+
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen rüstet die Bundeswehr gegen Angriffe aus dem Internet auf.

Gegen Attacken auf Netze des Bundes

Von der Leyen stellt Cyber-Armee auf

Berlin - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen rüstet die Bundeswehr für Angriffe aus dem Internet. Sie kündigte am Dienstag an, innerhalb der nächsten fünf Jahre eine neue Abteilung "Cyber- und Informationsraum" aufzustellen.

13 500 Soldaten und zivile Mitarbeiter sollen der neuen Truppe angehören. Damit reagiert die CDU-Politikerin auf die zunehmenden Attacken auf die Netze des Bundes. Derzeit sind es rund 6500 pro Tag.

"Auch die Bundeswehr ist ein Hochwertziel für diejenigen, die ihr schaden wollen", sagte von der Leyen. Die Truppe müsse in der Lage sein, sich selber zu schützen und das Land zu verteidigen.

Die Bundeswehr mit ihren rund 177 000 Soldaten und 87 000 zivilen Mitarbeitern wird künftig in sechs Organisationsbereiche mit eigenen militärischen Chefs, so genannten Inspekteuren, aufgeteilt sein: Neben Heer, Marine und Luftwaffe gibt es jetzt schon den Sanitätsdienst und die Streitkräftebasis, die sich um Logistik kümmert. Jetzt kommt die Cyber-Truppe hinzu. Das Personal soll zu 90 Prozent aus der Streitkräftebasis rekrutiert werden. 

Der Schwerpunkt soll auf Verteidigung liegen. Die Bundeswehr übt allerdings schon seit vielen Jahren auch Cyber-Angriffe. Eine kleine, geheim agierende Einheit in Rheinbach bei Bonn mit derzeit rund 60 Soldaten ist dafür zuständig. Ein offensiver Einsatz dieser Einheit - etwa das Eindringen in das Datennetz eines Gegners - müsste aber vom Bundestag genehmigt werden, genauso wie Kampf- oder Stabilisierungseinsätze in Afghanistan oder Mali.

Um Personal für die Cyber-Armee zu rekrutieren, will von der Leyen bis 2018 einen Studiengang für 70 Studenten an der Bundeswehr-Universität in München einrichten. Zudem will sie mit einer groß angelegten Kampagne für das "Projekt digitale Kräfte" werben. Dafür sollen 3,6 Millionen Euro ausgegeben werden. Künftig will die Bundeswehr jährlich 800 Zivilisten und 700 Soldaten für den IT-Bereich anwerben.

Die neue Einheit soll die Informationsnetzwerke aber auch die Waffensysteme der Bundeswehr schützen, die digital gesteuert werden. Andere Länder wie die USA, Israel oder auch Estland sind in diesem Bereich schon viel weiter. Von der Leyen räumte den Rückstand ein und betonte, die Bundeswehr müsse nun schnell aufholen. "Entscheidend ist jetzt vor allem, Strecke zu machen", sagte sie.

dpa

Bundeswehr zu Cyber-Abwehr

Strategiepapier bei netzpolitik.org

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Live-Ticker zur Wahl: Le Pen und Macron haben bereits abgestimmt
Paris/München - Das französische Volk sucht heute ein neues Staatsoberhaupt und hat die Wahl zwischen elf Kandidaten im ersten Durchgang. Wir begleiten die …
Live-Ticker zur Wahl: Le Pen und Macron haben bereits abgestimmt
AfD zieht mit ungleichem Duo in Wahlkampf – Petry erlebt Demütigung
Köln - Die AfD hat ein Spitzenduo für den Bundestagswahlkampf gekürt. Die Vorsitzende Frauke Petry geht stark geschwächt aus dem Parteitag hervor. Der rechtsnationale …
AfD zieht mit ungleichem Duo in Wahlkampf – Petry erlebt Demütigung
Umfrage beweist: Trump ist der unpopulärste US-Präsident
Washington - Donald Trump geht als unpopulärster US-Präsident der modernen Geschichte in sein 100-Tage-Amtsjubiläum am Samstag. Doch seine Basis ist zufrieden mit ihm. …
Umfrage beweist: Trump ist der unpopulärste US-Präsident
Frankreich-Wahl: Das sagen die letzten Umfragen
München - Frankreich wählt am Sonntag den Nachfolger von François Hollande in einem ersten Wahlgang. Hier erfahren Sie, welches Ergebnis die Umfragen den elf Kandidaten …
Frankreich-Wahl: Das sagen die letzten Umfragen

Kommentare