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Auf sie wartet ein TV-Duell: Christian Ude und Horst Seehofer.

Heiße TV-Duelle im Wahljahr

Ude: "Glaube nicht, dass Seehofer kneift"

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München - Im Doppel-Wahljahr wird es spannende TV-Duelle geben. SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück verlangt „mindestens zwei“ Rede-Schlachten mit Merkel. In Bayern wird das Duell Seehofer–Ude konkret geplant.

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Der Herr Ministerpräsident solle bitte nicht so nuscheln wie sonst, rieten seine Vertrauten höflich, aber bestimmt. Er möge sich einen gepflegten Anzug anziehen und freundlicher dreinschauen. Günther Beckstein folgte brav. Er lächelte verschmitzt und trug feierlich, fast wie bei der Neujahrsansprache des Bundespräsidenten, sein Eingangs-Statement vor. 45 Minuten später war Beckstein recht froh, alles hinter sich gebracht zu haben: In etwa unentschieden endete das große TV-Duell gegen Franz Maget (SPD) zehn Tage vor der Landtagswahl 2008.

Die Idee stammt eigentlich aus den USA. Als erstes großes TV-Duell gilt das Treffen der Herren Nixon und Kennedy 1960 im Studio von CBS. Im August 2002 lieferten sich in Deutschland Gerhard Schröder und Edmund Stoiber eine Fernseh-Schlacht. Seither gilt das TV-Duell als fester Bestandteil eines personalisierten und zugespitzten Wahlkampfs, es hat mehr Zuschauer als jedes andere Polit-Ereignis. „Ein Duell kann entscheidend sein, wenn die Konstellation eng ist“, sagt der Münchner Professor Carsten Reinemann, der die Streitgespräche seit Jahren analysiert.

Zugegeben: Arg eng liegen CSU und SPD in den Umfragen nicht beieinander, laut Infratest 47:19 Prozent. Auch sind auf Landesebene die Einschaltquoten geringer. Ude hat dennoch bereits zugesagt. „Das TV-Duell wird stattfinden, Absprachen laufen“, heißt es in der SPD-Zentrale. „Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Horst Seehofer vor mir kneift“, sagte Ude unserer Zeitung.

Medien-Experte Reinemann glaubt, dass bei solchen Duellen vor allem der Kandidat der zurückliegenden Partei profitieren kann. Er würde Seehofer dennoch nicht abraten: „Die Differenz ist derzeit so groß, die Situation so komfortabel, dass er auch ein Duell nicht fürchten müsste.“

Seehofer steht in der Tat vor einem Dilemma. Er nimmt bisher nicht mal Udes Namen in den Mund, wenn Journalisten in der Nähe sind. Ein direktes Duell würde den Herausforderer erst recht aufwerten. Stoiber wagte es im Landtagswahlkampf 2003 mit 60-Prozent-Umfragen im Rücken, ein Duell mit Maget schlicht zu verweigern. Seehofer aber wird wohl antreten. Er sei ja „keiner, der kneift“, heißt es in der CSU. Die Zusage wird nach Seehofers Nominierung am 3. Mai erwartet. „Solange wir keinen Spitzenkandidaten gekürt haben, zerbrechen wir uns darüber nicht den Kopf“, erklärt ein Sprecher.

Noch offen ist das Format. Eigentlich wollen die anderen Parteien auch zum Duell. „Aber natürlich, sonst wird’s ja furchtbar langweilig“, sagt Margarete Bause, Fraktionschefin der in Umfragen aufsteigenden Grünen. Man könne nicht von zwei großen und vielen kleinen Parteien reden. „Ein Zweier-Duell abzuhalten, finde ich etwas überhoben“, sagt auch Martin Zeil (FDP) mit Blick auf Udes Werte. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger prognostiziert, dass seine Partei in Niederbayern und der Oberpfalz zweitstärkste Kraft werde. Subtext: Ist Ude da noch der richtige, einzige Oppositionsvertreter? „Es wäre unbedingt wünschenswert, dass alle Spitzenkandidaten mit am Tisch sitzen“, sagt Aiwanger.

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Auf Bundesebene drohen ähnliche Debatten. Kanzlerin Angela Merkel ist zu einem Duell bereit, Herausforderer Peer Steinbrück forderte diese Woche mindestens zwei. Strategie: Er will die über dem Alltagsstreit schwebende Kanzlerin möglichst oft in die Niederungen des Wahlkampfs holen. Sie werde versuchen, weiter auf roten Teppichen und Gipfeln zu glänzen, sagte Steinbrück. Das will er mit den TV-Duellen durchkreuzen. Im Übrigen plant Steinbrück selbst auch einige Besuche in europäischen Metropolen – auf roten Teppichen.

Von Christian Deutschländer

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