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Dass Theresa May Regierungschefin bleiben will, stößt auf große Kritik.

Nach Wahl in Großbritannien

News-Blog: Druck auf Theresa May nimmt massiv zu

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Premierministerin Theresa May muss bei der Wahl in Großbritannien eine herbe Niederlage einstecken. Alle Nachrichten zur Wahl in Großbritannien in unserem News-Blog.

  • Großbritannien hat am 8. Juni das House of Commons gewählt.
  • Bei der Wahl ging es unter anderem um den Brexit. Premierministerin Theresa May (Conservative Party) wollte sich ihren Kurs bestätigen. Nun wird erwartet, dass sich die Brexit-Verhandlungen verzögern.
  • Nach dem amtlichen Endergebnis steht fest, dass Theresa Mays Konservative die absolute Mehrheit verlieren. Dafür wären 326 Sitze nötig gewesen. 
  • Großbritannien hat damit ein „hung parliament“ - keine Partei hat die absolute Mehrheit erreicht. 
  • Labour-Herausforderer Jeremy Corbyn hat den Rücktritt der britischen Premierministerin gefordert.
  • Premierministerin Theresa May will trotz ihrer Wahlschlappe eine Regierung bilden. Ihr Stabschef Nick Timothy gab dagegen seinen Rücktritt bekannt, auch Co-Stabschefin Fiona Hill legte ihr Amt nieder. 

Partei

Sitze (650 gesamt)

Conservative Party (Tories)

318

Labour Party

262

Scottish National Party (SNP)

35

Liberal Democrats

12

Andere

23

Endergebnis

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19.22 Uhr: In Großbritannien werden am Dienstag die Gespräche über eine Minderheitsregierung der Konservativen mit der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) fortgesetzt. Die DUP-Vorsitzende Arlene Foster wird dafür nach London reisen. Erste Gespräche am Sonntag hatte Foster als „sehr gut“ bezeichnet. Die Opposition und auch Konservative kritisieren die rechte Partei, weil sie Vorbehalte gegen Homo-Ehe, Abtreibung und Klimaschutz hat. Alles, was sie über den Brexit wissen müssen lesen Sie hier.

14.22 Uhr: Theresa May stellt Wunschkabinett vor

12.09 Uhr: Das Wahlergebnis in Großbritannien stellte eine herbe Niederlage für Premierministerin Theresa May dar. Die politischen Konsequenzen sind enorm. Ihr Widersacher Jeremy Corbyn forderte unmittelbar nach der Wahl ihren Rücktritt. Auch aus den eigenen Reihen hagelt es Kritik. Wie lange wird sich May noch im Amt halten können?

7.29 Uhr: Theresa May hat ihr vollständiges Kabinett bekannt gegeben. Die Schlüsselpositionen in der Regierung bleiben unverändert, doch es gibt auch einige neue Minister

Wahl in Großbritannien: Das geschah am 11. Juni

13.46 Uhr: Nach ihrer herben Wahlniederlage nimmt der Druck auf die britische Premierministerin Theresa May massiv zu. Der frühere Tory-Finanzminister George Osborne sagte am Sonntag der BBC, Mays Tage seien gezählt, die einzige Frage sei, "wie lange sie noch im Todestrakt" sitze. Anders als zunächst verkündet musste Downing Street zudem richtig stellen, dass die Bildung einer von der nordirischen DUP unterstützten Minderheitsregierung noch nicht in trockenen Tüchern sei.

13.03 Uhr: Hunderte Briten protestieren gegen den geplanten Deal von Theresa Mays Tories mit der nordirischen Partei DUP. Denn die Partei vertritt einige radikale Positionen und wird als rassistisch, sexistisch und homophob kritisiert. 

Jeremy Corbyn gibt noch nicht auf

11.30 Uhr: Labour-Chef Jeremy Corbyn gibt trotz Theresa May Plänen, eine Minderheitsregierung zu stellen, noch nicht auf: „Ich kann immer noch Premierminister werden. Das geht noch. Absolut“, zitiert ihn der „Sunday Mirror“.

11.05 Uhr: Großbritanniens Außenminister Boris Johnson steht nach eigenen Angaben trotz der Tory-Wahlschlappe hinter Premierministerin Theresa May - und dementiert einen Bericht, er wolle sie ablösen. „Mail on Sunday Mist - ich stehe hinter Theresa May. Machen wir uns wieder an die Arbeit“, schrieb Johnson auf Twitter. Die Sonntagsausgabe der den Konservativen nahestehenden Boulevardzeitung „Daily Mail“ berichtete, Johnsons Team bereite bereits seine Kandidatur vor. Solange May im Amt sei, werde er aber nicht handeln.

Nach dem Rücktritt von Ex-Premier David Cameron hatte Johnson bereits als Favorit für dessen Nachfolge an der Parteispitze gegolten, hatte sich aber überraschend nicht zur Wahl gestellt.

9.26 Uhr: Der Londoner „Observer“ schreibt heute in seiner Sonntagsausgabe, Theresa May könne das Land nicht mehr regieren: „Sie ist diskreditiert, gedemütigt, herabgemindert: May hat Glaubwürdigkeit und Einfluss verloren - in ihrer Partei, in ihrem Land und in ganz Europa. Statt Respekt gibt es nun Hohn. Stärke wurde durch Schwäche ersetzt, Selbstsicherheit durch Zweifel. Sie wirkt zu schwach, um ihr Programm zu verwirklichen, zu verletzlich, um mit abweichenden Meinungen fertig zu werden und zu entkräftet, um Großbritannien weiter führen zu können.“

6.18 Uhr: Die britische Premierministerin Theresa May hat zwei Tage nach der Schlappe ihrer konservativen Partei bei der Parlamentswahl einen Rahmenvertrag mit der rechten nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) geschlossen. Dieser ermöglicht, ihr, an der Spitze einer Minderheitsregierung zu amtieren. Ein Regierungssprecher sagte am Samstagabend, die nordirischen Unionisten hätten den Prinzipien eines Rahmenvertrags zugestimmt. Dieser sehe eine Unterstützung der konservative Regierung "auf der Grundlage von Vertrauen und Lieferung" vor.

Eigentlich hatte May sich von der vorgezogenen Parlamentswahl Rückenwind für die von ihr angekündigten Brexit-Verhandlungen zum Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union erhofft. Ihre konservativen Tories erlitten stattdessen herbe Verluste und büßten ihre absolute Mehrheit ein. Die oppositionelle Labour Party unter Parteichef Jeremy Corbyn erzielte dagegen kräftige Zugewinne, nicht zuletzt unter der Jugend.

Wahl in Großbritannien: Das geschah am Samstag

14.29 Uhr: Theresa Mays Stabschef Nick Timothy tritt nach Wahlschlappe der Tories zurück. Er übernehme die Verantwortung für seine Rolle im Wahlkampf der Konservativen, erklärte Nick Timothy am Samstag in einem von der Website "ConservativeHome" veröffentlichten Schreiben. Wie ein Sprecher der Partei mitteilte, trat auch Co-Stabschefin Fiona Hill zurück.

