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Auf den Schulz-Effekt : Wie 2014 (Bild) hat die Bayern-SPD wieder Martin Schulz (4. v. l.) in Vilshofen zu Gast. Inzwischen ist der zum Partei-Star aufgestiegen.

Verantstaltungen aller Parteien

Vor der Bundestagswahl: Politische A-Prominenz beim Aschermittwoch

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Der politische Aschermittwoch drohte zuletzt fast ein wenig zur Routine zu verkommen. Im Wahljahr ist vieles anders. Die Parteien schicken die erste Garde – und die SPD droht der CSU die Show zu stehlen.

CSU

Horst Seehofer ist kein Freund des politischen Aschermittwoch. Regelmäßig plagt er sich kurz vor dem bierseligen Auftritt mit einer schweren Erkältung, weshalb er den Hauptauftritt gerne an Edmund Stoiber abtrat. Es kam ihm vermutlich auch nicht völlig ungelegen, die Veranstaltung im Vorjahr nach der Zugtragödie in Bad Aibling komplett abzusagen. Diesmal aber muss der Parteichef ran, auch wenn das Format geändert wird – mit mehr Musik, kürzeren Reden und einem Moderator.

Moderat freilich geht es in der Drei-Länder-Halle eher selten zu. Neben Seehofer sollen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Partei-Vize Manfred Weber und erstmals auch Innenminister Joachim Herrmann sprechen. Man darf gespannt sein, wie sehr die vier Redner ihre Kanzlerkandidatin Angela Merkel loben – und vor allem: was das Publikum dazu sagt. 4100 Besucher passen nach offiziellen Angaben in die Halle, auch wenn die CSU in der Vergangenheit versucht hat, die Zahl ein wenig nach oben zu tricksen.

SPD

Der spannendere Auftritt am Aschermittwoch findet diesmal nicht in Passau, sondern in Vilshofen statt. Martin Schulz spricht vor 5000, in Worten: fünftausend, bayerischen Sozialdemokraten. Schon vor zwei Wochen konnte der Landesverband nur noch Absagen verschicken und musste bei 140 auch die Liste der Akkreditierungen für Journalisten schließen. So voll war es letztmals 2013, als sich die Genossen mit Christian Ude und Peer Steinbrück anschickten, die Regierungen in Land und Bund zu übernehmen. Das Ende ist bekannt.

Interessant: Diesmal spricht neben dem deutschen Heilsbringer Martin Schulz auch der österreichische Kanzler Christian Kern zu den Genossen, der mit seinem Job-Bonus für Österreicher für Wirbel sorgt. Schulz ist dagegen schon ein alter Hase beim Aschermittwoch. 2014 kam er. Das Zelt war kleiner, die Reihen licht und etliche Bierbänke komplett leer. Aber Schulz hielt schon damals eine Rede, die viele im Zelt begeisterte. Anzunehmen ist auch, dass die Bayern-SPD sich diesmal in Sachen Gastgeschenk gründlicher vorbereitet. 2014 überreichte sie dem trockenen Alkoholiker Schulz feierlich regionales Bier und einen Himbeergeist.

Grüne & FDP

Eigentlich darf man beide ja nicht in einem Atemzug nennen, aber die Voraussetzungen sind ähnlich. Für beide geht es am 24. September um alles – für die Grünen ums Regieren, für die FDP ums Überleben. Beide schicken ihre A-Prominenz nach Niederbayern. Bei den vom Schulz-Hype gebeutelten Grünen spricht in Landshut Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, die FDP in Dingolfing freut sich auf Christian Lindner. Und siehe da: Auch die ehemalige Landeschefin und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat wieder einen prominenten Auftritt.

AfD

Aschermittwoch ist der Tag der derben Rede und der Provokation. Wie weit die ohnehin oft provokant auftretende AfD an diesem Tag geht, ist eine der spannenden Fragen. Das Rednertableau lässt Rhetorik nahe der Schmerzgrenze vermuten. Neben der Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Landeschef Petr Bystron tritt der Chef der österreichischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, in Osterhofen auf. Mit Österreichs Rechtspopulisten hatte die AfD schon im vergangenen Jahr eine „Blaue Allianz“ ausgerufen. Petry und Strache hatten ihr Bündnis sogar öffentlichkeitswirksam mit Weißbier auf der Zugspitze begossen.

Andere

Es erstaunt immer wieder, wer alles den politischen Aschermittwoch zelebriert. In Atting trifft sich „Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer“. Die Piraten in Straubing bieten ganz im Sinne der Schwarmintelligenz gleich elf Redner auf. Bei der Linken in Passau spricht immerhin Parteichefin Katja Kipping. Und Hauptredner bei den Freien Wählern in Deggendorf ist natürlich der Bundesvorsitzende, Landesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende in Personalunion: Hubert Aiwanger.

Hier geht es direkt zu unserem Live-Ticker vom politischen Aschermittwoch.

Mike Schier und Til Huber

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