Von Storch ruft AfD zur Einigkeit auf - doch es gibt schon neue Querelen

In Oberfranken trifft sich am Dienstag die „Alternative Mitte“ der AfD. Spitzenpolitikerin Beatrix von Storch mahnte ihre Partei dort zur Einigkeit - doch es droht schon neuer Unfrieden.
Die AfD-Spitzenpolitikerin Beatrix von Storch hat ihre Partei zur Einigkeit aufgerufen. Es sei im Interesse der AfD, beide Strömungen einzubinden, sagte sie am Dienstag im oberfränkischen Tettau (Landkreis Kronach) beim ersten bundesweiten Treffen der AfD-Strömung „Alternative Mitte“, die sich für eine bürgerliche Positionierung der AfD einsetzt. Nationalkonservative und liberal-bürgerliche Kräfte müssten zusammenfinden, sagte die Partei-Vizechefin.
Den Austritt von Ex-Bundeschefin Frauke Petry und ihres Ehemanns Marcus Pretzell sieht von Storch nicht als Gefahr für die Stärke der AfD. Abspaltungen seien in der Frühphase einer Partei nicht ungewöhnlich. Jetzt gebe es bei der AfD den Austritt eines Ehepaars: „Das war's.“
Innerhalb der AfD heiße es nun: keiner gehe, alle bleiben. „Es gibt nur diese eine AfD.“ Von Storch betonte weiter: „Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in der AfD keinen Platz.“ Man müsse für die bürgerliche Mitte dauerhaft anschlussfähig bleiben, dazu könne die Strömung „Alternative Mitte“ einen großen Beitrag leisten.
Demonstration vor der Festhalle
Die ebenfalls als Rednerin in Tettau vorgesehene Bundestags-Fraktionschefin Alice Weidel ließ sich wegen einer Erkrankung entschuldigen. In einer E-Mail, die den mehr als 200 Teilnehmern des Treffens vorgelesen wurde, schrieb sie, die „Alternative Mitte“ sei ein wichtiger Pol der Vernunft in der Partei. Moderate Kräfte würden häufig zu schnell das Handtuch werfen. Sie sollten sich jedoch nicht entmutigen zu lassen.
Begleitet war die Veranstaltung von einer Gegendemonstration vor der Tettauer Festhalle. Etwa 80 bis 100 Menschen versammelten sich nach Polizeiangaben, um ihren Unmut über die AfD zu äußern. „Hass ist keine Alternative“, war auf Plakaten zu lesen. Mit Trillerpfeifen setzten die Teilnehmer ein lautstarkes Zeichen gegen die Partei. „Die Veranstaltung verläuft friedlich“, sagte Polizei-Einsatzleiter Markus Löffler.
Meuthen will Gauland und Weidel nicht als Parteichefs
Bei der AfD gibt es unterdessen Querelen um die Besetzung von Spitzenämtern. Parteichef Jörg Meuthen will verhindern, dass die Bundestagsfraktionschefs - Alice Weidel und Alexander Gauland oder einer von beiden - auch für eine Doppelspitze in der Partei kandidieren. Meuthen ist nach dem Rückzug von Frauke Petry zurzeit alleiniger Parteivorsitzender und Chef der Landtagsfraktion in Stuttgart.
Meuthen sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag): „Die Arbeit im Bundestag ist immens aufwendig. Wir haben viele gute Leute. Ich fände es grundsätzlich richtig, die vielen Aufgaben auf die vielen guten Leute zu verteilen.“ Für eine Trennung von Amt und Mandat „spräche Einiges“, er wolle sie aber nicht in der Satzung festschreiben.
Gauland plädierte am Montag dafür, das Amt der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung zu streichen.
dpa