Laschet auf der Überholspur

Baerbock kassiert Umfrage-Rückschlag: Werte auf Talfahrt

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Das Vertrauen der Bevölkerung in die Grünen schrumpft weiter, wenn es nach einer aktuellen Umfrage geht. Dazu ergibt sich ein Bild im Hinblick auf die Merkel-Nachfolge.

Berlin/München - Wenige Monate vor der Bundestagswahl gelingt es der Union, trotz diverser Querelen in der Corona-Krise in der Wählergunst der Bevölkerung zuzulegen. Das ist das Resultat der jüngsten Umfrage im Rahmen des „RTL/ntv-Trendbarometers“.

In der Woche zuvor gelang dem Gespann CDU/CSU die Übernahme der Spitzenposition, aus dem knappen Vorsprung von einem Prozentpunkt sind nunmehr fünf Prozentpunkte geworden: Demnach haben angeblich 27 Prozent von 2501 Befragten für die Christdemokraten gestimmt, was einen Zuwachs von zwei Prozent bedeutet.

Bundestagswahl 2021: Union legt in Umfrage zu - Trend der Grünen setzt sich fort

Nachdem der bundesweite Höhenflug der Grünen in den Wählerumfragen unlängst beendet wurde, hat die Partei um Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zwei Prozentpunkte verloren und rutschte auf 22 Prozent ab. Wenige Tage zuvor kam die Bild in einer Umfrage zur Bundestagswahl auf ein ähnliches Ergebnis. Jedoch schnitten die Grünen hier noch schlechter ab:

Auf den hinteren Plätzen der aktuellen Umfrage rangieren unverändert die SPD und die FDP, beide Parteien weisen den gleichen Wert wie in der Vorwoche auf (14 Prozent). Es folgen die AfD mit 9 Prozent sowie die Linke mit 6 Prozent. Für eine der sonstigen, kleineren Parteien würden sich demnach 8 Prozent entscheiden.

Zur besseren Übersicht eine tabellarische Auflistung der Umfragewerte (Quelle: RTL/ntv-„Trendbarometer“):

ParteiDeutschlandweites Umfrageergebnis
CDU/CSU27 Prozent
Grüne22 Prozent
SPD14 Prozent
FDP14 Prozent
AfD9 Prozent
Linke6 Prozent
Sonstige8 Prozent

Von nicht geringerer Bedeutung ist die Zahl der Nichtwähler - denn sie stellt nach wie vor die eigentlich zweitstärkste Kraft in Deutschland dar: 24 Prozent aller befragten Personen - also insgesamt knapp ein Viertel - sind offenbar so politikverdrossen, dass sie Stand jetzt im Herbst 2021 gar nicht wählen möchten.

Ein wesentlicher Grund für den Aufschwung der Union könnte unterdessen ein weiterer Bestandteil der Umfrage von RTL bzw. ntv sein: Die Zahl der Befragten, die sich mit Blick auf ihre wirtschaftliche Zukunft pessimistisch zeigen, ist gesunken: von 56 Prozent inmitten der zweiten Corona-Welle auf 45 Prozent im Juni 2021. Es liegt die Vermutung nahe, dass finanzielle Unterstützung sowie die jüngsten Lockerungen der Bundesregierung hierbei eine Rolle spielen.

Wer wird Bundeskanzler? Bevölkerung zweifelt an allen drei Kandidaten

Auch zur Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel holte sich die jüngste Umfrage Meinungen ein: Sie zeigen, dass offenbar ein Großteil der Bevölkerung unzufrieden mit allen drei Kandidaten für die Nachfolge ist: 43 Prozent der Befragten würden keinem der Anwärter ihre Stimme geben. (Mutmaßlich) aufgrund des Trubels um ihren geschönten Lebenslauf fiel Baerbock (Grüne) um drei Prozentpunkte auf 21 Prozent - kurz nach ihrer Ernennung stand dieser Wert noch bei 32.

Beinahe gleichgezogen hat Armin Laschet von der CDU, er liegt laut Umfrage bei 20 Prozent. Etwas aufgeholt hat dagegen Olaf Scholz von der SPD, der Sozialdemokrat erhielt 16 Prozent, eine Steigerung um zwei Prozent. (PF)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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