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Werden wohl keine Freunde mehr: Kanzlerin Angela Merkel und Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Wahl 2018 in Italien

So wüst beleidigte Berlusconi Angela Merkel

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Silvio Berlusconis Bündnis „Forza Italia“ könnte wieder in Italien regieren. Im Wahlkampf kam wieder hoch, wie grob er Kanzlerin Merkel einst beleidigte.

Sein konservatives Bündnis „Forza Italia“ könnte nach der Parlamentswahl 2018 wieder in Italien regieren. Allerdings wird Silvio Berlusconi selbst nicht mehr Ministerpräsident. Zumindest bis zum Jahr 2019 nicht. So lange darf der 81-Jährige nach einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung keine politischen Ämter bekleiden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfte sich darüber freuen, dass sie mit Berlusconi nichts mehr zu tun hat. Weil er die Kanzlerin vor ein paar Jahren aufs Gröbste beleidigte, dürfte eine gute Zusammenarbeit ausgeschlossen sein.

Ende 2011 gelangten Abhörprotokolle in die Hände italienischer Journalisten. Damals hatte die Polizei Berlusconis Telefongespräche im Rahmen von Ermittlungen zu einer Prostitutionsaffäre überwacht. Was er in den Gesprächen mit dem zwielichtigen Unternehmer Giampaolo Tarantini so alles von sich gab, hatte es in sich. So bezeichnete er seine Heimat Italien als „Scheißland“, dem er wohl bald den Rücken kehren werde. Was er aber über die deutsche Kanzlerin sagte, schlug dem Fass den Boden aus. „Wenn die Gerüchte wahr sind, die nicht nur in Journalisten-Kreisen, sondern auch in diesem Parlament kursieren, dass sich der Ministerpräsident auf unsägliche, unaussprechliche, inakzeptable Weise über Merkel geäußert hat, wird die Situation dramatisch“, kommentierte damals Ex-Berlusconi-Minister Rocco Buttiglione die Lästerei seines früheren Regierungschefs.

Mit diesen Worten beleidigte Berlusconi Angela Merkel

Was hatte Berlusconi denn über Kanzlerin Merkel gesagt? Wie die renommierte Tageszeitung Il Fatto Quotidiano berichtete, bezeichnete er sie als „Culona inchiavabile“. Für alle, die des Italienischen nicht mächtig sind, seien hier die Übersetzungen Schweizer Medien genannt. Bekanntlich sprechen viele Schweizer hervorragend Italienisch, da dies die Amtssprache in einem Teil des Landes ist. So übersetzte die Boulevardzeitung Blick „culona inchiavabile“ mit „unf**kbarer Pferdearsch“. Das Online-Portal watson wählte die Übersetzung „unf**kbarer Fettarsch“.

Letztere Formulierung wählte auch der britische BBC-Journalist Jeremy Paxman, der Berlusconi in einem sehenswerten Interview aus dem Jahr 2014 unverblümt auf diese Beleidigung ansprach. Berlusconis Antwort: Erst schwieg er sekundenlang, dann hob er abwehrend die Arme und sagte: „In meinen 20 Jahren in der Politik habe ich noch niemand beleidigt. Das wurde von jemandem erfunden, der Angela gegen mich aufbringen will.“

Berlusconis Behauptung, er habe noch nie jemanden beleidigt, ist wahrlich nicht haltbar. So sagte er im Sommer 2003 zum damaligen Präsidenten des EU-Rates, Martin Schulz (SPD): “Herr Schulz, ich kenne in Italien einen Produzenten, der einen Film über Konzentrationslager der Nazis macht. Ich werde Sie für die Rolle eines Kapos vorschlagen. Sie sind dafür wie geschaffen.“

Auch sonst ist er nicht unbedingt ein Mann der feinen Worte. So nannte er den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama „diesen gebräunten Typ“.

Man darf also davon ausgehen: Wer auch immer der nächste italienische Ministerpräsident wird: Angela Merkel wird froh sein, dass Silvio Berlusconi dieses Amt nicht mehr übernehmen kann. Zumindest bis 2019 nicht. Was danach ist? Die italienische Politik ist immer für Überraschungen gut.

Übrigens: Vor wenigen Tagen sprach der amerikanische Late-Show-Moderator John Oliver Berlusconis grobe Merkel-Beleidigung in einem viralen Clip wieder an (ab 14.15 Minuten).

 

fro

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