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Vier ertrunkene Migrantinnen: Griechenland gibt der Türkei eine Mitschuld

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Rettungsboot von Migranten mitten auf dem Meer
Im Mittelmeer sind auf der Flucht vier Menschen ertrunken © Hippolyte / dpa

Der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis hat der Türkei eine Mitschuld am Tod von vier Migrantinnen gegeben, die am Dienstag in der östlichen Ägäis ums Leben gekommen waren.

Athen - Der Menschenschmuggel habe System, die Türkei müsse mehr tun, sagte Mitarakis bei einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag. Das Schlauchboot mit gut zwei Dutzend Menschen an Bord hätte nie von der türkischen Küste in Richtung griechische Inseln ablegen dürfen. «Das ist die grausame Realität krimineller Banden, das ist die tägliche Realität in der Ägäis», sagte Mitarakis.

Bei dem Unglück waren am Dienstag eine Frau und drei Mädchen ums Leben gekommen; bei schlechtem Wetter und starkem Wellengang hatte sich an dem Boot der Boden gelöst. 22 Menschen waren von Rettungshubschraubern und der griechischen Küstenwache sowie einem Nato-Schiff gerettet worden - nach Angaben der griechischen Küstenwache trugen die meisten Migranten nicht einmal Rettungswesten.

Die Türkei müsse sich an den mit der EU vereinbarten Flüchtlingspakt halten, forderte Mitarakis. Es dürfe in der Ägäis keine Flüchtlingsboote und keine Menschenschmuggler mehr geben. «Den Verlust von Menschenleben zu verhindern muss die Hauptaufgabe der EU sein», sagte er. Griechenland selbst verfolge eine strenge, aber faire Migrationspolitik. Die Arbeit von Schleusern könne das Land jedoch nicht zulassen. Griechenland schütze nicht nur die eigenen, sondern auch die Grenzen der EU, betonte der Minister. Entsprechend könne man das Thema Migration nur mit internationaler Kooperation angehen. (dpa)

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