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Nächste Orban-Provokation: „Rassen-Vermischung“-These sorgt für Aufschrei

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Von: Linus Prien

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Der ungarische Premierminister Viktor Orbán
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán © IMAGO/Szilard Vörös/EST&OST

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán hat bei einer Rede mit rassistischen Bemerkungen für Aufregung gesorgt. Zudem sprach er sich gegen mehr Waffen für die Ukraine aus.

Baile Tusnad - Der ungarische Premierminister Viktor Orbán sorgt regelmäßig für Aufsehen. Bei einer traditionellen Versammlung seiner Fidesz-Partei im rumänischen Baile Tusnad äußerte sich Orbán zum eskalierten Ukraine-Konflikt und zu Migrationsfragen: „Wir [Ungarn] sind keine gemischte Rasse und wollen auch keine gemischte Rasse werden“, sagte Orbán am vergangenen Samstag laut britischem Guardian. Des Weiteren seien dem ungarischen Politiker zufolge Länder, in denen „Europäer“ und „Nicht-Europäer“ sich vermischten, „keine Nationen mehr“.

Viktor Orbán: Scharfe Kritik am ungarischen Premierminister

Die ungarische Oppositionspolitikerin und Abgeordnete des Europaparlaments Katalin Cseh gab sich nach der Rede ihres Premierministers entsetzt: „Seine Aussagen erinnern an eine Zeit, die wir, glaube ich, alle vergessen wollen. Sie zeigen das wahre Gesicht seiner Regierung.“ Via Twitter führte die Politikerin weiter aus: „Deine Hautfarbe mag anders sein, Du magst aus Europa kommen oder nicht, aber Du bist einer von uns und wir sind stolz auf Dich. Diversität stärkt unsere Nation, es schwächt sie nicht.“

Auch die rumänische Abgeordnete des Europaparlaments, Alin Mituta, kritisierte den ungarischen Premierminister scharf: „Über Rasse oder ethnische Reinheit zu sprechen, insbesondere in derartig gemischten Regionen wie Zentral- und Osteuropa, ist schlicht wahnsinnig und gefährlich. Genauso wie Herr Orbán.“

Viktor Orbán: Putins Sympathisant in der EU

Mit Hinblick auf die Rolle der EU im Ukraine-Krieg sagte der ungarische Premier: „Je mehr moderne Waffen die Nato der Ukraine liefert, desto weiter wird Russland die Front ausbreiten. Durch das, was wir machen, verlängern wir den Krieg.“ Weiter führte Orbán aus, dass es nicht die Aufgabe „des Westens“ sei, Hoffnung für die Ukraine zu schaffen: „Wir sollten weder auf der Seite Russlands noch auf der Seite der Ukraine sein, sondern zwischen den Fronten.“ Die Sanktionspolitik gegen Russland zeige laut Orbán keine Wirkung.

Nur wenige Tage vor Orbáns Rede war sein Außenminister, Péter Szijjártó, überraschend nach Moskau gereist. Des Weiteren hat Ungarn in der EU eine Sonderreglung für Ölimporte aus Russland für sich erzwungen. Das Land drohte, mit seinem Veto die Sanktionen der EU gegen Russland zu kippen. Der Krieg spielte schon im Wahlkampf eine entscheidende Rolle.

Péter Szijjártó mit Sergej Lawrow
Péter Szijjártó mit Sergej Lawrow © IMAGO/Russian Foreign Ministry

Gegenüber dem Guardian sagte der Politikexperte Péter Krekó vom Thinktank „Political Capital“ bezüglich Orbáns Position in Ungarn und der EU: „Er ist weiter vom europäischen Mainstream entfernt denn je. Ich glaube, er ist wirklich der Überzeugung, dass Migrationsfragen das Ende des geeinten Westens bringen werden und dass alle Regierungen rechtspopulistisch werden. Es ist auch klar, dass er möchte, dass Russland den Krieg gewinnt.“ (lp)

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