12.50 Uhr: Nach ihrer Wahlschlappe steht die britische Premierministerin Theresa May massiv in der Kritik. "Sie ist erledigt", titelte die Boulevard-Zeitung "The Sun" am Samstag. Auch viele andere britische Zeitungen sehen die Premierministerin geschwächt: "May blickt in den Abgrund" lautete die Schlagzeile in der "Times", "Die Tories wenden sich gegen Theresa", schrieb die konservative "Daily Mail". Auf Kritik stieß auch Mays Entscheidung, fünf wichtige Mitglieder ihres bisherigen Kabinetts im Amt zu belassen.

6.35 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet trotz des Wahldesasters von Premierministerin Theresa May nicht mit wesentlichen Verzögerungen bei den Verhandlungen zum Ausstieg Großbritanniens aus der EU. „Wir von unserer Seite sind verhandlungsbereit und vorbereitet“, sagte Merkel am Freitagabend nach einem Gespräch mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto in Mexiko-Stadt. Sie gehe auch davon aus, dass Großbritannien seinen Verhandlungsplan einhalten wolle. „Wir wollen zügig verhandeln, wir wollen im Zeitrahmen verhandeln. Und deshalb glaube ich, dass zur Stunde nichts dagegen spricht, dass die Verhandlungen - wie das auch beschlossen wurde und verabredet wurde - beginnen können“, ergänzte die Kanzlerin.

Das ist das amtliche Endergebnis

6.26 Uhr: Jetzt ist es ganz offiziell: Theresa May kommt mit ihren Tories nach Auszählung aller 650 Wahlkreise auf 318 Sitze, 13 weniger als bei der Wahl vor zwei Jahren. Um weiter regieren zu können, müssen sie einen Partner finden, der ihre Politik mitträgt. Als wahrscheinlichste Möglichkeit gilt eine Absprache mit der nordirisch-unionistischen DUP, die zehn Sitze gewann. Die Labour-Partei von Mays Herausforderer Jeremy Corbyn schickt demnach 262 Abgeordnete ins Unterhaus, 30 mehr als bisher. Stark verloren hat die schottische Nationalpartei SNP, mit 35 Sitzen bleibt sie aber drittstärkste Kraft im Parlament. Bisher hatte sie 56 Sitze. Die Liberaldemokraten gewannen vier Sitze hinzu und haben nun zwölf Abgeordnete. Die EU-feindliche und rechtspopulistische Ukip hat keinen Wahlkreis gewinnen können. Vor zwei Jahren wurde sie noch in einem Wahlkreis stärkste Kraft und bekam landesweit 12,6 Prozent der Stimmen. Diesmal lag ihr Stimmanteil nur bei rund zwei Prozent.

Wahl in Großbritannien: Das geschah am 9. Juni

18.54 Uhr: Theresa May ihr Bedauern für die konservativen Abgeordneten ausgedrückt, die ihre Sitze verloren haben. „Ich werde darüber nachdenken, was wir in der Zukunft tun müssen, um die Partei weiterzubringen“, sagte May in einem Fernsehinterview am Freitag. Außerdem will sie in ihrer künftigen Regierung zentrale Kabinettsmitglieder im Amt belassen. Bleiben sollen unter anderem Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister David Davis, wie Downing Street am Freitagabend mitteilte. Auch Finanzminister Philip Hammond, Verteidigungsminister Michael Fallon und Innenministerin Amber Rudd sollen der zukünftigen Regierung weiter angehören. 

17.39 Uhr: Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat den Wahlausgang in Großbritannien als „schlechtes Ergebnis“ für Europa und die Briten bezeichnet. Sie gehe davon aus, dass die Brexit-Verhandlungen nicht wie geplant am 19. Juni beginnen werden, da London sich jetzt erst einmal neu aufstellen müsse, sagte Zypries am Freitag in Bremen bei einer Konferenz der Tageszeitung „Weser-Kurier“. Mit Blick auf die britische Premierministerin meinte Zypries: „Theresa May hat ganz schön gezockt.“

Die aktuelle Situation beeinflusst aus Sicht der Ministerin zumindest kurzfristig den Brexit-Prozess. „Das Wahlergebnis macht die Verhandlungen schwieriger, weil im Moment kein eindeutiger Ansprechpartner da ist“, sagte sie im Gespräch mit dem Sender Radio Bremen am Rande der Konferenz. Allerdings zeigte sie sich zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde: „Dies ist schließlich im Interesse aller Beteiligten.“

15.37 Uhr: Nach dem Rücktritt des britischen Ukip-Chefs Paul Nuttall hat die EU-feindliche Partei einen neuen Vorsitzenden gewählt: Steve Crowther werde die Partei als Interimchef leiten, teilte Ukip am Freitag mit.

15.45 Uhr: Noch immer gibt es kein amtliches Endergebnis bei den Wahlen in Großbritannien. Der Grund: Der Londoner Wahlkreis Kensington hat noch kein Ergebnis geliefert. Wie der zuständige Beamte mitteilte, seien die Stimmen bereits zwei mal ausgezählt worden. Da das Ergebnis aber so knapp sei, soll es noch eine dritte Runde geben, so der Beamte. Offen ist, ob der Wahlkreis sein Ergebnis heute noch liefern wird. Möglicherweise wird das Endergebnis deswegen erst am Samstag feststehen. 

15.30 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk hat der britischen Regierungschefin Theresa May zu ihrer „Wiederernennung zur Premierministerin“ gratuliert. Gleichzeitig drängte er auf zügige Verhandlungen über den Austritt der Briten aus der EU. 

Wenigstens ein Sieg für May: Beim Cocktail-Wettbewerb gewann „Theresa‘s Kitten Heel Fizz“

15.20 Uhr: Die britische Premierministerin Theresa May hat doch noch einen Erdrutschsieg hingelegt, wenn auch nur bei einem Cocktail-Wettbewerb in einer Londoner Bar. Wie in zahlreichen anderen Kneipen des Vereinigten Königreichs hatten sich am Donnerstagabend auch im "Blue Boar Pub" im Regierungsviertel Westminster zahlreiche Menschen versammelt, um gemeinsam den Wahlabend zu verbringen. Barkeeper Mickael servierte dazu Cocktails, die nach den Spitzenkandidaten benannt waren.

Mays Cocktail mit dem Namen "Theresa's Kitten Heel Fizz" (dt. Theresas Pfennigabsatz-Fizz) war eine Mischung aus Champagner und Curaçao. Der in knalligem Labour-Rot gehaltene "Corbyn's Reign" (dt. Corbyns Herrschaft) bestand aus Wodka und Erdbeersaft. Am Ende hatte der Theresa-Cocktail klar die Nase vorn - ein "Erdrutschsieg", wie Mickael sagte.

14.50 Uhr: Theresa May hat die Wahlschlappe wohl schon etwas verdaut und schaut jetzt in die Zukunft. In London sagte sie vor wenigen Minuten: „An die Arbeit jetzt.“

14:40 Uhr: Experten sehen May für Brexit-Verhandlungen geschwächt.

