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Sie verlassen das Parlament: Links Volker Beck, 56, Grüne. Rechts: Erika Steinbach, 74, fraktionslos.

Abschied aus dem Parlament

Vor der Bundestagswahl 2017: Diese bekannten Politiker hören auf

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Vor der Bundestagswahl 2017: Hier erfahren Sie, welche bekannten Politiker das Parlament verlassen. Und: Wer geht freiwillig, wer gezwungenermaßen?

München – Bundestagswahl, das bedeutet für Abgeordnete entweder Neukandidatur oder Abschiednehmen aus dem Parlament. Neben einigen Abgeordneten aus Bayern, über die wir separat berichten, wechseln weitere bekannte Gesichter in die Politik-Rente. Wer geht freiwillig, wer geht gezwungenermaßen? Ein Überblick.

  • Wolfgang Bosbach (65) ist einer der bekanntesten CDU-Politiker – weil er Klartext spricht, so oft er kann. Niemand tritt öfter in Fernseh-Talkshows auf als er. Dort kritisiert er immer wieder Parteichefin Angela Merkel heftig, etwa beim Thema Flüchtlingskrise und der Griechenland-Rettung. Bosbach, seit 1994 im Bundestag, sucht die öffentliche Bühne wohl auch, weil ihn Merkel nie zum Minister machte. Langsam macht er nie, trotz Krebserkrankung und Herzproblem. Als Abschiedsgrund gibt er unter anderem Merkels Politik an. Auftritte gibt’s aber weiterhin.
  • Kristina Schröder (40) war dagegen mal Ressortchefin und hört trotzdem auf. Die einstige Durchstarterin der CDU – Abgeordnete mit 25, Familienministerin mit 32 – hat genug vom Leben, Stress und Anfeindungen als Berufspolitikerin. „Wenn ich weiter meine Familie so selten sehe, werde ich das auf meinem Sterbebett bereuen“, sagte die zweifache Mutter dem „Spiegel“. Auch ihr Ehemann Ole Schröder (46) gibt sein Mandat nach 15 Jahren ab und will wieder als Rechtsanwalt arbeiten.

    Auch Ministerin Brigitte Zypries hört auf

  • Brigitte Zypries (63) hatte ihren Abschied schon lange angekündigt, da kehrte die SPD-Allzweckwaffe und Ex-Justizministerin im Januar überraschend nach ganz oben zurück und übernahm übergangsweise das Wirtschaftsressort von Sigmar Gabriel. Von Dauer ist der Karriere-Neustart der stillen Hessin aber nicht: Nach zwölf Jahren als Abgeordnete wolle sie Platz machen für die jüngere Generation.
  • Erika Steinbach (74) stand in der CDU schon immer am äußeren rechten Rand, im Januar knallte es. Aus Protest gegen die aus ihrer Sicht zu liberale CDU-Linie trat sie aus Fraktion und Partei aus. Jetzt wirbt Steinbach, seit 1990 mit Direktmandat, für die AfD. Eine Kandidatur gibt es aber nicht.
  • Hans-Christian Ströbele (78) fällt politisch in erster Linie als Individualist auf, als hartnäckiger Querdenker. Der Mitbegründer der Grünen hat deshalb einige Kritiker in der eigenen Partei, ist dafür aber bei den Wählern in Berlin äußerst beliebt: Ströbele ist der Einzige, der für die Grünen jemals ein Direktmandat gewann – und dann gleich viermal in Folge. Wegen des Alters tritt er nicht noch mal an.
  • Volker Beck (56) verabschiedet sich eher unfreiwillig, dafür aber mit einem Riesenerfolg. Der Grüne hatte nach einer Drogenaffäre keinen aussichtsreichen Listenplatz ergattert und kandidiert nun gar nicht mehr. Dafür feierte er nach 23 Jahren im Bundestag kräftig bei der Einführung der „Ehe für alle“. Beck hatte für die Gleichstellung vehement gekämpft und schlussendlich die entscheidende Dynamik ausgelöst.

Sebastian Dorn

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