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Emmanuel Macron oder Marine Le Pen? Einen Ausschlag könnte das TV-Duell heute Abend geben.

Macron oder Le Pen?

Frankreich-Wahl: So sehen Sie das TV-Duell im TV und Live-Stream

Paris - Wenige Tage vor der Stichwahl treten Emmanuel Macron und Marine Le Pen im TV-Duell gegeneinander an. So sehen Sie die Debatte im TV und Live-Stream.

Update vom 18. Juni 2017: Holt Präsident Emmanuel Macron heute in der Stichwahl die absolute Mehrheit? Wir berichten in einem Live-Ticker zu den Wahlen 2017 in Frankreich.

Emmanuel Macron oder Marine Le Pen? Das entscheiden die Franzosen an diesem Sonntag, 7. Mai, im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen. Nur wenige Tage zuvor treten die beiden Kandidaten zu einem letzten TV-Duell an. Heute Abend werden Macron und Le Pen im französischen Fernsehen debattieren.

Frankreich-Wahl: Aktuelle Umfragen und Prognosen

Macron und Le Pen waren als Gewinner aus dem ersten Wahlgang hervorgegangen. Macron hatte im ersten Wahlgang 24 Prozent der Stimmen gewonnen, Marine Le Pen 21,3 Prozent. Da keiner der Präsidentschaftskandidaten die absolute Mehrheit errang, sind die Franzosen am Sonntag, 7. Mai, zu einer Stichwahl aufgerufen. 

Aktuelle Umfragen sehen Macron im zweiten Wahlgang beinahe 20 Prozent vor seiner Konkurrentin Le Pen: Macron kann demzufolge mit 59 Prozent der Stimmen rechnen, Le Pen mit 41 Prozent. Das berichtet die Homepage der Bundestagswahlen 2017. Weitere aktuelle Umfragewerte zur Wahl in Frankreich erfahren Sie hier. Wird die TV-Debatte den Trend womöglich drehen können?

Frankreich-Wahl: Diese Bedeutung hat die TV-Debatte

Trotz hervorragender Umfragewerte ist Macrons Sieg jedoch alles andere als sicher. In der Vergangenheit könnten TV-Debatten in Frankreich wiederholt den Ausgang der Präsidentschaftswahlen beeinflusst haben, berichtet zum Beispiel die Frankfurter Allgemeine.

Unvergessen bleiben beispielsweise die Worte „Moi, Président“ von Francois Hollande. Die Moderatorin Laurence Ferrari fragte den damaligen Präsidentschaftskandidaten im TV-Duell: „Francois Hollande, was für ein Präsident wären Sie?“ Hollande legte daraufhin grob sein Programm dar, wobei er sich deutlich von dem Führungsstil des damaligen Präsidenten Sarkozy abgrenzte. Alle seine Punkte leitete er mit den Worten ein „Moi, Président“, also „Ich als Präsident“. Ob es in diesem Jahr einen klaren Gewinner der letzten TV-Debatte geben wird? 

TV-Debatte zwischen Macron und Le Pen live im deutschen Fernsehen

Davon können sich Fernsehzuschauer am Mittwoch, 3. Mai, selbst ein Bild machen. Auch deutsche Sender übertragen die TV-Debatte zwischen Macron und Le Pen live im Fernsehen und Live-Stream - zum Teil sogar mit Simultanübersetzung.

Der öffentlich-rechtliche Sender Phönix sendet die französische TV-Debatte am Mittwoch, 3. Mai, ab 21 Uhr live und in voller Länge. Die Zuschauer können wählen, ob sie das Duell im französischen Orginalton oder in der deutschen Übersetzung verfolgen wollen. Die Bilder übernimmt Phönix von den französischen Sendern France 2 und TF1. Bereits ab 20:15 Uhr wird der Korrespondent Michael Krons aus Paris zugeschaltet und berichtet von der Stimmung in der französischen Hauptstadt. Darüber hinaus geben Moderatorin Constanze Abratzky und die Journalistin Elisabeth Cadot einen Ausblick auf die Debatte. Nach dem Ende gegen 23:30 Uhr werden Experten bei Phönix das TV-Duell analysieren. Phönix wird das Polit-Ereignis aus rechtlichen Gründen nicht im Live-Stream verfolgen. 

Dennoch können Interessierte das TV-Duell auch im Internet anschauen: Der deutsch-französische Fernsehsender Arte wird die letzte TV-Debatte vor der Wahl am Mittwoch, 3. Mai, ab 21:00 Uhr auf deutsch im Live-Stream übertragen. Dafür strahlt dieser Sender das Duell nicht im Fernsehen aus. Auf den Live-Stream wird man laut Arte unter der Adresse www.arte.tv/de/live zugreifen können.

