+
Ursula von der Leyen ist bereits zum fünften Mal in Afghanistan. 

Afghanistan

Von der Leyen ruft zu entschlossenem Kampf gegen den Terror auf

Masar-i-Scharif - In keinem anderen Land dauert der Kampf gegen islamistischen Terror so lange wie in Afghanistan. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. Ein Besuch von Ursula von der Leyen.

Nach dem Anschlag in Berlin hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Besuch in Afghanistan zum entschlossenen Kampf gegen den Terror aufgerufen. „Sie stehen dafür ein, dass wir uns nicht unterkriegen lassen vom Terror, dass wir uns wehren, gegen diejenigen, die die Menschen terrorisieren“, sagte sie am Donnerstag vor Soldaten auf einem Weihnachtsmarkt im Feldlager von Masar-i-Scharif.

Die ganze Weltgemeinschaft müsse entschieden gegen den Terror vorgehen, sei es in Europa, im Nahen Osten, in Afrika oder auch in Afghanistan, sagte von der Leyen. „Wir wissen, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich sind.“

„Es ist so viel erreicht worden“

Zu dem Anschlag in Berlin mit zwölf Toten hat sich die Terrororganisation Islamischer Staat bekannt. Es ist aber nicht sicher, ob der IS tatsächlich hinter der Bluttat steckt. Afghanistan wird vor allem von den radikalislamischen Taliban terrorisiert, der IS ist aber ebenfalls am Hindukusch aktiv.

Die Ministerin warnte erneut vor einem zu schnellen Abzug aus Afghanistan. In Afghanistan sei ein „langer Atem“ notwendig. „Es ist so viel erreicht worden. Das dürfen wir nicht dadurch gefährden, dass wir vorschnell abziehen.“

Die Bundeswehr ist seit 15 Jahren dort. Aus einem Kampfeinsatz ist inzwischen eine Ausbildungs- und Beratungsmission geworden. Von einst mehr als 5000 deutschen Soldaten sind nur noch rund 950 übrig, die meisten davon in Masar-i-Scharif.

Sicherheitslage in Afghanistan hat sich massiv verschlechtert

Trotzdem ist es immer noch der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Erst in der vergangenen Woche ist er vom Bundestag um ein weiteres Jahr verlängert worden. Den Kampf gegen den Terror unterstützt die Bundeswehr auch mit Einsätzen im Irak und Mali sowie „Tornado“-Aufklärungsflügen über Syrien.

Von der Leyen war zum fünften Mal innerhalb von drei Jahren in Afghanistan. Die Besuche der Verteidigungsminister kurz vor Weihnachten haben Tradition.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in diesem Jahr massiv verschlechtert. Im November wurde auch das erst 2013 eröffnete deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif von den Aufständischen angegriffen. Sechs Menschen wurden getötet, 128 verletzt. Das Auswärtige Amt entschied daraufhin, das Konsulat ins Feldlager zu verlegen.

Von der Leyen sieht trotzdem Erfolge im Kampf gegen die Taliban. „Die Taliban haben ihr Ziel in diesem Jahr nicht erreicht, nämlich eine größere Provinzhauptstadt einzunehmen.“

Währenddessen wurde der Weihnachtsmarkt in Berlin wieder eröffnet

Nach Anschlag: Berliner Weihnachtsmarkt wieder geöffnet

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trumps Minister blafft Greta Thunberg an - die kontert auf Twitter: „Man braucht keinen ...“
Der Konflikt geht weit über Twitter-Kritiken von Greta Thunberg und Donald Trump hinaus. In Davos wurden die Gräben in der internationalen Klimapolitik deutlich. 
Trumps Minister blafft Greta Thunberg an - die kontert auf Twitter: „Man braucht keinen ...“
„Das ist jetzt das Niveau albanischer Hütchenspieler“ - Lanz sorgt für Eklat im TV
Markus Lanz sorgt für einen Aufreger. Der Moderator vergleicht Andreas Scheuer (CSU) mit „albanischen Hütchenspielern“.
„Das ist jetzt das Niveau albanischer Hütchenspieler“ - Lanz sorgt für Eklat im TV
Bund rechnet mit hohen Kosten für Drohnenabwehr an Flughäfen
Berlin (dpa) - Die Verbesserung der Drohnenabwehr an deutschen Flughäfen dürfte nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums Millionen verschlingen.
Bund rechnet mit hohen Kosten für Drohnenabwehr an Flughäfen
Sarrazin will weiter gegen SPD-Ausschluss kämpfen
Berlin (dpa) - Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat bekräftigt, weiter gegen seinen Ausschluss aus der SPD kämpfen zu wollen. "Ich werde jetzt in …
Sarrazin will weiter gegen SPD-Ausschluss kämpfen

Kommentare