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Angela Merkel mit Francois Hollande bei der Ankunft am Tagungsort im Schloss von Versailles.

Treffen in Versailles

Merkel und Hollande wollen Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten

Mit Blick auf den 60. Jahrestag der Römischen Verträge beraten Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef François Hollande mit den Regierungschefs von Spanien und Italien. Dabei geht es um die Zukunft Europas.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef François Hollande haben erneut für ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten geworben. "Wir müssen auch den Mut haben, dass einige Länder vorangehen, wenn nicht alle mitmachen wollen", sagte Merkel am Montagabend im Schloss von Versailles bei einem Vierer-Treffen mit Hollande, dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy und dem italienischen Regierungschef Paolo Gentiloni.

"Ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten ist notwendig, ansonsten werden wir stecken bleiben", mahnte die Kanzlerin. Hollande nannte als mögliche Felder für eine solche unterschiedlich schnelle Integration unter anderem die Verteidigungspolitik und eine Steuerharmonisierung. Europa müsse zwar geschlossen auftreten, sagte der französische Präsident, betonte aber zugleich: "Einheit bedeutet nicht Einheitlichkeit." Auch Rajoy und Gentiloni sprachen sich für eine Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten aus.

Hollande: „Verpflichtung für die Zukunft eingehen“

Die vier Staats- und Regierungschefs berieten am Montagabend insbesondere mit Blick auf den 60. Jahrestag der Römischen Verträge am 25. März über die Zukunft Europas. Hollande betonte, der Jahrestag dürfe nicht nur ein Anlass sein, in die Vergangenheit zu blicken: "Wir müssen eine Verpflichtung für die Zukunft eingehen."

Merkel sagte, das Treffen in Rom müsse ein "Ausgangspunkt von Elan, von Optimismus", aber auch von "Tatkraft" sein. Europa sei ein "Friedenswerk". "Wenn Europa stecken bleibt, wenn Europa sich nicht weiterentwickelt, dann kann auch dieses Friedenswerk schneller in Gefahr geraten, als man sich denkt." Die nach einem Brexit 27 EU-Mitgliedsstaaten hätten "eine Verpflichtung, die Zukunft dieser Europäischen Union vorzuzeichnen".

„Niemand soll ausgeschlossen sein"

Insbesondere das Brexit-Votum hat die EU-Staats- und Regierungschefs dazu gezwungen, über eine Neuausrichtung der Europäischen Union nachzudenken. Merkel und Hollande haben sich wiederholt für ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten ausgesprochen. Gruppen von Mitgliedstaaten sollen demnach in bestimmten Bereichen voranschreiten, wenn nicht alle bei der Vertiefung der europäischen Integration mitziehen wollen. In vielen Bereichen ist dies bereits seit langem der Fall. "Es muss immer offen sein für alle, niemand soll ausgeschlossen sein", betonte Merkel am Montagabend in Versailles.

Lesen Sie auch: EU-Parlament will Europa bürgernäher gestalten

AFP

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