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Waffenlieferungen in der Kritik: Experten bewerten Nutzen für Ukraine – „Absolut zentral“

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Von: Franziska Schwarz

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Ukraine-Krieg
Ein Himars-Mehrfachraketenwerfer in der Region Saporischschja im Einsatz (Archivbild). © Cover-Images / Imago Images

Kann sich die Ukraine mit westlichem Kriegsgerät wirklich besser gegen den Aggressor Russland verteidigen? Militärexperten ziehen eine Zwischenbilanz.

München - Sind Waffenlieferungen der richtige Weg aus dem Ukraine-Krieg? Die Ampel-Koalition und weite Teile der Regierungen der westlichen Welt glauben fest an diese Form der Solidarität im russischen Angriffskrieg. Doch Kritiker äußern immer wieder auch lautstark Zweifel: Zuletzt war es die SPD-Linke, die öffentlich warnte – und Kanzler Olaf Scholz (SPD) musste sich auch beim jüngsten Bürgergespräch gegen Kritik an den deutschen Waffenlieferungen verteidigen.

Experten sehen die Lage durchaus differenziert – sehen aber einen unstrittigen „Effekt“ der Waffenlieferungen. „Es gibt keine Wunderwaffe,“ zitiert die britische BBC den US-Generalstabschef Mark Milley zu dem Thema. Was die aktuelle militärische Lage im Ukraine-Krieg angeht, sind die Angaben beider Seiten ohnehin kaum zu überprüfen. Bekannt ist aber, welches Kriegsgerät unter anderem zum Einsatz kommt:

Effekt der Waffenlieferungen an die Ukraine: „Gibt keine Superwaffe“

Waffen an Kiew im Ukraine-Krieg: „Der Effekt war unmittelbar“

Mehrere Beobachter sind sich sicher, dass diese Waffen bislang eine Schlüsselrolle im Ukraine-Konflikt gespielt haben. „Der Effekt war unmittelbar“, schrieb etwa das European Council on Foreign Relations (ECFR) im Juli. Das ECFR ist eine Denkfabrik, das Analysen zu Themen europäischer Außenpolitik erstellt. Die Ukraine habe mithilfe der gelieferten westlichen Waffen die russische Armee von Kremlchef Wladimir Putin stark bremsen können, hieß es. Zuvor hätten die ukrainischen Soldaten nur Artillerie zur Verfügung gehabt, die höchstens 40 Kilometer überbrücken konnte.

Panzerabwehrwaffen im Ukraine-Krieg: „Absolut zentral“

Zwar spielte diese Artillerie trotzdem eine große Rolle. Der Spiegel zitiert hierzu aus einem Bericht des Royal United Services Institute for Defence and Security Studies (RUSI), einem unabhängigen Forschungsinstitut in London. Sie war demnach natürlich hilfreich - doch erst Panzerabwehrraketen wie Javelin oder NLAW hätten die russische Panzer stoppen können, um dann mit der Artillerie zuzuschlagen.

Lange vor Beginn der russischen Invasion war die ukrainische Armee mit diesen westlichen Waffen ausgestattet worden, wie der Spiegel schreibt. Der Vorteil der Javelins: Die Kämpfer können sie wegen ihrer kleinen Größe auch wie eine Panzerfaust von der Schulter abschießen.

Tausende Javelins sowie NLAWs stehen dem ukrainischen Militär offenbar zur Verfügung. „NLAWs waren in den Anfangstagen des Krieges absolut zentral, um die russischen Truppen zu stoppen“, sagte RUSI-Wissenschaftler Justin Bronk laut der BBC.

Himars-Raketenwerfer im Ukraine-Krieg für Putin-Truppen ein Problem

Den mußmaßlich größten Effekt in den Kämpfen hatten aber bisher die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars. Ein Beispiel: Die einzige Straßenbrücke über den Dnipro in Cherson hat die ukrainische Seite im Juli mit Himars stark beschädigt. Die gut 1,3 Kilometer lange Antoniwskyj-Brücke ist seither kaum noch zu benutzen - das bedroht den Nachschub der russischen Truppen in der von ihnen besetzen Großstadt. Nach Erkenntnissen des britischen Geheimdienstes arbeiten sie nun an einer Behelfsbrücke. (frs)

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