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US-Präsident Donald Trump auf dem Weg zu seinem Hubschrauber. Die Sorgen in seinem Umfeld wachsen dramatisch.

Lebhaftes Personalkarussell

Schleudersitze: Das Wackelkabinett von US-Präsident Trump

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Das Weiße Haus hat Drehtüren: Nach dem „Rexit“ von Außenminister Tillerson will Trump weiter mit aus seiner Sicht „illoyalen“ Mitarbeitern aufräumen. Mehrere Minister wackeln.

Washington Er werde nur die „klügsten und besten“ Köpfe im Weißen Haus einstellen, hatte US-Präsident Donald Trump kurz nach seinem Wahlsieg versprochen. Seitdem haben fast 50 dieser angeblich so hochrangigen Persönlichkeiten, so rechnete jetzt CNN vor, wieder die Regierungszentrale verlassen. Freiwillig, unter Druck oder ohne Zeremonie vom Chef gefeuert – wie am Dienstagmorgen Außenminister Rex Tillerson, der nach dem Aufstehen durch Twitter davon erfuhr, dass er im Kabinett nicht mehr erwünscht ist.

Immer mehr ähnelt das Weiße Haus einem Gebäude mit Drehtüren, in dem der Präsident wie einst in seiner TV-Realityshow agiert und den Spruch „Sie sind gefeuert!“ zum politischen Tagesgeschäft gemacht hat. War letzte Woche erst Chef-Wirtschaftsberater Gary Cohn das Opfer, weil er Trump beim Thema Strafzölle widersprochen hatte, so war der Abgang von Tillerson lange absehbar. Und geht es nach gewöhnlich gut informierten Medien wie der „Washington Post“ und der „New York Times“, denen frustrierte Angestellte aus dem Weißen Haus weiter fleißig Indiskretionen zustecken, sind weitere spektakuläre Entlassungen nur eine Frage von Wochen.

Sicherheitsberater H.R. McMaster soll mit Trump seit längerem überkreuz liegen, weil er dem Präsidenten abgewöhnen will, Sicherheits- und Außenpolitik ohne Rücksprache von der Bettkante aus über Twitter zu betreiben. Doch Trump will sich da nicht beschränken lassen. Auch Ex-General John Kelly, der mit militärischer Präzision Ordnung in das offensichtliche Chaos in der Regierungszentrale bringen sollte, scheint in Ungnade gefallen zu sein. Trump sucht Berichten zufolge durch die wenigen ihm verbliebenen Vertraute diskret nach einem Ersatz – auch, weil es Kelly gewagt haben soll, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner die höchste Sicherheitszulassung zu entziehen.

Ein Zeugnis der miesen Stimmung innerhalb der US-Regierung

Auch der Minister für Veteranenangelegenheiten, David Shulkin, gilt als angezählt. Er war das einzige Kabinettsmitglied, das Trump von Barack Obama übernommen hatte, und soll sich bei zahlreichen Themen den Wünschen Trumps aktiv widersetzt haben. Im Ministerium gilt er mittlerweile als isoliert. Auch half nicht, dass Shulkin unmittelbar nach einem Treffen mit Trumps Stabschef Kelly am 5. März Details des vertraulichen Gesprächs offen gegenüber Reportern ausplauderte. Energieminister Rick Perry wird als Nachfolger gehandelt.

Wie mies die Stimmung innerhalb der Regierung derzeit ist, das verriet auch ein Detail der Tillerson-Entlassung, der letztes Jahr Trump intern einen „verfi...ten Trottel“ genannt hatte. Tillerson lobte am Dienstag die Beamten des Außenministeriums, aber erwähnte Trump mit keinem einzigen Wort.

Der Tillerson-Rauswurf überschattete auch eine pikante Personalie aus Trumps engster Umgebung. Am Dienstag musste der persönliche Präsidentenassistent John McEntee seinen Job verlassen und wurde vom Secret Service vom Gelände geführt. Seine Sicherheitsüberprüfung soll ergeben haben, dass McEntee durch eine Online-Spielsucht hoch verschuldet ist und auch Steuern nicht bezahlt haben soll. Deshalb wurde ihm die Sicherheitszulassung durch das FBI verweigert. Immerhin konnte er aber schon 14 Monate im Weißen Haus arbeiten, bis die Unregelmäßigkeiten aufflogen. Doch im Gegensatz zu anderen Gefeuerten ließ Trump ihn nicht tief fallen. Am gleichen Tag gab der Präsident ihm einen Job in dem nicht direkt mit der Regierung verbundenen Komitee, das Trumps Wiederwahl im Jahr 2020 sichern soll.

Friedemann Diederichs

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