+
Der Verfassungsrichter Sergio Mattarella ist der Kandidat der Demokratischen Partei. Foto: dpa

Wahl des Staatspräsidenten

Italien: Auch dritter Wahlgang bringt kein Ergebnis

Rom - Es wird die Nagelprobe für Italiens Premier Renzi. Schafft er, seinen Kandidaten bei der Präsidentenwahl durchzubringen? Probleme könnte Ex-Ministerpräsident Berlusconi machen.

Nach drei ungültigen Wahlgängen bei der Suche nach einem neuen Präsidenten in Italien hofft Ministerpräsident Matteo Renzi auf einen Erfolg seines Kandidaten an diesem Samstag. Erwartet wird, dass der Kandidat seiner Demokratischen Partei PD, der Verfassungsrichter Sergio Mattarella, im vierten Wahlgang gewählt wird. Auch beim dritten Wahlgang am Freitagabend gab es wie erwartet kein Ergebnis. Keiner der Kandidaten kam auf die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit.

Wie schon in der ersten Runde gab mit 513 erneut die Mehrheit der 1009 wahlberechtigten Senatoren, Abgeordneten und Vertreter der Regionen einen leeren Stimmzettel ab. Mit dieser Taktik will Renzi zum vierten Wahlgang gelangen, ab dem eine absolute Mehrheit von 505 Stimmen reicht. Renzi hofft, den 73-jährigen Sizilianer Mattarella mit der Unterstützung kleinerer Parteien zum Nachfolger von Giorgio Napolitano machen zu können, der vor zwei Wochen aus Altersgründen zurückgetreten war.

„Ich hoffe, dass es zum Gemeinwohl Italiens die größtmögliche Übereinstimmung geben wird“, sagte Renzi am Freitag. Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi und seine konservative Forza Italia (FI) wollen Mattarella jedoch nicht unterstützen.

Die meisten Stimmen erhielt im zweiten und dritten Wahlgang erneut der ehemalige Mafia- und Terrorismusbekämpfer Ferdinando Imposimato, Kandidat der populistischen Protestbewegung 5 Sterne.

Sollte Mattarella am Samstag gewählt werden, wäre er der zwölfte Präsident Italiens. Erwartet wird, dass er am Montag oder Dienstag den Amtseid ablegt und eine Rede vor dem Parlament hält. Fällt er entgegen den Erwartungen durch, wäre das für Renzi eine riesige Schlappe und könnte eine Regierungskrise auslösen.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

China lässt ersten selbstgebauten Flugzeugträger zu Wasser
Peking (dpa) - China hat seinen ersten selbst entwickelten Flugzeugträger fertiggestellt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, verließ der mit roten …
China lässt ersten selbstgebauten Flugzeugträger zu Wasser
US-Medien entsetzt über Buhrufe gegen Ivanka Trump in Berlin
Washington/Berlin - Buhrufe gegen Ivanka Trump in Berlin - für US-Medien war das am Dienstag (Ortszeit) ein großes Thema. Bei einer Talkrunde am Abend kam es zum Eklat.
US-Medien entsetzt über Buhrufe gegen Ivanka Trump in Berlin
Kommentar: Die Opposition und der ewige Seehofer
Der Opposition steht ein schwieriger Wahlkampf bevor. Sie muss mit hartem Wahlkampf die absolute Mehrheit der CSU brechen, darf aber mögliche Koalitionsverhandlungen …
Kommentar: Die Opposition und der ewige Seehofer
Kabinett will Rentenerhöhung beschließen
Berlin (dpa) - Mehr Geld für die 21 Millionen Rentner in Deutschland: Das Kabinett will heute die schon vor Wochen angekündigte Rentenanpassung formal beschließen. …
Kabinett will Rentenerhöhung beschließen

Kommentare