14.30 Uhr: Der Chef der britischen Liberaldemokraten hat nach der Parlamentswahl gefordert, die Austrittsverhandlungen mit der EU aufzuschieben. Das schlechte Wahlergebnis für die Konservativen zeige, dass die kompromisslose Brexit-Politik von Großbritanniens Premierministerin Theresa May von den Briten nicht gewollt sei, sagte Tim Farron am Freitag. „Es ist schlicht undenkbar, dass die Premierministerin die Brexit-Verhandlungen in nur zwei Wochen beginnen kann.“

14.15 Uhr: Noch immer sind nicht alle Wahlkreise in Großbritannien ausgezählt: Das Ergebnis des Londoner Wahlkreises Kensington fehlt bisher. Am Vormittag stellten die Helfer das Zählen dort ohne Ergebnis vorerst ein, um „so bald wie möglich“ ausgeruht und erholt weiter zu machen, teilte der zuständige Beamte mit. Zweimal hätten sie schon alle Stimmen durchgezählt - aber weil es so knapp gewesen sei, solle es noch eine dritte Runde geben. Offen ist, ob die Helfer bereits am Freitag fit genug sind, um weiterzuzählen oder ob das Ergebnis möglicherweise erst am Samstag feststeht. 2015 hatten die Konservativen den Wahlkreis geholt. An den Mehrheitsverhältnissen im Parlament ändert das Ergebnis nichts mehr. 

Theresa May wird neue Regierung bilden

14.00 Uhr:  Theresa May will die Verhandlungen über den EU-Austritt wie von Brüssel vorgeschlagen am 19. Juni beginnen. Diese Regierung werde „Gewissheit“ bringen und das Land durch die Brexit-Verhandlungen führen, die in zehn Tagen begännen, sagte sie bei ihrer Pressekonferenz vor wenigen Minuten.

13.51 Uhr: Theresa May gibt nun ihr Statement ab. „Ich werde eine Regierung bilden.... Eine Regierung, die das Land durch die komplizierten Brexit-Verhandlungen führen wird.“ Man werde das Versprechen des Brexit gemeinsam erfüllen. Das Land brauche nun mehr als jemals zuvor Sicherheit. Sie habe die meisten Stimmen und Sitze, deshalb könne nur ihre Partei diese Sicherheit erfüllen. Dabei werde sie mit der DUP-Partei zusammenarbeiten. „Now let‘s get to work“ (“Nun machen wir uns an die Arbeit“), endet sie ihre Ansprache. 

13.50 Uhr: Es wird erwartet, dass Theresa May sich nach ihrem Gespräch mit der Queen in einer Pressekonferenz äußert. Vor ihrem Regierungssitz in der Downing Street ist schon ein Rednerpult aufgebaut, wie die Sky News-Reporterin Emily Purser twittert. 

13.41 Uhr: Die britische Premierministerin Theresa May ist vom Regierungssitz in der Downing Street zum Buckingham-Palast gefahren, um mit der Queen über die Bildung einer neuen Regierung zu sprechen. Die konservative Regierungschefin holt sich von Elizabeth II. formell die Erlaubnis und den Auftrag ab, nach der vorgezogenen Parlamentswahl eine neue Regierung zu bilden. 

13.37 Uhr: Theresas May Entscheidung, im Amt zu bleiben, ist völlig konträr zu einer Twitter-Nachricht, die sie am 20. Mai verfasste: „Wenn ich nur sechs Sitze verliere, dann verliere ich diese Wahl und Jeremy Corbyn wird mit Europa am Verhandlungstisch sitzen“. Sie verlor nun 12 Sitze - aber hält trotzdem an ihrer Macht fest.

Schulz: „Schallende Ohrfeige“ für Brexit-Befürworter

13.30 Uhr: Angela Merkel hat sich noch nicht zum Wahlausgang in Großbritannien geäußert,dafür aber SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz: Er bezeichnet das Ergebnis der britischen Unterhauswahl als „schallende Ohrfeige“ für die Brexit-Befürworter. Im Parlament in London gebe es nun eine Mehrheit von Brexit-Skeptikern, sagte Schulz am Freitag bei einer Diskussionsveranstaltung. „Ich glaube, dass da jetzt eine große Dynamik reinkommt.“ Europa brauche Solidarität und Kooperation und nicht die „Rückkehr zum Ultranationalismus“, wie er in manchen Ländern „geradezu systematisch propagiert“ werde, sagte der SPD-Chef.

13.27 Uhr: Großbritannien hat eine spannende und aufwühlende Wahlnacht hinter sich. Theresa May wird wohl im Amt bleiben - aber die Zukunft des Landes liegt dennoch im Dunkeln. Eine Zusammenfassung der turbulenten Ereignisse lesen Sie hier.

13.22 Uhr: Die nordirische Partei DUP will die Verhandlungen mit den britischen Konservativen über eine neue Regierung nicht überstürzen. „Ich denke, es wird sicher Kontakt über das Wochenende geben, aber ich denke es ist zu früh um darüber zu sprechen, was wir tun werden“, sagte Parteichefin Arlene Foster am Freitag. Weil die Tory-Partei von Premierministerin Theresa May nach der vorgezogenen Parlamentswahl keine eigene Regierungsmehrheit mehr hat, könnte der nordirisch-unionistischen DUP die Rolle des Königsmachers zufallen.

High Five total missglückt - darüber lacht das Netz

12.51 Uhr: Das Netz amüsiert sich über einen peinliche Szene aus der Wahlnacht: Labour-Kandidat Jeremy Corbyn feiert mit seiner Parteikollegin Emily Thornberry das vorläufige Wahlergebnis, sie jubeln und umarmen sich. Dann holt Corbyn zum High Five aus - doch genau in dem Moment dreht Emily Thornberrry sich weg. Corbyns Hand endet im Leeren - bzw. fast auf der Brust seiner Parteikollegin. Ups!

12.45 Uhr: Wer die Wahlnacht in Großbritannien live verfolgt hat, hat sich vielleicht über dieses kuriose Bild gewundert: In ihrem Wahlkreis stand Elmo aus der Sesamstraße mit Theresa May auf der Bühne. Welchen Hintergrund das hat, lesen Sie hier.

Theresa May bei ihrer Rede in ihrem Wahlkreis Maidenhead.

12.40 Uhr: Die Bundesregierung hat äußerst zurückhaltend auf den Ausgang der Parlamentswahlen in Großbritannien reagiert. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Freitag in Berlin, man wolle den Wahlausgang nicht kommentieren und die Regierungsbildung abwarten.

12.31 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Großbritannien aufgefordert, so schnell wie möglich mit den Verhandlungen über den Brexit zu beginnen. Die EU sei bereit und könne die Gespräche "morgen Vormittag um halb zehn" starten, sagte Juncker am Freitag in Prag. Er hoffe, dass die britischen Unterhauswahlen "keine großen Auswirkungen" haben würden. Es dürfe "keine weitere Verzögerung beim Abschluss dieser Verhandlungen" geben.

Ukip-Chef tritt zurück

UKIP-Chef Paul Nuttall trat nach den Neuwahlen zurück.

12.23 Uhr: Der Chef der EU-feindlichen britischen Ukip-Partei, Paul Nuttall, ist nach dem desaströsen Ergebnis seiner Partei bei der Parlamentswahl zurückgetreten. Das teilte Nuttall bei einer Rede am Freitag mit. Ukip konnte keinen einzigen Wahlkreis gewinnen.

Ex-Ukip-Chef Nigel Farage kündigte unterdessen eine mögliche Rückkehr in die Politik an. Sollte eine neue Regierung versuchen, den Brexit zu verwässern, habe er keine andere Wahl, sagte Farage dem Nachrichtensender BBC News am Freitag.

12.05 Uhr: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht den Ausgang der Parlamentswahl in Großbritannien als Signal gegen eine harte Konfrontation mit der EU. "Ich finde, die Botschaft der Wahl ist: Macht faire Gespräche mit der EU und überlegt nochmal, ob es eigentlich gut für Großbritannien ist, in dieser Art und Weise aus der EU auszuscheiden", sagte Gabriel. 

