Parlamentswahlen

Merkel telefoniert mit Kurz: Die Reaktionen nach der Wahl in Österreich

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Nach der Wahl in Österreich steht der Wahlsieger fest: Die konservative ÖVP. Luxemburgs Außenminister Asselborn äußert sich besorgt über das Ergebnis. Alle Reaktionen im Überblick.

Wien - Der konservative Wahlsieger in Österreich, Außenminister Sebastian Kurz, sieht sich nach dem Ergebnis der Parlamentswahl deutlich gestärkt. „Das ist unsere Chance für echte Veränderung in diesem Land“, sagte der ÖVP-Chef Sonntagabend in Wien. Bei seiner Rede vor begeisterten Anhängern stand er vor einer österreichischen und europäischen Flagge. Er verstehe das Wahlergebnis als deutlichen Auftrag. Laut Hochrechnungen liegt die ÖVP mit 31,6 Prozent klar an erster Stelle. Mit der Rückendeckung der Wähler will Kurz einen neuen politischen Stil etablieren. „Ich nehme diese Verantwortung mit großer Demut an“, so Kurz.

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Chef der österreichischen Konservativen, Sebastian Kurz, zum Sieg seiner Partei bei der Parlamentswahl beglückwünscht. Kurz sagte am Sonntagabend im ZDF-„heute journal“, er freue sich, dass Merkel ihn angerufen und ihm gratuliert habe. Mit den Schwesterparteien CDU und CSU habe es immer eine gute Zusammenarbeit gegeben. Diese wolle er weiter pflegen.

Der führende CSU-Europaparlamentarier Manfred Weber hat dem Chef der Konservativen in Österreich, Sebastian Kurz, zum Wahlsieg gratuliert. „Das ist ein klarer Auftrag an Sebastian Kurz, eine stabile Regierung zu bilden“, sagte Weber am Sonntagabend nach ersten Hochrechnungen. „Er hat mit seiner ÖVP verhindert, dass die FPÖ die stärkste Kraft wird.“

Für Europa sei das ein gutes Signal, sagte der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament weiter. Kurz spreche auch in schwierigen Fragen Klartext, wie etwa zum Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei oder zur Begrenzung der Zuwanderung. „Genau das braucht Europa heute: Mut zur Ehrlichkeit“, meinte Weber.

Das Ergebnis und Hochrechnungen im Live-Ticker zur Nationalratswahl 2017.

Österreichs Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern hat nach den Parlamentswahlen vor erstarkten rechten Kräfte in seinem Land gewarnt. „Wir haben mit einem massiven Rechtsruck zu tun“, sagte der Chef der österreichischen Sozialdemokraten am Sonntag in Wien. Die SPÖ müsse in der kommenden Legislaturperiode deshalb umso mehr für die Werte der Partei kämpfen. „Es geht darum, ein offenes, modernes, demokratisches und vielfältiges Österreich zu verteidigen.“ Eine erneute Regierungsbeteiligung schloss Kern nicht dezidiert aus. „Wir wollen Verantwortung übernehmen, in welcher Form wird sich weisen.“

Französische Rechtspopulistin Le Pen gratuliert FPÖ zu Wahlerfolg

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat ÖVP-Chef Sebastian Kurz zum Wahlsieg in Österreich gratuliert. „Er wird als neuer Kanzler ein enger, starker Partner Bayerns sein - auch bei der großen Aufgabe der Begrenzung der Zuwanderung nach Europa“, sagte Scheuer am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat den „Freunden und Verbündeten“ der rechten österreichischen FPÖ zu deren Wahlerfolg gratuliert. Das Ergebnis der Parlamentswahl sei ein Zeichen, dass die „europäischen Völker ihrer Freiheit und ihrer Identität“ verbunden seien, schrieb die Chefin der Front National am Sonntagabend auf Twitter.

Die AfD hat das starke Abschneiden der FPÖ bei den österreichischen Parlamentswahlen begrüßt. „Das ist ein toller Erfolg für die FPÖ, auch wenn wir natürlich gehofft hatten, sie würde stärkste Kraft werden“, sagte Bundesvorstandsmitglied Georg Pazderski am Sonntagabend. Der Vorsitzende der konservativen ÖVP, Sebastian Kurz, sei aus Sicht der AfD „zumindest das kleinere Übel gegenüber der SPÖ“. Pazderski ist auch Vorsitzender der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Asselborn: Wahl in Österreich bedeutet Rechtsruck 

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat sich besorgt über das erwartete Wahlergebnis in Österreich gezeigt. „Das bedeutet einen Rechtsruck“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur kurz nach der Schließung der Wahllokale am Sonntag. Österreich habe mit dem früheren Kanzler Bruno Kreisky, Ex-Außenminister Alois Mock und Ex-Präsident Heinz Fischer große Europäer hervorgebracht, die eine nachhaltige europäische Linie vorgegeben hätten, sagte Asselborn weiter. Er hoffe, dass die künftige Regierung dies nicht vergesse.

Die rechte FPÖ habe sich im Wahlkampf so zahm wie noch nie gegeben. „Und wenn man zahm ist, ist man vernünftig“, sagte Asselborn. „Wenn die FPÖ in die Regierung kommt, kann sie zeigen, dass sie nicht auf einer Linie mit der AfD ist.“

Die Linken-Europaparlamentarierin Cornelia Ernst fordert nach dem Wahlerfolg von ÖVP und FPÖ in Österreich eine klare Haltung der EU gegenüber der Alpenrepublik. „Mit rund 60 Prozent der Stimmen rechts der Mitte zieht ein neuerlicher Rechtsruck durch Österreich, der nach dem Präzedenzfall von 1999/2000 die EU auch heute nicht kaltlassen darf“, sagte Ernst am Sonntagabend.

EU-Parlamentspräsident Tajani freut sich über ÖVP-Sieg in Österreich

Europaparlamentspräsident Antonio Tajani hat den Konservativen in Österreich zum Wahlsieg gratuliert. „Glückwunsch @sebastiankurz“, schrieb der konservative Italiener am Sonntagabend im Kurznachrichtendienst Twitter. „Wir zählen auf eine starke pro-europäische Regierung, um an unserer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten“, meinte Tajani weiter.

Hochrechnungen zufolge geht die konservative ÖVP unter dem 31-jährigen Sebastian Kurz als Sieger aus den Wahlen in Österreich hervor. Die Sozialdemokraten und die erstarkte rechte FPÖ folgen dahinter.

Wahl in Österreich: Jubel in den Wahlzentralen der ÖVP und FPÖ

vf/dpa/AFP/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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