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Von der Leyen macht Putin für drohende Hungersnöte verantwortlich

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Nahaufnahme von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer Pressekonferenz
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen © IMAGO/Mateusz Wlodarczyk

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nennt den Umgang mit Lebensmitteln einen „Teil des Terrorarsenals des Kremls“. Mehr als 23 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten soll Russland in der Ukraine blockieren.

Straßburg - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Russlands Staatschef Wladimir Putin wegen des Kriegs in der Ukraine für drohende Hungersnöte auf der Welt verantwortlich gemacht. «Lebensmittel sind nun zu einem Teil des Terrorarsenals des Kremls geworden», sagte die deutsche Politikerin am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg. «Dies ist eine kalte, gefühllose und kalkulierte Belagerung durch Putin gegen einige der verletzlichsten Länder und Menschen der Welt.»

Allein in diesem Jahr dürften etwa 275 Millionen Menschen zumindest einem hohen Risiko an Ernährungsunsicherheit ausgesetzt sein, sagte von der Leyen. Diese Zahlen könnten angesichts der herrschenden Inflation schnell weiter außer Kontrolle geraten. «Diese Nahrungsmittelkrise wird durch Putins Angriffskrieg angeheizt.» Die Präsidentin der EU-Kommission warf Russland auch vor, Getreidelager in der Ukraine zu bombardieren.

Ähnlich äußerte sich EU-Ratschef Charles Michel: «Russland setzt Nahrungsmittel als Kriegswaffe ein, stiehlt Getreide, blockiert Häfen und verwandelt Ackerland in Schlachtfelder», sagte der Belgier vor dem EU-Parlament. Über 20 Millionen Tonnen Getreide seien in der Ukraine blockiert. An Länder, die von Lebensmittelkrisen betroffen sind, appellierte Michel, nicht der russischen Darstellung zu glauben. Moskau macht EU-Sanktionen für steigende Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten verantwortlich. Die EU weist dies zurück.

Ukraine: Mehr als 23 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten blockiert    

Wegen der Blockade von Schwarzmeer-Häfen durch Russland kann die Ukraine nach eigenen Angaben mehr als 23 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten nicht exportieren. Dies teilte Ministerpräsident Denys Schmyhal am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal mit. Trotz des seit mehr als drei Monaten dauernden russischen Angriffskriegs seien aber 75 Prozent der Vorjahresflächen bestellt worden. Das Landwirtschaftsministerium arbeite nun an der Einrichtung mobiler Silos, um die Lagerkapazitäten um zehn bis 15 Millionen Tonnen zu erhöhen.

Russland hatte die Ukraine Ende Februar überfallen. Seither blockiert es die für den Export wichtigen Häfen am Schwarzen Meer. Der Rückgang ukrainischer Agrarexporte hat in vielen Ländern zu steigenden Lebensmittelpreise geführt. Dem Agrarministerium zufolge wurden in den Kriegsmonaten März, April und Mai 51 Prozent der ukrainischen Agrarexporte mit der Bahn außer Landes gebracht, 37 Prozent über die ukrainischen Donauhäfen und 11 Prozent über die Straßen. (dpa)

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