Frankreich-Wahl: So verliefen die vergangenen TV-Debatten

Schon vor dem ersten Wahlgang haben die Präsidentschaftsanwärter im Fernsehen miteinander diskutiert. Mal waren nur die fünf aussichtsreichsten Kandidaten des ersten Wahlgangs vertreten, mal alle der ursprünglich elf Anwärter auf das Präsidentenamt. Schon in der ersten TV-Debatte im April war es vor allem das Aufeinandertreffen von Marine Le Pen und Emmanuel Macron, das für Zündstoff sorgte. Macron warf der Rechtspopulistin zum Beispiel vor, das Land zu spalten. Marine Le Pen äußerte sich kritisch gegenüber Berlin: „Ich will nicht die Vizekanzlerin von Frau Merkel sein.“

Bei dem TV-Duell aller elf Präsidentschaftskandidaten polarisierte insbesondere das Thema Europäische Union. Während der Sozialliberale Macron und der Konservative Fillon die EU-Mitgliedschaft verteidigten, plädierte unter anderem Marine Le Pen für einen Ausstieg aus der europäischen Union. Laut einer Blitzumfrage hielten die meisten Zuschauer den Linkspolitiker Mélenchon für den überzeugendsten Kandidaten. Wenige Tage später schied er jedoch im ersten Wahlgang aus. Allerdings schätzten 21 Prozent auch Macron als besonders überzeugend ein, er belegte damit den zweiten Platz. Kann er auch bei der letzten Debatte überzeugen?

Frankreich-Wahl: Das sind die inhaltlichen Schwerpunkte der Kandidaten

Wer bei der letzten Debatte wirklich überzeugt, könnte auch davon abhängen, ob das Programm der Konkurrenten die Wähler überzeugen kann. Marine Le Pen gilt als leidenschaftliche EU-Gegnerin, sie will aus der EU austreten und den Euro abschaffen. Außerdem möchte die Rechtspopulistin die Einwanderung massiv begrenzen und weitgehenden Wirtschaftsprotektionismus durchsetzen. Offenen Rassismus hat sie jedoch in ihrer Partei Front National zurückgedrängt - sie ließ sogar ihren Vater Jean-Marie Le Pen, den Parteigründer, aus der Partei ausschließen.

Der Sozialliberale Emmanuel Macron tritt für ganz andere politische Überzeugungen ein. Der ehemalige Wirtschaftsminister und Investmentbanker verspricht unter anderem, den Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenversicherung und das Rentensystem zu reformieren. Außerdem wirbt er mit dem Wahlspruch: „Ich habe Europa im Herzen“. Er spricht sich für eine enge Partnerschaft mit Deutschland aus.

Wahl in Frankreich: So sehen Sie die Stichwahl live im TV und Live-Stream

Welcher dieser gegensätzlichen Kandidaten das Rennen macht, wird sich am Sonntag, 7. Mai, entscheiden. Dann dürfen die rund 45 Millionen wahlberechtigten Franzosen ab 8 und bis 19 oder 20 Uhr in den Wahllokalen abstimmen (je nachdem, wo sie leben). Die erste Prognose gibt es um 20 Uhr im Fernsehen zu sehen. Der französische Fernsehsender France 2 sendet ab dann live. 

Doch auch im deutschen Fernsehen kann man die französische Präsidentschaftswahl verfolgen: Erneut wird zum Beispiel Phönix am Sonntag ab 19:30 Uhr über die Wahlen berichten, darüber hinaus analysiert der öffentlich-rechtliche Sender um 23 Uhr unter anderem die Wahlen. N24 wird um 20 Uhr und um 20:30 Uhr neueste Informationen zu der Frankreich-Wahl ausstrahlen. Auch die ARD und das ZDF werden das Thema in ihren Nachrichtenformaten aufgreifen. Einschalten könnte man zum Beispiel um 20 Uhr in der ARD zur Tagesschau oder um 21:45 Uhr im ZDF zum heute-journal. Alle diese Sender bieten auch einen kostenlosen Live-Stream im Internet an.

Präsidentschaftswahlen in Frankreich: Wann gibt es ein Ergebnis?

Das offizielle Ergebnis wird voraussichtlich jedoch erst einen Tag später, am Montag, 8. Mai, feststehen. Wird dann der Linksliberale Emmanuel Macron zum Präsidenten gewählt sein? Dann würde Frankreich wohl weiterhin ein verlässlicher Partner für Deutschland sein. Doch wie gefährlich ist Marine Le Pen? Macht sie das Rennen, wäre womöglich die EU in Gefahr - schließlich ist die Le Pen eine erklärte Europakritikerin.

bau

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