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Geschlossen in den Bundestagswahlkampf: Theo Waigel in München.

Wählerinitiative für die Kanzlerin

Theo Waigel gründet Merkel-Fanclub

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Eine Initiative für Angela Merkel, organisiert von prominenten Vertretern der CSU? Theo Waigels Plan dürfte in der Partei nicht nur Befürworter finden. Aber es ist dem Ehrenvorsitzenden ernst mit seinem Anliegen.

München - Vielleicht hilft ja ein Witz. „Wir sind alle geschäftsfähig“, betont der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel (78) gleich zu Beginn dieses durchaus ungewöhnlichen Termins. Zusammen mit altgedienten Parteikollegen wie Erwin Huber und Alois Glück stellt Waigel am Donnerstag seine „Wählerinitiative für Angela Merkel“ vor. Und Waigel ist es mit seinem eingangs platzierten Späßchen sehr ernst. Denn „geschäftsfähig“ heißt übersetzt: Wir spinnen nicht. Wir sind auch nicht senil.

Breite Unterstützung also für die amtierende Bundeskanzlerin, auch und gerade aus der CSU. Darum geht es Waigel und seinen Mitstreitern. Auch wenn die vergangenen Monate ein gutes Stück Brisanz aus der Sache genommen haben. Denn als die Idee im Kopf des früheren Bundesfinanzministers reifte, war die jüngste Siegesserie Merkel-naher Kandidaten bei Landtagswahlen kaum zu erahnen. Und knapp vierzig Prozent der CSU-Anhänger sprachen sich gegen eine erneute Kanzlerkandidatur Merkels aus. Geschwisterliebe? Bestenfalls Zweckgemeinschaft.

„Die Kanzlerin ist ein ruhender Pol in einer instabilen Welt“

Ein paar Monate her, wie gesagt. Aber Waigel wollte seine Idee nach den für die Union zuletzt erfreulichen Entwicklungen auch nicht einfach wieder beerdigen. Die Gründe für ihr Engagement benennen alle Beteiligten ähnlich. „Die Kanzlerin ist ein ruhender Pol in einer instabilen Welt“, sagt Waigel. Ex-Parteichef Huber assistiert: „Aus meiner Sicht verkörpert Merkel weltweit ein positives Bild von unserem Land.“

Übertroffen werden sie an diesem Tag ein paar Kilometer weiter noch von Parteichef Horst Seehofer. Er gibt im Landtag zu Waigels Initiative zwei Dinge zu Protokoll. Erstens: „Ich brauche da nicht beitreten, ich marschiere ja meilenweit voraus.“ Zweitens: „Die drei Wahlen waren die beste Bestätigung. Wenn wir den Skeptikern Anfang des Jahres gefolgt wären, stünden wir jetzt total im Abseits.“ Loriot hätte seine helle Freude. Denn Seehofer war ja lange der größte aller Skeptiker.

Wieso beitreten? Er marschiere vorweg. Sagt Horst Seehofer.

Auch Waigel betont, dass Seehofer von Anfang an über seine Pläne informiert und „sofort einverstanden“ gewesen sei. Die CSU-Landesleitung helfe auch beim Aufbau einer Webseite. Und ohnehin sagt Waigel: Er sehe keinen Punkt, wo Merkel überzeugte Standpunkte der Union aufgegeben habe.

Die reine, in Parteiform gegossene Nächstenliebe also? Nicht ganz. Denn auch wenn sich der öffentlich ausgetragene Streit zwischen CSU und CDU synchron zum Rückgang der Flüchtlingszahlen beruhigt hat: Noch immer sind die Szenen dieses Konflikts vielen Wählern in Erinnerung. Seehofers Schulmädchen-Schelte für Merkel auf der Bühne des Münchner Parteitags 2015. Sein umstrittenes Zitat über die „Herrschaft des Unrechts“, inklusive angedrohter Verfassungsklage gegen den eigenen Regierungspartner. Die ausgiebigen Zankereien um die „Obergrenze“.

Waigel und die anderen reagieren auf Fragen dazu ziemlich knapp. Konträre Ansichten gehörten nun mal zur Geschichte der Union. Früher ging es noch viel mehr zur Sache. Franz Josef Strauß. Helmut Kohl. Je drängender die Nachfragen, desto mehr wird die Vergangenheit bemüht.

Also zurück zur Zielgruppe der bayerischen Pro-Merkel-Initiative. Zum einen geht es darum, Merkel-Skeptiker in der CSU zu überzeugen, ihr Kreuzchen weiter bei den Christsozialen zu machen. Zum zweiten geht es um Menschen mit dem gegenteiligen Problem – hier lebende Merkel-Unterstützer, die mit der CSU hadern. Konkrete Aktionen sind allerdings erst mal nicht geplant. Man werde „ein, zwei Anzeigen“ schalten und ansonsten die üblichen Wahlkampfauftritte absolvieren, erklärt Waigel.

Vielleicht braucht es ja wirklich nicht mehr. Parteichef Seehofer beteuert jedenfalls: Die skeptische Haltung gegenüber der Kanzlerin in der CSU-Anhängerschaft sei „weitgehend verschwunden.“

Lesen Sie auch: Seehofer beharrt auf „Obergrenze“ für Flüchtlinge

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