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SPD-Chef Martin Schulz: In einer Umfrage kommt seine Partei jetzt nicht mal mehr auf 20 Prozent.

Neue Zahlen zum Jahreswechsel

Vor den Sondierungen: Umfrage-Schock für die SPD

Ist die Angst der SPD vor einer GroKo berechtigt? Vor dem Beginn der Sondierungsgespräche mit der Union sind die Sozialdemokraten  in einer Umfrage unter die 20-Prozent-Marke gerutscht.

Berlin - Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Sozialdemokraten laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Forsa-Instituts RTL und n-tv nur auf 19 Prozent - ein Minus von einem Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche. Die Union legt um einen Zähler auf 34 Prozent zu.

Die Grünen kommen in der Umfrage auf zwölf Prozent, ebenso wie die AfD. Die Linke steht bei zehn Prozent, die FDP bei acht Prozent. Fünf Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt demnach bei 21 Prozent.

Bei der Kanzlerpräferenz liegt Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) auch zum Jahresende weit vor SPD-Chef Martin Schulz. Wenn die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich der Forsa-Umfrage zufolge 47 Prozent für Merkel entscheiden (Vorwoche: 48 Prozent). Nur 19 Prozent würden Schulz wählen (Vorwoche: 21 Prozent). Keinen von beiden wünschen sich 34 Prozent der Bundesbürger.

Forsa-Chef: „Schulz ist der Verlierer des Jahres"

"Martin Schulz ist der Verlierer des Jahres", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Nach seiner Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten im Februar 2017 habe sein Wert bei der Kanzlerpräferenz bei 37 Prozent gelegen und sei dann im Jahresverlauf um 18 Prozentpunkte abgesackt. Merkels Präferenzwert sei im gleichen Zeitraum um neun Prozentpunkte angestiegen.

Die SPD hatte bei der Bundestagswahl im September mit 20,5 Prozent das schlechteste Ergebnis seit Gründung der Bundesrepublik eingefahren. Als Konsequenz kündigte die Partei zunächst den Gang in die Opposition an, vollzog nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen von Union, FDP und Grünen aber eine Kehrtwende und erklärte sich zu "ergebnisoffenen" Gesprächen mit CDU/CSU bereit. Die Sondierungen über eine mögliche Regierungsbildung beginnen am 7. Januar.

Laut RTL/n-tv-Trendbarometer billigen die Deutschen zum Jahresende die größte politische Kompetenz mit 28 Prozent den Unionsparteien zu. Nur acht Prozent entscheiden sich in dieser Frage demnach für die SPD. Während 14 Prozent der Befragten eine andere Partei für fähig halten, die Probleme im Land zu bewältigen, sind 50 Prozent überzeugt, dass keine Partei hinreichend kompetent sei.

Für das RTL/n-tv-Trendbarometer befragte Forsa vom 18. bis 22. Dezember 2504 Wähler. Der Fehlerbereich liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten, die Werte können also entsprechend nach oben oder unten abweichen.

Lesen Sie auch: Gewinner, Verlierer und andere politische Schicksale des Jahres 2017

afp

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