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Ex-Regierungschef Giorgos Papandreou.

Sozialisten in Griechenland

Vor Wahl: Papandreou gründet neue Partei

Athen/Berlin - Schwerer Schlag für Griechenlands Sozialisten: Gut drei Wochen vor den Wahlen kommt es zur Spaltung der Pasok. Die Folgen könnten aber nicht nur für die einst allmächtige Partei unangenehm sein.

Griechenlands langjährige Regierungspartei, die sozialistische Partei Pasok, hat sich gut drei Wochen vor der Parlamentswahl gespalten. Ex-Regierungschef Giorgos Papandreou gründete in Anwesenheit Hunderter jubelnder Anhänger eine neue Bewegung. Die Partei trägt den Namen „Bewegung der Demokraten (und) Sozialisten“. Als Symbol hat sie eine Rose auf rotem Hintergrund.

Die Neugründung könnte nach Einschätzung politischer Kommentatoren die Chancen für einen Sieg der Linkspartei Syriza unter Alexis Tsipras bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 25. Januar verschlechtern. Tsipras will ein Ende der Spar- und Reformpolitik und wegen der Zinslast einen Schuldenschnitt für sein krisengeschütteltes Land. Für den Schuldenberg von mehr als 175 Prozent der Wirtschaftsleistung muss Griechenland nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) allerdings nur besonders niedrige Zinsen von im Durchschnitt 2,4 Prozent zahlen.

Experten warnen, dass Griechenland nach einem Wahlsieg von Tsipras eventuell aus der Euro-Zone ausscheiden müsse und damit eine neue Krise der Gemeinschaftwährung ausgelöst werden könnte. Die Bundesregierung hält ein Ausscheiden Griechenlands in einer Abkehr von ihrer bisherigen Haltung allerdings notfalls doch für verkraftbar, berichtete „Spiegel-Online“ am Samstag. Eine offizielle Bestätigung für diese Änderung der Position Berlins gab es zunächst nicht.

„Wir werden Geschichte schreiben“, sagte der 62-jährige Papandreou. Die neue Bewegung will das Land aus der Krise führen, indem jeder Bürger entsprechend seiner Leistungsfähigkeit einen Teil der Lasten tragen soll. Papandreou will zudem die Vetternwirtschaft bekämpfen. Das Land werde trotz der Hilfe seiner Partner in der EU nie aus der Krise herauskommen, wenn es nicht von sich aus Reformen in die Tat umsetze, sagte Papandreou.

Pasok-Chef Evangelos Venizelos bezeichnete Papandreous Abspaltung als „trauriges Ereignis“. Die Pasok lasse sich aber durch Papandreous „Gebilde“ nicht irritieren, betonte er. Papandreou spaltet die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok), die sein Vater Andreas Papandreou 1974 gegründet hatte und die das Land mehr als 20 Jahre regierte.

Beobachter werteten Papandreous Schritt als Versuch, neben den Stimmen der Sozialisten der Pasok auch einen Teil der Wählerschaft der Linkspartei Syriza zu gewinnen. Die Partei von Tsipras liegt in den Umfragen zurzeit vorn. Die neue Papandreou-Partei könnte jedoch möglicherweise den Konservativen unter Regierungschef Antonis Samaras dazu verhelfen, ihre gefährdete Position als stärkste Partei bei der Wahl zu verteidigen. Umfragen zur neuen Partei werden in den kommenden Tagen erwartet.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ stützte ihren Bericht zur besonders niedrigen Zinssätzen Griechenlands auf einen Vermerk im jüngsten Bericht der Geldgeber (EU, EZB, IWF). Für Hilfskredite aus dem Rettungsschirm EFSF zahlt Athen nach offiziellen Angaben nur 1,5 Prozent Zinsen. Das solvente Deutschland bezahle auf Bundes-Schulden durchschnittlich 2,7 Prozent Zins. Doch Griechenland bekomme Kredithilfen zu Vorzugszinsen; inzwischen liegen mehr als drei Viertel der Schulden bei öffentlichen Geldgebern.

dpa

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