Weiter äußerte Gabriel die Hoffnung auf eine schnelle Regierungsbildung in Großbritannien. "Ich kann nur hoffen, dass es schnell zu einer Regierungsbildung kommt", um zügige Verhandlungen über Brexit zu ermöglichen.

11.34 Uhr: Der Wahlkreis Kensington wird derzeit noch ausgezählt, dann steht das Endergebnis der Neuwahlen fest.

11.28 Uhr: Zum Stichwort „hung parliament“ (übersetzt: Parlament in der Schwebe), das den Briten jetzt bevorsteht, ist einem Twitter-User Folgendes eingefallen:

Code

Theresa May will Regierung bilden

11.18 Uhr: Theresa May will trotz des Verlusts der absoluten Mehrheit eine neue Regierung bilden. Dies sagte ein Sprecher Mays am Freitag in London. Sky News berichtet, dass May um 11.30 Uhr den Buckingham Palast aufsuchen wird, um die Queen um Erlaubnis für eine Regierungsbildung zu bitten. 

Offensichtlich beabsichtigt die angeschlagene Premierministerin also nicht, zurückzutreten. Sie strebe eine konservative Minderheitsregierung mit Duldung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) an, hieß es in britischen Medien.

May-Herausforderer Jeremy Corbyn hatte zuvor den Rücktritt der Premierministerin gefordert.

10.56 Uhr: In wenigen Minuten soll Theresa May in der Londoner Downing Street vor die Kameras treten. Sie wird zum Ergebnis der Neuwahlen äußern. Mit Spannung wird erwartet, wie sie nun weitermachen will - auch ein Rücktritt steht im Raum. Welche Optionen der britischen Premierministerin bleiben, lesen Sie hier.

10.51 Uhr: Die EU-feindliche UK Independence Party (Ukip) hat Großbritannien zum Brexit geführt - nun ist sie in der Bedeutungslosigkeit versunken. Nur knapp zwei Prozent der Briten stimmten für Ukip, das ist ein Verlust von 11 Prozent im Vergleich zur Wahl 2015. Ukip-Chef Paul Nuttall wurde in seinem eigenen Wahlkreis zu Dritter. Die EU-feindliche Partei verliert auch ihren einzigen Sitz im britischen Parlament.

10.39 Uhr: Die deutsche Wirtschaft hat besorgt auf das Ergebnis der Parlamentswahl in Großbritannien reagiert. Durch die unklaren Mehrheitsverhältnisse "steigt die Unsicherheit für die deutsche Wirtschaft", betonte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, am Freitag in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Der anvisierte Fahrplan für den Austritt Großbritanniens aus der EU sei nun "Makulatur".

Labour-Partei will Regierung stellen

10.34 Uhr: Die oppositionelle Labour-Partei in Großbritannien will die Regierung stellen. Das deutete ihr Chef Jeremy Corbyn nach der Parlamentswahl am Freitag an. „Wir sind bereit, diesem Land zu dienen“, sagte Corbyn. Eine eigene Mehrheit haben die britischen Sozialdemokraten nicht. Koalitionen mit anderen Parteien lehnen sie ab. John McDonnell - möglicher Finanzminister in einem Labour-Kabinett - kündigte an, seine Partei werde eine Minderheitsregierung anstreben. Kommentatoren hielten es aber für unwahrscheinlich, dass Labour damit erfolgreich sein wird.

10.09 Uhr: Weitere Europapolitiker melden sich zu Wort. Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber sagte, es sei nun unsicher, wann die Brexit-Verhandlungen beginnen können. „May wollte Stabilität erreichen und hat Chaos gebracht“, schrieb der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei auf Twitter. Ska Keller, Grünen-Fraktionschefin im Europaparlament, äußerte sich ähnlich. May habe sich verzockt, erklärte sie und fügte mit Blick auf den Brexit hinzu: „Die zukünftige britische Regierung sollte die harte Linie überdenken und die Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen.“

10.02 Uhr: Die Analyse des Wahlausgangs nach Alter der Stimmberechtigten ergibt, dass Alt und Jung in Großbritannien offenbar gespalten sind: 67 Prozent der 18- bis 24-Jährigen stimmten nach vorläufigem Ergebnis für Labour, nur 18 Prozent für die Konservativen. Bei den Wählern über 65 ist es umgekehrt: 59 Prozent gaben Theresa May ihre Stimme, 23 Prozent der Labour-Partei von Jeremy Corbyn.

9.33 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will sich so rasch wie möglich mit Corbyn treffen. Die beiden hätten bereits telefoniert und ein Treffen vereinbart, twitterte Schulz. Er beglückwünschte Corbyn

für das Labour-Ergebnis bei der Parlamentswahl im Königreich: "Was für eine Aufholjagd! Gratulation an @jeremycorbyn und @UKLabour!"

Teresa May mit „Torte im Gesicht“

9.30 Uhr: Der FDP-Politiker und Vize-Präsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, fühlt sich angesichts des Wahlausgangs in Großbritannien an " Monty Python" erinnert: "Eine Politikerin, die loszieht, eine starke und stabile Regierung zu bilden, das waren ihre Worte, von einer großen Mehrheit ausgehend, und am Ende dasteht mit einer Situation, in der sie keine eigene Mehrheit mehr hat. Das ist für Frau May ein echtes Desaster", wird er von tagesschau.de zitiert. Sie stehe nun da mit "Torte im Gesicht".

9.17 Uhr: Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit müssten die Konservativen sich Regierungspartner suchen, um entscheidungsfähig zu bleiben. Als wahrscheinlichst Option gilt aktuelle die Zusammenarbeit von Tories und der nordirischen DUP, die eine konservativ geführte Minderheitsregierung unterstützen würden.

9.06 Uhr: Der komplizierte Wahlausgang in Großbritannien könnte den Fahrplan für die Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel nach Ansicht von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger durcheinanderbringen. „Ob die andere Verhandlungsseite überhaupt beginnen kann, wird sich in den nächsten Stunden zeigen, wird sich in den nächsten wenigen Tagen zeigen müssen“, sagte er am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. „Denn ohne Regierung keine Verhandlungen.“

Sky: May will nicht zurücktreten

9.00 Uhr: Der britische Sender Sky will erfahren haben, dass Teresa May nicht beabsichtigt, zurückzutreten. Sky-Korrespondentin Beth Rigby schreibt dies auf Twitter. In einem zweiten Tweet schreibt die Reporterin, May wolle trotz der Wahlschlappe eine Regierung bilden, schließlich habe sie die Mehrheit der Stimmen und Sitze.

8.43 Uhr: Trotz der Niederlage von Premierministerin Theresa May hält Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater einen „Exit vom Brexit“ für unwahrscheinlich. „Die bereits jetzt schon wenig stringente Vorbereitung der Briten für ihren EU-Austritt wird jetzt aber kaum geordneter werden“, sagte Kater am Freitag voraus. Das Wahlergebnis spiegele die Zerrissenheit der britischen Gesellschaft in Europafragen wider.

8.34 Uhr: Der Brexit-Koordinator der Europäischen Volkspartei (EVP), Elmar Brok (CDU), befürchtet laut dem ZDF angesichts des voraussichtlichen Wahlausgangs in Großbritannien außerordentlich schwere Ausstiegsverhandlungen mit London.

