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Von der Leyen fordert eine dringende Aufklärung der Giftattacke.

Bundesverteidigungsministerin fordert Aufklärung

Von der Leyen: Giftattacke auf Ex-Spion ist „schwere Gefährdung“

Nach der Giftattacke auf einen früheren Doppelagenten in Großbritannien hat Ursula von der Leyen Russland dringend aufgefordert, zur Aufklärung dieses Verbrechens beizutragen.

Mainz/London/Moskau - „Wir nehmen das sehr, sehr ernst“, sagte die Bundesverteidigungsministerin am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Sie erinnerte an das Attentat auf den Ex-Agenten Alexander Litwinenko: Russland habe 2006 einen Spion in Großbritannien mit radioaktivem Material getötet. 

„Russland muss seinen Teil zur Aufklärung beitragen“, verlangte die CDU-Politikerin. London wirft Moskau vor, für den Mord an dem Ex-Spion und dessen Tochter mit Nervengift in Südengland verantwortlich zu sein.

Westen fordert von Moskau Aufklärung des Giftanschlags

Von der Leyen zog eine Verbindung zum Engagement Russlands im Syrien-Krieg an der Seite des Präsidenten Baschar al-Assad: „Wir sehen, wie der Verbündete Assad Giftgas einsetzt. Russland ist der Verbündete von Assad. Deshalb ist es für Russland entscheidend aufzuklären, was dort geschehen ist.“ London wirft Moskau vor, für den Mordanschlag an dem Ex-Spion und dessen Tochter mit Nervengift in Südengland verantwortlich zu sein.

Lesen Sie dazu auch: Gift-Anschlag - May macht Putin Ansage und will WM boykottieren

Die Bundesverteidigungsministerin sagte: „Das ist eine schaurige Waffe, die dort eingesetzt worden ist.“ Das Attentat sei ein „schwerer Bruch aller internationaler Abkommen, was Chemiewaffen angeht“. Und weiter: „Es ist eine schwere Gefährdung von unendlich vielen Unschuldigen.“ Sie werde am Donnerstagnachmittag mit ihrem britischen Amtskollegen Gavin Williamson telefonieren, der ihr Hintergründe zur Tat aufzeigen wolle.

Großbritannien hat Strafmaßnahmen gegen Russland wegen der Giftattacke verhängt und unter anderem 23 russische Diplomaten zum Verlassen des Landes aufgefordert. Nun wird eine Reaktion Russlands erwartet.

dpa

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