. Mehrere Bewohner informierten den Wachdienst, die beiden Männer ergriffen die Flucht, wurden aber kurze Zeit später von der Polizei gestellt und in Gewahrsam genommen.

In Leipzig schleuderte in der Nacht zum Mittwoch ein Vermummter einen Brandsatz in eine geplante Flüchtlingsunterkunft. Ein Zeuge informierte sofort die Feuerwehr. Nach Angaben des Operativen Abwehrzentrum der Polizei konnte so größerer Schaden verhindert werden. Es sei lediglich eine Matratze in Brand geraten. Laut Polizei sollten am Mittwoch Flüchtlinge in das Gebäude einziehen. Von dem Täter fehlte zunächst jede Spur.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump lädt Putin schon im Herbst nach Washington ein
Noch immer sorgt das Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin beim Gipfel in Helsinki für Schlagzeilen. Wir berichten weiter über die Nachwehen des Gipfels im …
Trump lädt Putin schon im Herbst nach Washington ein
Hendrik Meier ist der erste Nachtbürgermeister Deutschlands
In Mannheim wurde der erste Nachtbürgermeister Deutschlands gewählt. Dieser soll vor allem bei Konflikten im Nachtleben vermitteln.
Hendrik Meier ist der erste Nachtbürgermeister Deutschlands
Fall Skripal: Russischer Diplomat verlangt britische Beweise
Einem Pressebericht zufolge haben die Ermittler im Fall des mit Nowitschok vergifteten Ex-Spions russische Verdächtige identifiziert. Eine Bestätigung dafür gibt es …
Fall Skripal: Russischer Diplomat verlangt britische Beweise
Seehofer legt Messlatte für Söder hoch: Absolute Mehrheit sei noch möglich
Nach dem historischen Tief im Bayerntrend will Horst Seehofer die 38-Prozent-CSU wieder aufrichten. Er verlangt mehr Teamgeist. Und redet ausgerechnet jetzt erstmals von …
Seehofer legt Messlatte für Söder hoch: Absolute Mehrheit sei noch möglich

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.