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Ursula von der Leyen. 

Kritik am US-Präsident

Von der Leyen: Müssen nicht jedem Tweet von Trump hinterher hecheln

Berlin - Die Aufregung um Trumps Führungsstil ist in der deutschen Politik längst angekommen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen findet nun deutliche Worte der Kritik. 

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Politikstil von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. "Wir müssen uns davor hüten, aufgeregt hinter jedem neuen Tweet her zu hecheln, sonst werden unsere Reaktionen genauso sprunghaft", sagte von der Leyen der neuen Ausgabe des Magazins Stern.

Mit Blick auf die ersten vier Wochen unter Trump fügte die Ministerin hinzu: "Die Realität ist, dass uns Europäern niemand anders mehr die Probleme vor unserer Haustür wegräumt." Es sei "Zeit, dass wir das zur Kenntnis nehmen und uns kümmern".

Zugleich bekannte sich von der Leyen zu dem von den USA vehement geforderten Ziel, bis Mitte des kommenden Jahrzehnts zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Dies war 2014 auf dem Nato-Gipfel in Wales verabredet worden.

Von der Leyen kritisiert Sigmar Gabriel

"Wir Deutsche sind ja allgemein bekannt dafür, dass wir gern international darauf pochen, dass Regeln eingehalten werden", sagte die CDU-Politikerin. "Es würde doch niemand verstehen, dass ein Land, das wirtschaftlich so glänzend da steht wie Deutschland in diesem Fall sagt: Wir können es nicht schaffen."

Von der Leyen kritisierte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD). Dieser scheine vergessen zu haben, "dass er 2014 schon mit in der Regierung saß und dass damals der sozialdemokratische Außenminister diese Verpflichtung mit unterschrieben hat". Gabriel warnte in den Zeitungen derFunke-Mediengruppe vom Mittwoch vor "blindem Gehorsam" und plädierte dafür, bei der Erhöhung der Verteidigungsausgaben "mit Augenmaß" vorzugehen.

AFP

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