Regionalwahl in Katalonien
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In Katalonien wird unter Pandemie-Bedingungen gewählt.

Spanien blickt nach Barcelona

Brisante Wahl in Katalonien: Eil-Ergebnisse deuten auf neue Probleme - Separatisten vorne

Hofft Katalonien weiter auf die Unabhängigkeit? Darum ging es bei der Parlamentswahl in der abtrünnigen Region. Erste Prognosen sehen die Separatisten vorn - wie bisher. Aber etwas ist doch anders.

Update vom 14. Februar, 23.05 Uhr: Auch die ersten Auszählungsergebnisse bestätigen es: Bei der Regionalwahl in der nordostspanischen Region Katalonien haben die Unabhängigkeitsbefürworter am Sonntag Eilergebnissen zufolge ihre Mehrheit ausgebaut. Drei Parteien, die für die Loslösung von Madrid eintreten, konnten nach Auszählung von rund 75 Prozent der Stimmen mit 74 Sitzen in dem 135-köpfigen Regionalparlament rechnen. Die Sozialisten, die gegen eine Abspaltung sind, erhielten demnach mehr als 23 Prozent der Stimmen, sie können mit 33 Sitzen rechnen.

Die spanische Zentralregierung in Madrid hatte auf eine Ablösung der in Barcelona regierenden Pro-Unabhängigkeitsparteien JxC und ERC durch den Sozialisten Salvador Illa gehofft. Stattdessen kommt die separatistische Partei „Zusammen für Katalonien“ (JxC) voraussichtlich auf 32 Sitze, die moderatere ERC auf 33 Sitze und die radikale CUP auf neun.

Wahl in Katalonien: Prognosen deuten auf neue Probleme

Erstmeldung: Barcelona - Bei der Parlamentswahl in Katalonien haben separatistische Parteien einer inoffiziellen Prognose zufolge die meisten Parlamentssitze erobert. Offizielle Ergebnisse der Stimmenauszählung lagen am Sonntagabend zunächst noch nicht vor. Nach der vom staatlichen TV-Sender RTVE unmittelbar nach der Schließung der Wahllokale veröffentlichten Prognose können alle separatistischen Parteien zusammen mit insgesamt 73 bis 78 Abgeordneten im Regionalparlament in Barcelona mit seinen 135 Sitzen rechnen. Die Mehrheit liegt bei 68 Sitzen.

Die Wahlbeteiligung lag angesichts der Corona-Pandemie wesentlich niedriger als bei der Wahl 2017. Damals lag sie bei gut 79 Prozent. Die Wahl besitzt große Bedeutung auch für ganz Spanien*.

Wahl in Katalonien: Sozialisten legen zu - Regierungsbildung könnte schwierig werden

Wesentlich verbessern konnte sich die in Madrid regierende sozialistische PSOE*, die in Katalonien PSC heißt. Sie könnte auf 34 bis 36 Sitze kommen. Sie ist gegen eine Abspaltung der im Nordosten des Landes gelegenen Region. Aber anders als die frühere konservative Regierung der Volkspartei sind die Sozialisten offen für Verhandlungen.

Sollten sich die Prognosen bestätigen, könnte eine Regierungsbildung schwierig werden. Ob sich die beiden größten separatistischen Parteien, die linke ERC und die liberal-konservative JuntsxCat, wie in der abgelaufenen Legislaturperiode wieder auf eine Regierung einigen könnten, ist ungewiss. Die Unterschiede hinsichtlich des Wegs zur Unabhängigkeit und auch auf anderen Politikfeldern sind groß. Zudem werben die Sozialisten für Gespräche über eine Beilegung des Konflikts.

Eine herbe Niederlage deutete sich für die größte Oppositionspartei Spaniens an, die konservative Volkspartei. Sie wurde nach der Prognose von der rechtspopulistischen Vox überholt. Einen Absturz erlebte die liberale Ciudadanos-Partei, die einen Großteil ihrer Wähler an andere Parteien verlor. (dpa/fn) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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