+
Ursula von der Leyen (CDU) wird von Botschafter Franz Josef Kremp (l) und dem irakischen General Salah al-Din in Bagdad begrüßt.

Richtige Strategie der Bundesregierung

Von der Leyen: "IS ist geschlagen und zurückgedrängt"

Bagdad - Ausbildung, Ausrüstung und Aufbauhilfen - Deutschland engagiert sich im Irak im Kampf gegen den IS. Eine Erfolgsgeschichte, wie die Verteidigungsministerin findet.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen führt heute politische Gespräche in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Dabei wird es vor allem um den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehen.

Die Bundeswehr beteiligt sich daran im Nordirak mit der Ausbildung kurdischer Kämpfer und der Lieferung von Waffen und Ausrüstung. Außerdem unterstützen "Tornado"-Aufklärungsflugzeuge von der Türkei aus die Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak.

Die CDU-Politikerin wertet den bisherigen Kampf gegen den IS im Irak als Erfolg. "Inzwischen ist er doch empfindlich geschlagen und zurückgedrängt weitestgehend auf den Großraum Mossul", sagte von der Leyen auf dem Weg in die irakische Hauptstadt. Diese Entwicklung zeige, dass die Strategie der Bundesregierung richtig war, einheimische Kämpfer mit Waffen und Ausbildung zu unterstützen. 

Es sei auch "entscheidend" gewesen, unmittelbar nach der Rückeroberung der vom IS besetzten Gebiete mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Von der Leyen will nach ihren Gesprächen in Bagdad am Freitag die 140 im nordirakischen Erbil stationierten deutschen Soldaten besuchen. Die Bundeswehr hat dort seit Januar 2015 mehr als 10 000 Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Armee sowie zweier religiöser Minderheiten - Jesiden und Kakai - ausgebildet.

Von der Leyen betonte, dass die deutsche Unterstützung für den Kampf gegen den IS nicht auf die kurdischen Gebiete im Nordirak beschränkt sei. "Wir unterstützen den gesamten Irak", betonte sie. Die Bundesregierung hat auch militärische Ausrüstung an die Zentralregierung in Bagdad geliefert, aber keine Waffen.

Die irakischen Streitkräfte bereiten sich derzeit auf die Rückeroberung der Millionenstadt Mossul vor, die der IS vor zwei Jahren in seine Gewalt gebracht hat. Die Operation kann nach Schätzung von Experten Monate dauern und zur Flucht von hunderttausenden Menschen führen.

Der Besuch von der Leyens wurde aus Sicherheitsgründen bis zur Landung geheim gehalten. Die Ministerin traf mit einer Militärmaschine vom Typ Transall in Bagdad ein, die über ein Raketenabwehrsystem verfügt. In der irakischen Hauptstadt kommt es immer wieder zu Anschlägen. Erst vor wenigen Tagen starben bei einem Selbstmordattentat des IS auf ein Einkaufszentrum zehn Menschen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landtagswahl 2018 in Bayern im News-Blog: Binnen weniger Wochen muss die Regierung stehen
Landtagswahl 2018 in Bayern im News-Blog: Hier schreiben Mike Schier und Christian Deutschländer, die Landtags-Korrespondenten des Münchner Merkur.
Landtagswahl 2018 in Bayern im News-Blog: Binnen weniger Wochen muss die Regierung stehen
Neues Freihandelsabkommen zwischen USA und Südkorea
US-Präsident Donald Trump und Südkoreas Staatschef Moon Jae In haben am Montag in New York ein neues gemeinsames Freihandelsabkommen für beide Länder unterzeichnet.
Neues Freihandelsabkommen zwischen USA und Südkorea
Kremlkritiker Nawalny nach  Entlassung gleich wieder im Knast
Dritte Festnahme Nawalnys seit Mitte Juni: Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist am Montag sofort nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erneut …
Kremlkritiker Nawalny nach  Entlassung gleich wieder im Knast
Geht Trumps nächster Minister? - Treffen könnte Entscheidung bringen
Donald Trump hält an seinem Kandidaten für den Supreme Court der USA fest - trotz schwerer Vorwürfe. Derweil droht der nächste Minister seinen Posten zu verlieren. Der …
Geht Trumps nächster Minister? - Treffen könnte Entscheidung bringen

Kommentare