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Rostige AKs und Plastikbeutel: Video soll zeigen, wie Russland neue Rekruten ausstattet

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Fehler bei der Teilmobilisierung sind derzeit nicht Putins einziges Problem. Ein Video soll zeigen, dass neue Rekruten rostige Maschinengewehre erhalten. Ziehen sie damit in den Kampf?

Moskau - Wenige Tage nach der Teilmobilmachung im Ukraine-Krieg mehrte sich sogar von offiziellen Stellen in Russland Kritik. Doch selbst wenn es Kremlchef Wladimir Putin gelingen sollte, genug russische Streitkräfte aufs Schlachtfeld zu bringen, könnten Waffen fehlen. Darauf weist ein Video hin, das zeigt, welches Material die neuen Soldaten offenbar ausgehändigt bekommen.

Rostige Kalaschnikows und Plastikbeutel: Ziehen die neuen Rekruten so in den Krieg?

Teilmobilisierung in Russland: Russische Soldaten bereiten sich auf ihren Eintritt in die Volksmiliz der selbsternannten pro-russischen Volksrepublik Luhansk vor.
Teilmobilisierung in Russland: Russische Soldaten bereiten sich auf ihren Eintritt in die Volksmiliz der selbsternannten pro-russischen Volksrepublik Luhansk vor. © Stanislav Krasilnikov/imago

Westliche Militärexperten sehen die Erfolgschancen der Teilmobilisierung kritisch. Die US-Kriegsforscher des Insitute for the Study of War (ISW) etwa stellten fest, dass Russland Männer rekrutiere, die den vom Kreml festgelegten Kriterien nicht entsprächen. Moskau selbst gab am Montag erstmals „Fehler“ zu. „In der Tat gab es Fälle, in denen gegen das Dekret verstoßen wurde“, räumte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow ein. In sozialen Netzwerken war zuvor bereits von Fällen berichtet worden, in denen Männer ohne Kampferfahrung eingezogen wurden - oder russische Reservisten direkt nach ihrer Einberufung an die Front mussten. Die mangelnde Ausbildung der russischen Soldaten mache nun hohe Verluste beim Überfall auf die Ukraine wahrscheinlich, schrieb der britische Geheimdienst dazu am Montag auf Twitter. Doch das ist offenbar nicht Putins einziges Problem.

Der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Herashchenko, teilte am Samstag ein Video auf Twitter, das die schlechte Ausrüstung der russischen Armee zeigen soll. Demzufolge bekommen die neuen Soldaten teils rostige Waffen und Plastiktüten ausgehändigt. Gesagt werde ihnen, dies sei für das „Gedächtnis der Hände“, schrieb der Berater auf Twitter und spielte damit wohl auf das Muskelgedächtnis an. Dementsprechend könnte es sich bei den rostigen AK-47 nur um „Platzhalter“ für die Zeit der Ausbildung handeln. Herashchenko gibt zu verstehen, dass er dies nicht glaube. „Ich nehme an, dass sie damit angreifen werden“, so der ukrainische Berater. Unabhängig überprüfen ließ sich dies jedoch nicht.

Gibt es genug Waffen für die 300.000 mobilisierten Reservisten?

In einem weiteren vom ukrainischen Berater Herashchenko geteilten Video ist zu sehen, wie russische Soldaten alte sowjetische Panzer aus einem Lager holen - offenbar die rund 50 Jahre alten T-62-Modelle. „Die T-62 sind mit Sicherheit besonders anfällig für Panzerabwehrwaffen und ihre Anwesenheit auf dem Schlachtfeld verdeutlicht Russlands Mangel an moderner, kampffähiger Ausrüstung“, schrieb das britische Verteidigungsministerium bereits im Mai zu diesem Modell. Putins Armee ist offenbar geschwächt. Seit dem Beginn des Krieges hat die Ukraine laut Angaben des eigenen Generalstabs 260 russische Flugzeuge zerstört, zudem 2290 Panzer, 224 Helikopter, 4857 gepanzerte Mannschaftstransportwagen, 1369 Artillerieeinheiten und 970 unbemannte Drohnen. Die Kriegsforscher des ISW teilten Anfang dieser Woche mit, Russland habe durch die Gegenoffensive der Ukraine in einigen Einheiten 50 bis 90 Prozent seiner Stärke und viele Panzer verloren.

300.000 Männer sollen nun angesichts der Niederlagen der russischen Armee in der Ukraine mobilisiert werden - etwa so viele wie derzeit bereits auf den Schlachtfeldern auf russischer Seite kämpfen. Sie alle brauchen Waffen. „Das russische Militär ist derzeit nicht in der Lage, 300.000 Reservisten schnell und effektiv einzusetzen“, sagte Europa- und Eurasienexperte Alex Lord dem US-Sender CNN am Donnerstag. Moskau habe bereits jetzt Schwierigkeiten, seine Streitkräfte in der Ukraine effektiv auszurüsten, nachdem es erhebliche Verluste erlitten hatte, so der Experte weiter. Zuletzt kaufte Putin offenbar Munition aus dem Iran und Nordkorea ein, auch iranische Kampfdrohnen sollen an Russland gegangen sein. Experten warnen, dass es für den Westen besonders dann gefährlich werden könnte, wenn es schlecht für den Kremlchef läuft.

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