8.00 Uhr: Auf Twitter sind die Wahlen in Großbritannien das Top-Thema. Theresa Mays Wahlschlappe erntet einiges an Spott bei den Usern.

7.50 Uhr: Großbritannien steht nach den Neuwahlen ein so genanntes „hung parliament“ bevor - keine Partei hat die absolute Mehrheit. Zuletzt gab es ein "hung parliament" 2010, als die Tories unter David Cameron und die Liberaldemokraten gemeinsam regierten. Seit 1945 gab es nur drei „hung parliaments“ in Großbritannien.

7.43 Uhr: Auch EU-Kommissar Günther Oettinger erwartet nach dem Ausgang der Wahl mehr Unsicherheit bei den Brexit-Verhandlungen. Unklar sei, ob diese wie geplant beginnen könnten, sagte er dem Deutschlandfunk.

Theresa May will sich um 11 Uhr äußern

7.38 Uhr: May wird sich dem Hörfunksender LBC zufolge um 11 Uhr (10 Uhr nach britischer Zeit) zum Wahlergebnis äußern. Wird sie ihren Rücktritt einreichen?

7.30 Uhr: Europaabgeordnete sehen wegen des schwachen Abschneidens der britischen Premierministerin Theresa May mit Unruhe auf die Brexit-Verhandlungen. "Die Zeit für eine vernünftige Aushandlung des britischen EU-Austrittes wird angesichts der unklaren Führungssituation sehr knapp", sagte der Grünen-Europachef Reinhard Bütikofer.

6.56 Uhr: Jetzt ist es absolut sicher: Nach der Auszählung der Stimmen von Southampton ist es für Theresa May ausgeschlossen, die absolute Mehrheit noch zu erreichen, meldet BBC. Labour-Kandidat Alan Whitehead hat den Wahlkreis gewonnen. Die Tories haben damit rechnerisch keine Chance mehr, über die Hälfte der 650 Wahlkreise zu gewinnen.

6.52 Uhr: Was passierte nun mit dem Brexit, dem angekündigten Ausstieg der Briten aus der EU? Die Großbank JP Morgan sieht eine gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien eine Verschiebung der Brexit-Verhandlungen beantragen muss. Dadurch könnte der ohnehin schon enge Zeitplan für die Verhandlungen gestört werden.

6.49 Uhr: Das britische Pfund verliert nach dem prognostizierten Rückschlag für Theresa May. Die Währung verbilligte sich im frühen Handel um bis zu zwei Prozent auf 1,2695 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit dem 18. April, als May zu den vorgezogenen Neuwahlen aufgerufen hat.

Wahl in Großbritannien: Theresa May verliert absolute Mehrheit

6.41 Uhr: Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat nach Angaben der BBC die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verloren. Die Tories hatten am Freitagmorgen nach Auszählung von fast allen der 650 Wahlkreise dem Sender zufolge keine Chance mehr, die Marke von 326 Sitzen zu knacken. Somit stehen die Konservativen ohne Regierungsmehrheit da, Mays Zukunft ist ungewiss.

6.38 Uhr: Laut BBC-Reporterin Laura Kuenssberg glaubt ein ranghohes Kabinettmitglied nicht an einen schnellen Rückzug Mays. Vielmehr bleibe sie vermutlich zunächst Premierministerin, mit dem Versprechen, sich später einer Entscheidung zu stellen. Nachdem die Konservativen ihre absolute Mehrheit nach den Neuwahlen voraussichtlich verlieren, nehmen die Spekulationen um einen Rücktritt zu.

6.30 Uhr: Ein „hung parliament“ scheint in Großbritannien sie gut wie sicher, prophezeit der britische Wahlexperte Professor John Curtice. Keine Partei erreicht dann die Mehrheit - in einem Land mit Mehrheitswahlrecht wie Großbritannien ist dies kein Normalfall, sondern eher eine unerwünschte Ausnahme. Theresa May müsste im Fall eines „hung parliament“ einen Koalitionspartner finden, eine Minderheitsregierung führen - oder erneut Neuwahlen ausrufen.

6.14 Uhr: 550 der 650 Sitze sind nun ausgezählt. Die Tories kommen jetzt auf 256 Abgeordnete, Labour auf 231. Der Sender Sky News sagt für die Konservativen 315 bis 321 Sitze voraus – das wäre der Verlust der absoluten Mehrheit. Dafür wären 326 Sitze nötig.

05.52 Uhr: Noch immer fehlen 56 Wahlkreise für das Endergebnis. Derzeit haben die Konservativen 285 und die Labours 245 Sitze für sich gewonnen. Damit bauen die Konservativen ihren Vorsprung weiter aus. Ob es für eine absolute Mehrheit reicht ist noch fraglich.

05.32 Uhr:Nach einer Hochrechnung von BBC kommen die Konservativen auf 43 Prozent, die Labour Party auf 40 Prozent, 8 Prozent Liberal Democratics, Ukip 2 Prozent, Greens 2 Prozent. Es sind bereits 555 Wahlkreise ausgezählt. Fehlen noch 145 Wahlkreise, dann steht das Ergebnis fest.

Nicola Sturgeon.

05.28 Uhr: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sieht die Schottische Nationalpartei (SNP) trotz heftiger Verluste als Siegerin der Parlamentswahl in Großbritannien. Für die britische Premierministerin Theresa May sei das Ergebnis dagegen ein Desaster, sagte Sturgeon der BBC nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen.

05.23 Uhr: Der britische Außenminister Boris Johnson ist in seinem Wahlkreis Uxbridge westlich von London wiedergewählt worden. Angesichts des ungewissen Wahlausgangs war ihm zum Jubeln aber nicht zumute. „Eines ist uns allen klar. Wir müssen unseren Wählern zuhören und ihre Sorgen anhören“, sagte der konservative Politiker. Mit 23 716 Stimmen gewann Johnson seinen Wahlkreis weit weniger deutlich als bei der vorangegangenen Parlamentswahl im Jahr 2015.

Wahl in Großbritannien: Konservative liegen knapp vorne

05.18 Uhr: Die Conservative Party um Theresa May baut derweil ihren Vorsprung aus. Laut dem britischen Sender Sky liegen die Tories bei 246 Sitzen, wohingegen die Labours 225 Sitze holen. Zur Erinnerung: 326 Sitze sichern die absolute Mehrheit. 

05.06 Uhr: Inzwischen sind rund 495 Wahlkreise ausgezählt. Bei Konservativen und Labours herrscht derzeit Gleichstand: 218 Sitze zählt jede Partei.

04.53 Uhr: Wie der Sender CNN berichtet hat sich Theresa May nach der Rede in ihrem Wahlkreis Maidenhead wieder auf den Weg zurück nach London gemacht. Das Endergebnis der Wahl steht in Kürze fest.

Theresa May: „Brauchen Phase der Stabilität“

04.48 Uhr: Die Conservative Party holt auf: Laut BBC verbuchen die Tories 191 Sitze, die Labour Party 193. 444 Wahlkreise sind bereits ausgezählt.

04.20 Uhr: Theresa May hat ihren Wahlkreis Maidenhead gewonnen. Die britische Premierministerin Theresa May hat sich zurückhaltend zu den ersten Ergebnissen der Parlamentswahl geäußert. Das Land brauche nun eine Phase der Stabilität, sagte sie mit zitternder Stimme nach der Verkündung des Wahlergebnisses in ihrem Wahlkreis Maidenhead. Die konservative Partei werde voraussichtlich als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen. „Es obliegt uns, für diese Stabilität zu sorgen“, sagte May.

