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Neue Umfrage: Wagenknecht-Partei könnte AfD angeblich halbieren – doch die wächst

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Sahra Wagenknecht
Mit der Gründung einer eigenen Partei liebäugelt sie bereits seit Längerem: Sahra Wagenknecht. © Wolfgang Kumm/dpa

Eine neue Partei Sahra Wagenknechts könnte für Wirbel sorgen. Das suggerieren Umfragen, die vor allem am politisch linken und rechten Rand Verschiebungen sehen.

Berlin - Ob sie nun eine neue Partei gründet, oder nicht - es ist weiter offen. Sahra Wagenknecht, Bundestagsabgeordnete für die Partei Die Linke, Streitfigur in den eigenen Reihen, will sich laut mehreren Medienberichten von ihrer Partei trennen. Die Fronten zwischen Parteiführung und Wagenknecht hatten sich in den vergangenen Monaten zusehends verhärtet. Die Ehefrau von Linken-Größe Oskar Lafontaine hatte sich während der Corona-Pandemie und rund um den Ukraine-Krieg immer wieder mit äußerst streitbaren Thesen in der Öffentlichkeit zu Wort gemeldet.

Nun wollen aktuelle Umfrage spannende Zahlen ergeben haben: Wie die Bild-Zeitung berichtet, könnte den Demoskopen zufolge bei einer Partei-Neugründung von Wagenknecht vor allem die AfD Federn lassen. Statt 21,5 Prozent erhielte die AfD bundesweit nur noch 16 Prozent.

Eigene Partei von Wagenknecht: AfD fürchtet um viele Wählerstimmen

Auch die Vorsitzende der AfD, Alice Weidel, warnte im ARD-Sommerinterview, eine neu gegründete Partei Wagenknechts würde das „regierungskritische Lager“ spalten und gar die AfD von einer Regierungsbeteiligung fernhalten. Weidel schob hinterher: Wagenknecht werde mit einer eigenen Partei „eine willige Erfüllungsgehilfin für die Ampel“.

Der Leiter des Meinungsforschungsinstituts INSA, Hermann Binkert, sagte der Bild: „Eine Wagenknecht-Partei hat ein Potenzial von bis zu 25 Prozent“ und würde „ganz direkt vor allem AfD und Linke schwächen, die bis zu jeden zweiten ihrer aktuellen Wähler verlieren könnten“. Auf aktuelle Umfragen übersetzt, bedeutete das, dass die AfD von 22 auf 11 Prozent abstürzen könnte.

Wagenknecht-Partei: Auch SPD, Union und FDP würden Wähler verlieren

Auch SPD, Union und FDP würden den INSA-Daten zufolge Wähler verlieren, wenn auch in geringerem Ausmaß. Laut Brinkert würden die Parteien mit Verlusten von ein bis drei Prozent rechnen müssen. Bundespolitisch würde eine Neugründung von Wagenknecht auch der Linken gefährlich werden. „Im Moment sieht es so aus, dass der Start einer Wagenknecht-Partei das Ende der Linken wäre“, sagte Binkert. Für solch eine Partei gelte aber auf jeden Fall, so Binkert: „Den politischen Wettbewerb wird‘s beleben.“

Entgegen dem Wagenknecht-Schreckensszenario vermeldete die AfD am Dienstag einen neuen Rekord: Nach eigenen Angaben hat die Partei aktuell bundesweit nun 34.000 Mitglieder, rund 5500 mehr als vor einem Jahr. Das teilte ein Pressesprecher in Berlin mit. Seit dem 11. September 2022 sind demnach knapp 2400 Mitglieder aus der Partei ausgetreten, dem stehen 7800 Neueintritte gegenüber. Das ist allerdings immer noch eine recht geringe Zahl. SPD und CDU haben mehr als 350.000 Mitglieder, die Linke zählte nach eigenen Angaben Ende 2022 immer noch gut 54.000.

„Die Schwäche der politischen Gegner ist unsere Stärke“, ließen sich die Parteichefs Tino Chrupalla und Weidel dennoch in einer Mitteilung zitiert. Die Gründe für den Zuwachs bei den Mitgliedern und in den Umfragen seien vielfältig. Weidel und Chrupalla zählten unter anderem die Ablehnung des Gebäudeenergiegesetzes der Ampel durch die AfD auf sowie ihr Eintreten für Kernkraft und russisches Gas zur Senkung der Energiepreise. (fmü/dpa)

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