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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kommt auf dem Militärflughafen in Masar-i-Scharif an. Foto: Kay Nietfeld

Von der Leyen in Afghanistan: "Wir bleiben"

Traditioneller Truppenbesuch vor Weihnachten: Die Verteidigungsministerin macht sich ein Bild von der Lage in Afghanistan. Im Gepäck hat sie eine neue Strategie. Der Abzug ist gestoppt. Die Bundeswehr bleibt bis auf weiteres.

Masar-i-Scharif (dpa) - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist zu einem Truppenbesuch in Afghanistan eingetroffen, bei dem sie die Soldaten auf einen langfristigen Einsatz vorbereiten will.

"Die Grundbotschaft muss sein: Wir bleiben", sagte sie am Sonntag auf dem Flug nach Masar-i-Scharif, wo rund 1500 Soldaten aus 21 Ländern zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Armee stationiert sind - zum größten Teil Deutsche.

Die Nato hatte erst am vergangenen Dienstag nach langem Hin und Her abschließend entschieden, den Truppenabzug aus Afghanistan wegen der angespannten Sicherheitslage zu stoppen. Jetzt sollen 12 000 Soldaten im Land bleiben. Die Bundeswehr stockt ihre Truppe sogar von 850 auf bis zu 980 Soldaten auf. Ursprünglich war für 2016 eine deutliche Truppenreduzierung und der Rückzug in die Hauptstadt Kabul geplant.

"Die Unsicherheit über den Truppenabzug hat in den vergangenen Jahren unheimlich Vertrauen gekostet", sagte von der Leyen. "Ich bin froh, dass die Grundstimmung unter den Partnern sich ins Gegenteil verändert hat." Vor allem die USA hatten ursprünglich aufs Tempo gedrückt, was den Abzug angeht.

Möglicherweise wird der Afghanistan-Einsatz aber bald nicht mehr der größte der Bundeswehr sein. In den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien und im Irak können bis zu 1200 Soldaten geschickt werden. In Afghanistan haben die Soldaten seit Anfang des Jahres keinen Kampfauftrag mehr.

Die Truppenbesuche der Verteidigungsminister kurz vor Weihnachten haben Tradition. Von der Leyen will am Montag mit deutschen und afghanischen Soldaten sprechen, um sich über den Stand der Ausbildung zu informieren.

In der Unruheprovinz Kundus, in der die Bundeswehr viele Jahre für die Sicherheit zuständig war, ist die Situation weiterhin besorgniserregend. In einem vertraulichen Lagebericht für den Bundestag von Ende November heißt es, in den Stadtgebieten sei die Sicherheitslage zeitweise und auf dem Land sogar zum Großteil "überwiegend nicht kontrollierbar". Im September hatten die radikalislamischen Taliban sogar vorübergehend die Provinzhauptstadt Kundus erobert.

Die Gegenoffensive der afghanischen Streitkräfte hält an. Bei den Kämpfen sind nach afghanischen Angaben seit September 26 Soldaten der Regierungstruppen und 612 Aufständische getötet worden.

Künftig sollen Ausbilder der Nato wieder verstärkt direkt in Krisenregionen eingesetzt werden können. Zudem soll die Weitergabe von Aufklärungserkenntnissen an afghanische Sicherheitskräfte geprüft werden. So ließe sich möglicherweise verhindern, dass diese wie zuletzt in Kundus von Angriffen überrascht werden.

Bundeswehreinsatz in Afghanistan

Auswärtiges Amt zu Afghanistan

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