Corbyn fordert May zum Rücktritt auf

04.16 Uhr: Nach 313 ausgezählten Wahlkreisen ist der aktuelle Zwischenstand: 147 Sitze für die Labour Party, 131 für die Tories. Die Scottish National Party kann sich 20 Sitze sicher, 3 gehen an die Liberal Democrats und 8 an DUP. 

04.07 Uhr: Jeremy Corbyn hat seinen eigenen Wahlkreis Islington North gewonnen. In seiner Rede hat Corbyn die britische Premierministerin Theresa May angesichts der Verluste ihrer Partei bei der Parlamentswahl zum Rücktritt aufgerufen. May habe Parlamentssitze, "Unterstützung und Vertrauen verloren", sagte der Labour-Chef am frühen Freitagmorgen. Die konservative Regierungschefin müsse abtreten und Platz machen für eine "wirklich repräsentative Regierung", fügte Corbyn hinzu, der im Wahlkreis Islington North sein Parlamentsmandat verteidigte.

Wahl in Großbritannien: Konservative könnten knappe Mehrheit holen

03.45 Uhr: 200 von 650 Wahlkreisen sind ausgezählt. 97 Sitze kann die Labour Party für sich gewinnen. 79 gehen an die Conservative Party von Theresa May. Die Scottish National Party holt 13 Sitze. 

03.40 Uhr: Die konservative Partei von Theresa May erreicht Hochrechnungen zufolge in der britischen Parlamentswahl ein Ergebnis um die absolute Mehrheit. Rechnungen im Auftrag der Nachrichtenagentur PA sahen die Tories nach der Auszählung der ersten 100 von 650 Wahlkreisen bei 330 Sitzen. Damit wäre ihre Regierungsmehrheit geschrumpft, die Konservativen könnten aber ohne Partner an der Macht bleiben. Die BBC sah die Tories dagegen bei 322 Sitzen, das würde nicht für eine absolute Mehrheit reichen.

03.39 Uhr: Sichtlich gut gelaunt ist Jeremy Corbyn in den frühen Morgenstunden in der Auszählzentrale in Islington, London eingetroffen. 

Wahlen in Großbritannien: Muss May zurücktreten?

03.36 Uhr: Derzeit liegt in der Auszählung die Labour Partei vorne. Das liegt unter anderem daran, dass die Stimmen der Großstädte meist als erstes ausgezählt sind und eingereicht werden. Dort liegt die Partei von Jeremy Corbyn traditionell vorne. Sobald die ländlichen Bereiche ebenfalls ausgezählt sind, kann sich das Gesamtbild noch drastisch verändern. Unabhängig davon dürfte es für Theresa May trotzdem eng werden. In den sozialen Medien mehren sich die Spekulationen, dass sie trotz eines Wahlsieges zurücktreten muss. Sie und ihre Politik werden maßgeblich für die Verluste der Tories verantwortlich gemacht.

03.27 Uhr: Das Wettbüro Betfair hatte nach den Exit Polls auf Jeremy Corbyn gesetzt. Das berichtet Bild.de. Rund eine Stunde später dann der Rückzieher: Theresa May ist wieder Favoritin. 

03.10 Uhr: Mittlerweile sind 94 der 650 Wahlkreise ausgezählt. Die Labour Party hat bereits 51 Sitze besetzt, die Konservativen 31. 7 Sitze gehen an die Scottish National Party, 2 an die Democratic Unionist Party (DUP).

03.08 Uhr: Die Wahlbeteiligung liegt derzeit bei rund 67,3 Prozent. Im Vergleich zur Unterhaus-Wahl im Jahr 2015 ist sie damit leicht angestiegen. Damals gaben 66,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Wahlen in Großbritannien: So reagieren die britischen Zeitungen

02.52 Uhr: Die britischen Medien halten sich nicht zurück mit ihren Reaktionen zum Wahl-Schock in Großbritannien. Hier finden Sie einen Überblick über die Titelseiten der wichtigsten britischen Zeitungen von Freitag: „Gezockt und verloren“: Das sagen britische Medien zum Wahl-Schock.

02.31 Uhr: Die Auszählung der Wahlkreise dauert mehrere Stunden. Einem britischen User bei Twitter geht das anscheinend nicht schnell genug. 

02.23 Uhr: Inzwischen sind 36 der 650 Wahlkreise ausgezählt. Die Labour Party gewinnt einen Sitz dazu und holt 22 Sitze, die Conservative Party steht bei 10 Sitzen. Ein Sitz geht je an die Independent Party und an die Scottish National Party, zwei Sitze an die Democratic Unionist Party.

DUP signalisiert Koalitionsbereitschaft mit May

02.12 Uhr: Der Chef der katholischen Sinn-Fein-Partei in Irland, Gerry Adams, zweifelt derweil daran, dass May eine Zukunft als Premierministerin hat. „Ich weiß nicht, wie Theresa May das überleben kann“, sagte er. Die Abgeordneten von Sinn Fein nehmen ihre Sitze traditionell nicht ein. Eine Abkehr davon, um eine Mehrheit der Konservativen zu verhindern, schloss er aus.

02.02 Uhr: Die Partei der nordirischen Protestanten der DUP (Democratic Unionist Party) sind zu Koalitionsverhandlungen mit den Konservativen von Premierministerin Theresa May bereit. Das deutete der DUP-Politiker Jeffrey Donaldson an, der sich für die Partei um einen Sitz im britischen Parlament beworben hat. „Natürlich werden wir mit ihnen (den Konservativen) über ihren Wunsch sprechen, eine Regierung zu bilden“, sagte Donaldson der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. 

Snowden kritisiert Theresa May wegen Menschenrechts-Äußerung

01.55 Uhr: Zwischenstand: Bisher sind 15 der 650 Wahlkreise ausgezählt. 10 Sitze gehen an die Labour Party, 5 an die konservative Partei (Quelle: The Guardian

01.43 Uhr: Die aktuelle politische Unsicherheit bis alle Stimmen ausgezählt sind, spiegelt sich deutlich auf den Titelseiten der britischen Zeitungen wieder. Da der Andruck bereits vor dem offiziellen Ergebnis erfolgte, halten sich die Zeitungen bewusst vage. Einig sind sich allerdings alle: Das Ergebnis dieser Neuwahl ist ein Schock. Hier sehen Sie eine Auswahl der Zeitungen von Freitag.

01.29 Uhr:  Der US-Whistleblower Edward Snowden hat sich zum schwachen Abschneiden der britischen Konservativen bei der Parlamentswahl geäußert: Die Entscheidung von Premierministerin Theresa May, mit der möglichen Abschaffung von Menschenrechten Wahlkampf zu machen, sei „nicht sehr klug“ gewesen, erklärte Snowden über Twitter.

Liberal Democrats schließen Koalition aus

01.24 Uhr: Die britischen Liberaldemokraten schließen eine Koalition nach der Parlamentswahl vom Donnerstag aus. Ersten Prognosen zufolge könnte keine Partei eine ausreichende Mehrheit zur Alleinregierung erreicht haben. „Wir bekommen eine Menge Anrufe, um ganz klar zu sein: Keine Koalition, keine Deals“, hieß es auf der Twitter-Seite der Pressestelle der Liberaldemokraten.

