Nach den Selbstmordattentaten auf christliche Kirchen in Surabaya ist das Polizei-Hauptquartier zum Anschlagsziel geworden. Foto: Achmad Ibrahim, AP
1 von 5
Nach den Selbstmordattentaten auf christliche Kirchen in Surabaya ist das Polizei-Hauptquartier zum Anschlagsziel geworden. Foto: Achmad Ibrahim, AP
Bei den Toten soll es sich nach Angaben der Polizei um die Attentäter handeln. Foto: Achmad Ibrahim, AP
2 von 5
Bei den Toten soll es sich nach Angaben der Polizei um die Attentäter handeln. Foto: Achmad Ibrahim, AP
Polizisten in Surabaya sperren eine Straße ab. Foto: Achmad Ibrahim
3 von 5
Polizisten in Surabaya sperren eine Straße ab. Foto: Achmad Ibrahim
Bei einer Serie von mutmaßlichen Bombenanschlägen auf christliche Kirchen wurden mehrere Menschen getötet. Foto: AP
4 von 5
Bei einer Serie von mutmaßlichen Bombenanschlägen auf christliche Kirchen wurden mehrere Menschen getötet. Foto: AP
Polizisten stehen nach einem Anschlag auf das Polizei-Hauptquartier der Großstadt Wache. Foto: Achmad Ibrahim, AP
5 von 5
Polizisten stehen nach einem Anschlag auf das Polizei-Hauptquartier der Großstadt Wache. Foto: Achmad Ibrahim, AP

Nach Angriffen auf Kirchen

Vier Tote bei Anschlag auf Polizeizentrale in Indonesien

Indonesien kommt nach den Anschlägen auf drei Kirchen nicht zur Ruhe. Bei einem Angriff auf die Polizeizentrale der zweitgrößten Stadt des Landes sterben vier Menschen. Die Täter kommen - wie am Sonntag schon - vermutlich aus einer einzigen Familie.

Jakarta (dpa) - Bei einem neuen Selbstmordanschlag in Indonesien sind am Montag vier Menschen getötet worden - wieder in Surabaya, der zweitgrößten Stadt des Landes. Nach den Angriffen auf drei christliche Kirchen am Sonntag war dieses Mal die Polizeizentrale das Ziel.

Bei den Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei um die Attentäter selbst - alle aus einer einzigen Familie, wie schon am Tag zuvor. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt.

Nach ersten Erkenntnissen fuhren die Täter mit zwei Motorrädern auf die Polizeizentrale zu. Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie eines der Motorräder an einer Sicherheitssperre aufgehalten wird. Kurz darauf gibt es eine Explosion. Vermutet wird, dass es sich bei den Tätern um Islamisten handelt. Mit mehr als 260 Millionen Einwohnern ist Indonesien das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt.

Die Attentäter kommen nach Angaben des Polizeichefs der Provinz Ost-Java, Machfud Arifin, alle aus derselben Familie: ein Ehepaar und zwei männliche Personen, möglicherweise die Söhne. Einzige Überlebende ist ein achtjähriges Mädchen, das ebenfalls auf einem der Motorräder saß. Das Kind wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. "Wir hoffen, dass es überlebt", sagte ein Polizeisprecher.

Auch die Anschläge am Sonntag wurden nach Erkenntnissen der Ermittler von einer einzigen Familie verübt, die Kontakte ins islamistische Milieu hatte. Dabei waren mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Die Bombenserie soll auf das Konto eines islamistischen Elternpaares gehen, das bei dem Selbstmordkommando auch seine beiden Söhne und beiden Töchter mit in den Tod riss. Eines der Mädchen war erst neun Jahre alt.

Nach den neuen Anschlägen forderte Indonesiens Präsident Joko Widodo am Montag das Parlament auf, bis Ende Juni den Weg für eine Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze freizumachen. Damit würde der Polizei die Möglichkeit gegeben, Anschläge besser zu verhindern, sagte der Staatschef. Widodo drohte damit, ansonsten eine Notstandsverordnung zu erlassen.

In den vergangenen Jahren hatte es in Indonesien schon mehrfach Anschläge von Islamisten gegeben. Verschiedene Gruppen haben Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Mehr als 85 Prozent der Bevölkerung des südostasiatischen Inselstaats sind muslimischen Glaubens. Die christliche Minderheit macht etwa zehn Prozent aus.

Die Polizei bestätigte auch den Tod eines weiteren Terrorverdächtigen. Der Mann sei am Vorabend in der Stadt Sidoarjo in seiner Wohnung erschossen worden, nachdem es dort eine Explosion gegeben habe. Er habe den Zünder einer Bombe in der Hand gehalten. Bei der Explosion wurden demnach seine Frau und ein Kind getötet.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

USA und Nordkorea verhandeln nach Gipfel-Absage weiter
Den Gipfel mit Machthaber Kim hat Trump erstmal abgesagt, doch beide Seiten lassen die Tür für Verhandlungen offen. Nicht nur Nordkorea bleibt bei eher versöhnlichen …
USA und Nordkorea verhandeln nach Gipfel-Absage weiter
Trump sagt Nordkorea-Gipfel ab und droht mit Atomwaffen
Der historische Gipfel zwischen Nordkorea und den USA kommt nicht zustande. Donald Trump zieht den Stecker, Nordkorea sei Schuld. Kurz darauf rasselt der Amerikaner …
Trump sagt Nordkorea-Gipfel ab und droht mit Atomwaffen
Bamf weist in Asyl-Affäre Vertuschungsvorwurf zurück
Im Bundesflüchtlingsamt wollte man Unregelmäßigkeiten bei Asylentscheidungen "geräuschlos" prüfen. Das klingt nach: unter den Teppich kehren. Die Behörde sieht das …
Bamf weist in Asyl-Affäre Vertuschungsvorwurf zurück
Umstrittene Präsidentenwahl in Venezuela hat begonnen
In dem südamerikanischen Land öffnen die Wahllokale ihre Türen, die Beteiligung an der Abstimmung läuft zunächst schleppend. Amtsinhaber Maduro gibt seine Stimme ab - …
Umstrittene Präsidentenwahl in Venezuela hat begonnen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.