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Hunderttausende haben an der Volksabstimmung teilgenommen.

In Hongkong

800.000 beteiligen sich an Demokratie-Referendum

Hongkong - An einer informellen Volksabstimmung über mehr Demokratie in Hongkong haben sich fast 800.000 Bürger der chinesischen Sonderverwaltungszone beteiligt.

Fast ein Viertel der Wahlberechtigten habe teilgenommen, gaben die Organisatoren am Sonntag nach Schließung der Wahllokale bekannt. Die hohe Beteiligung übertraf die Erwartungen der Organisatoren und gab der Demokratiebewegung kurz vor einer Großkundgebung am Dienstag Rückenwind.

Während der zehntägigen Abstimmung gaben 787.000 der 3,47 Millionen registrierten Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie Robert Chung, einer der Organisatoren, am Sonntagabend vor Journalisten sagte. Die Teilnehmer hätten "friedlich ihre Meinung kundgetan, egal für wen sie sind". Die Bürger Hongkongs konnten entweder über das Internet ihre Stimme abgeben oder in eines der Wahllokale gehen. Das Online-Votum war zu Beginn Ziel von Cyber-Attacken gewesen.

Die chinesische Regierung sieht das Referendum als illegal an. Mit der Stimmabgabe konnten die Bürger Hongkongs ihren Wunsch ausdrücken, künftig ihren Verwaltungschef direkt und ohne Vorauswahl aus Peking wählen zu dürfen. Bislang wird dieser von einem überwiegend Peking-treuen Komitee gewählt.

Zwar versprach die kommunistische Führung Chinas, den Nachfolger der derzeitigen Verwaltungschefs Leung Chun Ying im Jahr 2017 vom Volk wählen zu lassen. Die Kandidaten sollen jedoch von Peking ausgesucht werden.

Die Abstimmung endete wenige Tage vor der traditionellen Demokratie-Kundgebung in Hongkong. Am 1. Juli, dem Jahrestag der Rückgabe Hongkongs an China, demonstrieren jedes Jahr hunderttausende Bürger für mehr Demokratie. In diesem Jahr rechnen die Organisatoren mit einer halben Million Teilnehmer. Kritiker werfen Peking vor, sich immer stärker in die Belange der 7,2 Millionen Einwohner zählenden Sonderverwaltungszone einzumischen.

Hongkong, eine frühere britische Kolonie, genießt seit ihrer Rückgabe an China im Jahr 1997 nach dem Prinzip "Ein Land, zwei Systeme" einen Autonomiestatus. Dieser gewährt Bürgerrechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit, demokratische Wahlen sind allerdings nicht erlaubt.

AFP

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