01:28 Uhr: Wer ist der Mann, der es offenbar geschafft hat der regierenden konservativen Partei (und damit Theresa May) einen solchen Dämpfer zu versetzen? Hier finden Sie ein Portrait über Jeremy Corbyn - der unterschätzte Labour-Parteirebell.

01.07 Uhr: Die Europäische Union erwartet ohnehin hochkomplizierte Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens. Mit einem knappen Wahlergebnis in Großbritannien würde es keineswegs leichter. Lesen Sie hier mehr über die Auswirkungen der Wahl auf den Austritt Großbritanniens aus der EU.

Was bedeutet „hung parliament“?

00.59 Uhr: In der Regel sorgt das Mehrheitswahlrecht in Großbritannien für klare Verhältnisse. Doch ersten Prognosen zufolge könnte es bei der Parlamentswahl keine eindeutige Mehrheitspartei geben - ein sogenanntes „hung parliament“.

Schaffen weder Konservative noch Labour eine absolute Mehrheit, müssen sie sich bei einem „hung parliament“ mit einer kleineren Partei zusammentun. Eine Partei kann auch eine Minderheitsregierung bilden und sich von kleineren Gruppen oder einzelnen Abgeordneten tolerieren lassen.

00.54 Uhr:

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts des britischen Ausstiegs aus der EU und der protektionistischen Politik von US-Präsident Donald Trump die Einheit Europas beschworen. „In einer globalisierten Welt gilt es, Brücken zu bauen und nicht, Zugbrücken hochzuziehen. Wer sich abschottet, wird von den weltweiten Entwicklungen abgeschnitten“, warnte sie am Donnerstag vor Studenten bei ihrem Argentinien-Besuch in Buenos Aires. Merkel ergänzte: „Ein geeintes Europa kann weltweit seine Werte und Interessen behaupten.“ 

Der Brexit sei für die EU eine herbe Zäsur, bekräftigte die Kanzlerin. „Aber wir verstehen sie auch als einen Weckruf. Wir müssen und wir wollen den Wert Europas sichtbarer machen.“

Diesen Tweet könnte Theresa May nun bereuen

00.50 Uhr: Ob Theresa May diese Aussage schon bereut? „Wenn ich nur sechs Sitze verliere, dann verliere ich diese Wahl und Jeremy Corbyn wird mit Europa am Verhandlungstisch sitzen“ - am 20. Mai schrieb die britische Premierministerin das auf Facebook und Twitter. 

Nach Veröffentlichung der ersten Wahlprognose am Donnerstagabend verbreitete der Post sich schnell in den sozialen Netzwerken. Denn der Wählerbefragung zufolge könnte May nicht nur mehr als sechs Sitze, sondern sogar die absolute Mehrheit ihrer konservativen Tories im Unterhaus verloren haben. Mays Herausforderer und Labour-Chef Corbyn hätte den Zahlen zufolge aber keine Mehrheit.

00.44 Uhr: Offenbar bereiten sich auch die Sicherheitskräfte in Großbritannien auf einen möglichen Machtwechsel vor. Wie ein Reporter von Sky bei Twitter berichtet, haben sich nach der Verkündung der Exit Polls bewaffnete Polizisten vor Jeremy Corbyns Haus in Stellung gebracht. 

Auszählung: Newcastle schlägt Sunderland

Die Auszählung der Stimmen ist in vollem Gange. 

00.32 Uhr: Die für Schottlands Unabhängigkeit kämpfende Partei SNP hat in der britischen Unterhauswahl einer Prognose zufolge viele Sitze verloren. Die Nationalpartei der Schotten mit ihrer Chefin Nicola Sturgeon kommt der Wählerbefragung zufolge nur noch auf 34 Sitze. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatte die SNP noch 56 von 59 möglichen Sitzen geholt. Die Partei stellt sich nur in Schottland zur Wahl. Sturgeon strebt ein zweites Referendum über Schottlands Unabhängigkeit an. Sie begründet dies mit dem EU-Austritt Großbritanniens, den eine Mehrheit der Schotten abgelehnt hat.

00.24 Uhr: Der ehemalige Chef der EU-feindlichen Partei Ukip, Nigel Farage hat sich via Twitter zu Wort gemeldet und übt harsche Kritik an Theresa May: 

„Wie auch immer das wirklich ausgeht, die Konservativen brauchen einen Anführer, der an den Brexit glaubt.“

00.23 Uhr: Newcastle schlägt Sunderland: Das klingt wie eine Fußball-Meldung, es geht aber um die britische Parlamentswahl. Die beiden nordenglischen Städte liefern sich traditionell ein Rennen darum, als erster von 650 Wahlkreisen ein Ergebnis vorzulegen. In den vergangenen 25 Jahren hatte stets Sunderland gewonnen. 

Diesmal lieferte Newcastle ein paar Minuten vor dem Erzrivalen und nur eine Stunde, nachdem die Wahllokale geschlossen hatten - Sportstudenten rannten mit den Wahlurnen zur Auszählung. Dass Labour-Kandidatin Chi Onwurah gewann, war dagegen keine Überraschung.

00.11 Uhr: Die ersten zwei Sitze im Unterhaus stehen fest. Die Wahlkreise Newcastle und Sunderland schicken zwei Abgeordnete der Labour Party nach London.

Theresa May liegt vorne, verliert aber deutlich

23.43 Uhr: Welche Bedeutung der Verlust der absoluten Mehrheit für Theresa May haben könnte, haben wir hier für Sie zusammengefasst. 

23.33 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet verlor das britische Pfund unmittelbar nach den ersten Prognosen an Wert. Der Verlust von 2 Prozent spiegelt die unklaren Machtverhältnisse in Großbritannien wieder. Finanzmärkte reagieren auf politische Veränderungen mit teils starken Kursschwankungen. 

23.19 Uhr: Das britische Boulevard-Blatt The Sun titelt - in Anspielung auf den berühmten Song der Beatles - mit der Schlagzeile „Hard May‘s Night“ - Es wird eine lange Nacht für die Premierministerin. Bis das endgültige Wahlergebnis feststeht, muss sie um die absolute Mehrheit ihrer Partei im Unterhaus zittern. 

Fest steht: Wenn sich das Wahlergebnis nicht noch drastisch zugunsten der Konservativen verändert, ist das eine herbe Schlappe für Theresa May. 17 Sitze hat ihre Partei laut Prognosen wohl verloren. Die Labour Party konnte hingegen 34 Sitze dazu gewinnen.

Wahllokale sind geschlossen - die ersten Prognosen

23.00 Uhr: Die Wahllokale sind nun geschlossen. Die ersten Prognosen sind da: 314 Sitze für die Konservativen und 266 für die Labour Partei (Quelle: BBC). Die Scottish National Party (SNP) kommt nach dieser Vorhersage auf rund 34 Sitze im Unterhaus. Damit haben die Konservativen rund 17 Sitze verloren. Die Labour Party hat zugelegt. Keine Partei erreicht wohl die absolute Mehrheit.

Dieser Sonderfall - genannt „hung parliament“ - geschah zuletzt bei den Neuwahlen im Jahr 2010. Damals gingen die konservativen Tories unter David Cameron eine Koalition mit den Liberal Democrats ein.

