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47 Wachpolizisten unterstützen die sächsische Polizei. Ein nachahmenswertes Modell?

Ablehnung für de Maizières Plan

Wachpolizei: Bayern will keine "Hilfs-Sheriffs"

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München - Bundesinnenminister Thomas de Maizière will sogenannte Wachpolizisten zur Einbrecherjagd einsetzen. Doch es hagelt Kritik.

Stocksauer ist Herman Benker von der Deutschen Polizeigewerkschaft: „Wir sind es ja gewohnt, dass von der Politik jede Woche eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird“, schimpft er, „aber das ist das Aberwitzigste, was ich jemals gehört habe.“ Grund für Benkers schlechte Laune: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will mit bewaffneten Hilfspolizisten auf Einbrecherjagd gehen, sagte er am Donnerstag in der „Rheinischen Post“.

In Sachsen gibt es dieses Modell bereits: Seit diesem Jahr versehen 47 sogenannte Wachpolizisten in Dresden und Leipzig ihren Dienst. Künftig sollen es 550 werden, mit auf zwei Jahre befristetem Vertrag. Nach einer dreimonatigen Ausbildung werden die Wachpolizisten mit Handschellen, Schlagstock und Pistole ausgestattet. So bewachen sie derzeit vor allem Flüchtlingsunterkünfte. Die bisherigen Erfahrungen seien gut, sagt ein Sprecher der sächsischen Polizei.

"Zukunftsweisendes Modell“

De Maizière sieht darin ein „zukunftsweisendes Modell“ für alle Bundesländer – und denkt das Konzept weiter: Die Hilfspolizisten könnten „als Wachen in besonders belasteten Vierteln eingesetzt werden“. Damit will der CDU-Politiker die bundesweit kontinuierlich steigenden Einbruchszahlen bekämpfen.

Für seinen Vorschlag bekommt de Maizière allerdings heftigen Gegenwind: Polizeigewerkschaftssprecher Benker warnt davor, „hunderte Billig-Polizisten“ zu rekrutieren. Das sächsische Modell sei wegen Zeit- und Geldmangels in der Flüchtlingskrise „aus der Not geboren“. In einem Flächenstaat wie Bayern verteilten sich die Tatorte zu weit. Viel wirksamer für die Einbruchsbekämpfung seien intelligente Konzepte gegen grenzübergreifende Bandenkriminalität und mehr reguläre Polizistenstellen.

"So etwas tun nur Länder, die ihre Polizei nicht im Griff haben“

Scharfe Kritik am Vorschlag de Mazières kommt sogar aus der Union: Florian Herrmann (CSU), Vorsitzender im Innenausschuss des Landtags: „Es ist undenkbar, dass der Staat sein Gewaltmonopol an halbausgebildete Hilfs-Sherifs abgibt.“ Ein dreimonatiger Crashkurs mache noch keinen Polizisten: „Denen gibt man keine Uniform und schon gar keine Waffe, dafür ist die Polizeiarbeit viel zu anspruchsvoll. So etwas tun nur Länder, die ihre Polizei nicht im Griff haben.“

In Bayern setzt man auf ein anderes Konzept: In 126 Städten und Gemeinden engagieren sich Bürger bereits in sogenannten Sicherheitswachten. Mit diesen ehrenamtlichen Helfern hat die Polizei gemischte Erfahrungen gemacht. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim hat schon in mehreren Kommunen Bürger für die Sicherheitswacht ausgebildet. Polizeipräsident Robert Kopp kann sich vorstellen, das Programm auszuweiten. „Das sind quasi wandelnde Notrufsäulen, die das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern“, so Kopp.

Dachauer Polizeichef findet die Idee gut

Kritisch äußert sich dagegen ein Sprecher der Polizeiinspektion Dachau über den Einsatzwillen der ehrenamtlichen Helfer: „Diese Kräfte fangen mit viel Eifer an, reduzieren dann aber ihre Einsatzzeiten stark. Und wenn es beispielsweise bei Veranstaltungen an Wochenenden brennt, stehen sie nicht zur Verfügung.“ Der Dachauer Polizeichef Thomas Rauscher findet die Idee einer Wachpolizei aber prinzipiell gut. Die bewaffneten Hilfskräfte könnten den Bürgern der größeren Städte des Landkreises Dachau „ein Sicherheitsgefühl geben“, gerade im Sommer, wenn es häufig zu „Alkoholgelagen“ komme.

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