Schwerer Geisterfahrer-Unfall: Komplett-Sperrung auf A95

Schwerer Geisterfahrer-Unfall: Komplett-Sperrung auf A95
+
George Weah ist neuer Präsident in Liberia.

Nach Wahlgewinn

Vom Fußballidol zum Präsidenten: George Weah

Nun hat er es geschafft: Im zweiten Anlauf nach 2005 und in der Stichwahl wurde George Weah zum Präsidenten von Liberia gewählt. Die Jugend vergöttert ihn, doch seine Wahl wird auch kritisiert.

Monrovia - Als Fußballer hat George Weah fast alles erreicht, nun ist er auch in der Politik am Ziel seiner Träume: Der 51-Jährige wurde zum Präsidenten im westafrikanischen Liberia gewählt, Weah ging als klarer Sieger aus der Stichwahl gegen Vizepräsident Joseph Boakai hervor. Der von jungen Wählern verehrte Ex-Fußballstar will nun das immer noch vom Bürgerkrieg traumatisierte Land mit sich selbst versöhnen.

George Weah beim AC Mailand, hier zusammen mit Oliver Bierhoff.

Weah hatte in den 90er Jahren als Stürmer mit Paris Saint-Germain und dem AC Mailand Erfolge in Europa gefeiert, er wurde zum Weltfußballer und Afrikas Fußballer des Jahrhunderts gewählt. Seine politische Karriere verlief trotz seiner enormen Popularität aber eher schleppend. 2005 bewarb sich Weah vergeblich um das Präsidentenamt in Liberia, er musste sich Ellen Johnson Sirleaf geschlagen geben - sie wurde als erste Frau an die Spitze eines Staats in Afrika gewählt.

2011 scheiterte Weah auch mit seiner Kandidatur für das Amt des Vizepräsidenten. Doch Weah, der in einem der schlimmsten Slums in Liberias Hauptstadt Monrovia aufgewachsen ist, lässt sich nicht so schnell unterkriegen. Bei der Präsidentschaftswahl in diesem Jahr griff er erneut an. Schon in der ersten Wahlrunde landete der frühere Weltfußballer mit rund 38 Prozent der Stimmen vorn. Boakai kam auf knapp 29 Prozent. Für die Stichwahl wurde ein enges Rennen erwartet. "Ich weiß, dass Boakai mich nicht schlagen kann. Das Volk steht auf meiner Seite", sagte Weah im Wahlkampfendspurt selbstbewusst.

Besonders junge Wähler vertrauen Weah

Nun kam er im zweiten Wahlgang tatsächlich auf 61,5 Prozent der Stimmen. Er ließ Boakai mit 38,5 Prozent klar hinter sich. Insbesondere bei jungen Liberianern genießt der Kandidat der oppositionellen Koalition für demokratischen Wandel (CDC) große Sympathien. Auch viele arme Wähler vertrauen dem Quereinsteiger. Weah verspricht seinen Wählern neue Jobs und einen Wiederaufbau der Infrastruktur in dem durch den jahrelangen Bürgerkrieg (1989 bis 2003) zerstörten Land.

Seit 2014 ist Liberias Fußballidol bereits Senator. Kritiker halten Weah vor, sein Programm sei zu vage und er lasse sich zu selten blicken im Senat. Weah verweist hingegen darauf, dass er in den vergangenen Jahren durch dieses Amt politische Erfahrung gesammelt habe vor allem in den Bereichen Gesundheits- und Bildungspolitik. Für Diskussionen sorgte Weahs Wahl seiner Vizepräsidenten-Kandidatin Jewel Howard-Taylor. Die Senatorin ist die Ex-Frau des früheren Präsidenten Charles Taylor, der 2012 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 50 Jahren Haft verurteilt wurde. Weah bestreitet aber jeglichen Kontakt zu dem Ex-Staatschef.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Forderung nach europäischer Armee: EU beschließt 17 weitere Militär- und Rüstungsprojekte
Eine „echte europäische Armee“ hatte Angela Merkel kürzlich gefordert. Auch Emanuel Macron strebt dies an. Jetzt hat die die EU 17 weitere Militär- und Rüstungsprojekte …
Nach Forderung nach europäischer Armee: EU beschließt 17 weitere Militär- und Rüstungsprojekte
EU-Staaten treiben Ausbau von Verteidigungsunion voran
Von der gemeinsamen Spionageschule bis zur multinationalen Nutzung von Militärstützpunkten: Die EU-Staaten gehen bei der Verteidigungszusammenarbeit neue Wege. …
EU-Staaten treiben Ausbau von Verteidigungsunion voran
Wer soll nach Merkel Kanzler werden? Die Deutschen haben einen klaren Favoriten
Machtkampf in der CDU: Kramp-Karrenbauer, Spahn und Merz wollen Merkel beerben - die Deutschen haben bei der Kanzlerfrage klare Präferenzen. Alle News im Blog.
Wer soll nach Merkel Kanzler werden? Die Deutschen haben einen klaren Favoriten
„Ich muss nichts zurücknehmen“: Wie Jens Spahn die CDU verändern will - Interview
Wie sieht die Zukunft der Union und damit Deutschlands aus? Jens Spahn spricht über die aktuelle Lage in der Flüchtlingsfrage und den Kampf um die Nachfolge des …
„Ich muss nichts zurücknehmen“: Wie Jens Spahn die CDU verändern will - Interview

Kommentare