22.30 Uhr: Noch eine halbe Stunde haben die Wahllokale in Großbritannien noch geöffnet. Dann werden die ersten Prognosen erwartet. In den sozialen Medien rufen viele Medien und Bürger diejenigen, die es noch nicht an die Urnen geschafft haben, noch schnell wählen zu gehen. 

20.33 Uhr: Die nordostenglische Stadt Sunderland ist seit 1992 bei Wahlauszählungen immer die schnellste. Teilweise lagen schon eineinhalb Stunden nach dem Schließen der Wahllokale die Endergebnisse für die drei dortigen Wahlkreise vor. Konkurrenz macht ihr die Nachbarstadt Newcastle. Um aber möglichst schnell zu sein, sind die Wahlzettel in Sunderland aus dünnerem Papier hergestellt und werden von Bankangestellten gezählt. Das Endergebnis wird erst zwischen 4 und 5 Uhr morgens am Freitag feststehen.

Die Neuwahlen in Großbritannien in Bildern

19.26 Uhr: Im Brautkleid gab Sorcha Eastwood, die selbst auch als Kandidatin fürs Unterhaus antritt, ihre Stimme ab. Vor ihrem Hochzeitsempfang machte sie mit ihrem frischgebackenen Ehemann Dale Shirlow in einem Wahllokal in Lisburn in Nordirland Halt. Danach widmete sich das Brautpaar wieder seinen Gästen. Eastwood kandidiert für die nordirische Alliance Party in West Belfast.

Die Kandidatin für West Belfast der Alliance, Sorcha Eastwood verlässt in einem Brautkleid mit ihrem Ehemann Dale Shirlow ein Wahllokal in Lisburn.

19.01 Uhr: Warum wählen die Briten eigentlich an einem Donnerstag ihr neues House of Commons? Wer sich das auch schon einmal gefragt hat, muss sich das kurze Erklärvideo unten ansehen. Theorie 1: Freitags gegen die Briten in den Pub, samstags schlafen sie aus...

18.26 Uhr: Nicht nur in Schulen oder Gemeindehallen machen die Briten ihre Kreuzchen, sondern auch in Bücherbussen, Bahnwaggons, Nagelstudios und Pubs. Im „Fox & Hounds“ in Oxfordshire war das erfrischende Bier nach dem Erledigen der Wählerpflicht nicht weit. Andere Wähler konnten nebenbei noch eine Maschine Wäsche waschen oder Kalorien abtrainieren - auch eine Münzwäscherei und Fitnesscenter wurden zu Wahllokalen umfunktioniert.

18.08 Uhr: Viele Briten stehen auch vor der Entscheidung, ob sie lieber den Hund oder das Baby mit ins Wahllokal nehmen wollen. Unter den Hashtags #babiesatpollingstations (Babys in Wahllokalen) und #dogsatpollingstations (Hunde in Wahllokalen) posteten zahlreiche Bürger Fotos ihrer Begleiter auf Twitter oder Instagram. Wem Hunde und Babys zu langweilig waren, der brachte einfach Pferd, Ratte oder Schildkröte mit.

17.59 Uhr: Die Briten wählen aktuell noch - und wenn die amtierende Premierministerin ihre Stimme abgibt, dann kann das schon mal einen Hashtag auf Twitter auslösen. Bei der Stimmabgabe in ihrem Wahlkreis in Maidenhead westlich von London trug Theresa May nämlich flache Ballerinas mit Leopardenfell-Muster und schwarzer Schleife. Damit inspirierte sie sogleich einen neuen Trend im Netz. Auf Twitter posteten Wähler Fotos ihrer Wahlschuhe unter dem Hashtag #votingshoes.

Theresa Mays Schuhe wurden zu einem Hashtag bei Twitter.

Neuwahlen in Großbritannien: Worum geht es eigentlich?

Was wird am Donnerstag eigentlich gewählt? Die Briten hätten noch bis 2020 Zeit gehabt, sich für ein neues Parlament zu entscheiden. Doch der Brexit hat alles verändert auf der Insel. Theresa May ließ über die Auflösung des Unterhauses abstimmen und möchte sich mit den Neuwahlen ihren Brexit-Kurs - kurz gesagt - absichern lassen. Damals, am 19. April, lagen Mays Tories in den Umfragen weit vor der Labour-Party. Doch kurz vor den Wahlen sieht es nun etwas anders aus: Mays Herausforderer Jeremy Corbyn holt mehr und mehr auf. 

Die Wahl am Donnerstag ist eine Richtungsentscheidung, die auch für Deutschland und die EU gravierende Folgen hat. Eine kleine Auswahl davon:

BREXIT-VERHANDLUNGEN: „Brexit heißt Brexit“: Mit dem Mantra Mays würde auch Corbyn nicht brechen. Allgemein gesprochen dürfte eine Labour-geführte Regierung in London für die EU aber der angenehmere Verhandlungspartner sein. Dass die Briten sich wegen festgefahrener Positionen ganz ohne „Deal“ aus der EU verabschieden, haben die Sozialdemokraten im Wahlprogramm schon mal ausgeschlossen. Dagegen sagen die Konservativen: lieber keinen Deal als einen „schlechten“.

DEUTSCHE AUF DER INSEL: Mehr als drei Millionen EU-Ausländer leben in Großbritannien, darunter auch viele Deutsche. Labour, die Liberaldemokraten und die schottische Nationalpartei wollen die Rechte von EU-Bürgern im Land erhalten. Die Konservativen sind da nicht so entgegenkommend und machen das von den Verhandlungen über den EU-Austritt abhängig. Es könnte etwa um Themen wie Familiennachzug gehen. Die Freizügigkeit wird mit dem Brexit allerdings ziemlich sicher eingeschränkt, egal, wie die Wahl ausgeht.

HANDEL: Großbritannien ist für Deutschland dem Auswärtigen Amt zufolge der fünftwichtigste Handelspartner und der drittwichtigste Exportmarkt. Mehr als 2500 deutsche Unternehmen haben Niederlassungen im Vereinigten Königreich, in Deutschland sind rund 3000 britische Unternehmen engagiert. Die Konservativen wollen den europäischen Binnenmarkt und die Zollunion verlassen, Labour würde lieber aushandeln, dass die Briten ein Teil davon bleiben.

KOOPERATION: Auch in anderen vom EU-Austritt betroffenen Bereichen will Labour engere Verbindungen mit der EU halten. Sie wollen zum Beispiel im europäischen Austauschprogramm Erasmus bleiben, im EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizont 2020, in der Europäischen Arzneimittel-Agentur und in der europäischen Atomgemeinschaft Euratom. Im Wahlprogramm der Tories gibt es solche konkreten Pläne nicht.

WELTPOLITIK: Die Briten haben einen von fünf ständigen Sitzen im UN-Sicherheitsrat und beteiligen sich mehr als Deutschland an Militäreinsätzen, etwa im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). Beide großen Parteien legen - erst Recht in Brexit-Zeiten - großen Wert auf Allianzen wie die Nato. Die Unterschiede zwischen den außenpolitischen Plänen sind überschaubar, weil Corbyn seine früheren, eher radikal-linken Haltungen nicht durchboxen will (oder kann). Ins britische Atomwaffen-Programm Trident wollen beide investieren, Labour strebt aber eine atomwaffenfreie Welt an.

Wer wird die Unterhauswahl in Großbritannien gewinnen? Labour Party oder Conservative Party?

pak/vf/dpa

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