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Ziel des Anschlags in Kabul war ein Restaurant, das bei Diplomaten und UN-Mitarbeitern sehr beliebt ist.

21 Menschen sterben

Verheerender Taliban-Anschlag in Kabul

Kabul - Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt sind am Freitag zahlreiche Ausländer getötet worden. Unter den 21 Opfern waren auch vier zivile Mitarbeiter der UN.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteile den Anschlag "auf das Schärfste", sagte sein Sprecher Farhan Haq. Auch ein Repräsentant des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie ein Brite und zwei Kanadier wurden bei dem Attentat getötet.

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag auf das bei Diplomaten, Beratern und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen beliebtes Restaurant "Taverna du Liban". Solche gegen Zivilisten gerichtete Attentate seien eine "eklatante Verletzung des humanitären Völkerrechts", erkärte Ban laut seinem Sprecher. Nach Angaben der Polizei und von Regierungsmitarbeitern handelte es sich bei den meisten Opfern um Ausländer.

Einer der Attentäter sprengte sich nach Angaben des afghanischen Innenministeriums vor dem Gebäude in die Luft. Seine beiden Komplizen stürmten demnach in das Lokal und schossen wahllos um sich. Alle drei Selbstmordattentäter kamen ums Leben. Auch der Besitzer des Restaurants wurde getötet, als er sich den Angreifern in den Weg stellte.

Wie der IWF mitteilte, wurde ihr Repräsentant Wabel Abdallahin bei dem Attentat getötet wurde. "Das sind tragische Nachrichten und wir alle sind niedergeschlagen", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde über den Tod des 60-jährigen Libanesen. Das Außenministerium in London bestätigte außerdem den Tod eines britischen Staatsangehörigen. Auch zwei Kanadier fielen nach Angaben des Außenamts in Ottawa dem Anschlag zum Opfer.

Kanadas Außenminister John Baird sprach von einem "feigen" Attentat. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki verurteilte die Tat als einen "verachtenswerten Terrorakt".

Die Hauptstadt Afghanistans wird regelmäßig von Selbstmordattentaten heimgesucht. Diese Anschläge sind eine der Waffen der Taliban im Kampf gegen die Regierung in Kabul und ihre NATO-Verbündeten. Die internationalen Kampftruppen sollen das Land bis Ende 2014 verlassen, anschließend sind nur noch Ausbildungs- und Unterstützungsmissionen vorgesehen. Die USA und Afghanistan ringen seit langem um ein Sicherheitsabkommen für die Zeit nach dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes. Im April stehen in Afghanistan zudem Präsidentschaftswahlen an.

afp

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