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Parteiübergreifende Mehrhei

Volksmusik: Landtag setzt BR unter Druck

München - Eine parteiübergreifende Mehrheit im Landtag setzt den Bayerischen Rundfunk unter Druck, die Volksmusik vorerst nicht ins Digitalradio zu verbannen.

Der frühere Wissenschaftsminister und Präsident des Bayerischen Blasmusikverbandes, Thomas Goppel (CSU), warf sich in der Plenardebatte am Mittwoch ins Zeug, die tägliche Volksmusiksendung auf Bayern eins bis auf weiteres im analog empfangbaren Programm zu senden: „Da sind viele, viele Ältere, die ihr Radio seit ewigen Zeiten eingestellt haben und gar keinen neuen Sender einstellen wollen.“

Alle Parteien betonten die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlich Rundfunks, aus der sich die Politik herauszuhalten habe. Das hinderte CSU, SPD und Freie Wähler aber keineswegs daran, Forderungen an den BR zu stellen. „Politik darf nicht bestimmen über das Programm, aber Politik braucht auch nicht zu schweigen“, erläuterte Freie Wähler-Generalsekretär Michael Piazolo. „Volksmusikfreunde dürfen nicht einfach ins Digitalradio abgeschoben werden“, sagte Inge Aures (SPD).

Nur die Grünen stimmten nicht in den großen Chor der Anhänger des Analogradios ein. „Versuche, einen Pudding an die Wand zu nageln“, spottete Ulrike Gote über die Anträge von CSU und Freien Wählern. Es sei schon seit zwei Jahren bekannt, dass die Volksmusik digital ausgestrahlt werden solle. „BR Heimat“ sei schon jetzt ein Erfolg. „Ich bezweifle, dass alle, die gerne Volksmusik hören, nicht auch in der Lage sein sollen, irgendwann ein Digitalradio zu kaufen“, sagte Gote.

Der Bayerische Rundfunk betonte in einer Stellungnahme, dass er sich nicht aus der Volks- und Blasmusik zurückziehe, sondern diese „Klangfarbe“ in seinem Gesamtprogramm ausbaue. Auf „BR Heimat“ bekämen Volksmusikfreunde 24 Stunden täglich ihre Lieblingsmusik zu hören, statt wie bisher nur 50 Minuten werktags auf „Bayern 1“. „Die Sendezeit speziell für Blasmusik hat sich mit „BR Heimat“ sogar mindestens vervierfacht“, hieß es.

dpa

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