Rund 8000 Muslime ermordet

Völkermord in Srebrenica: Die juristischen Folgen

Srebrenica - Im bosnischen Srebrenica ermordeten im Juli 1995 bosnisch-serbische Truppen rund 8000 muslimische Männer und Jungen.

Niederländische Blauhelm-Soldaten der Vereinten Nationen hatten den Angreifern unter General Ratko Mladic die Stadt zuvor kampflos überlassen. Die Gefangenen wurden innerhalb von acht Tagen ermordet und in Massengräbern verscharrt.

Es war der schlimmste Völkermord nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Das Europaparlament erklärte 2009 den 11. Juli zum Gedenktag für die Opfer - auch um die Staaten daran zu erinnern, dass sie das Massaker nicht verhindert hatten.

Für Verbrechen in Srebrenica hat das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bisher 15 Angeklagte schuldig befunden, drei von ihnen erhielten lebenslange Haftstrafen. Ex-Serbenführer Radovan Karadzic wurde im März zu 40 Jahren Haft verurteilt. Das Berufungsverfahren läuft noch. Ein Urteil gegen den erst 2011 verhafteten Mladic wird für 2017 erwartet.

Ein niederländisches Zivilgericht hatte auf Klagen von Hinterbliebenen hin außerdem festgestellt, dass der Staat für die Deportation von 300 Männern haftbar gemacht werden kann. Bemühungen, den damaligen Kommandanten der Blauhelm-Truppe strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen, blieben bisher erfolglos.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Archivbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schicksalstag für den Friedensprozess in Kolumbien
Erstmals seit langem steht Kolumbien vor einer echten Richtungsentscheidung: Die Kandidaten aus dem rechten und linken Lager haben grundverschiedene Zukunftsvisionen. …
Schicksalstag für den Friedensprozess in Kolumbien
Engste CDU-Spitze kommt zu Asyl-Krisentreffen nach Berlin
Erst Fußball gucken und dann der unangenehmere Teil: nämlich Beratungen über den Asylstreit mit der Schwesterpartei CSU. Angela Merkel hat die engste Führungsspitze der …
Engste CDU-Spitze kommt zu Asyl-Krisentreffen nach Berlin
Taliban zerschlagen Hoffnungen auf längere Waffenruhe in Afghanistan
Die historische Waffenruhe in Afghanistan ist voraussichtlich nicht von Dauer. Ein Taliban-Sprecher erteilte am Sonntag der von der Regierung angebotenen Verlängerung …
Taliban zerschlagen Hoffnungen auf längere Waffenruhe in Afghanistan
54 Tote bei IS-Anschlägen auf Friedenstreffen in Afghanistan
Nach Monaten blutiger Kämpfe halten Taliban und Regierung sich drei Tage lang an eine Feuerpause. Landesweit gibt es fast surreale Szenen der Verbrüderung. Eine …
54 Tote bei IS-Anschlägen auf Friedenstreffen in Afghanistan

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.