Palästinenser schwenken in Gaza ihre Nationalflagge und feiern die Einigung auf ein Versöhnungsabkommen zwischen Hamas und Fatah. Foto: Khalil Hamra
1 von 6
Palästinenser schwenken in Gaza ihre Nationalflagge und feiern die Einigung auf ein Versöhnungsabkommen zwischen Hamas und Fatah. Foto: Khalil Hamra
Straßenszene in Gaza: In den Palästinensergebieten soll es bis Ende 2018 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geben. Foto: Stefanie Järkel
2 von 6
Straßenszene in Gaza: In den Palästinensergebieten soll es bis Ende 2018 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geben. Foto: Stefanie Järkel
Die Hamas hat die Kontrolle für fünf Grenzübergänge, darunter auch Rafah zu Ägypten, an die Palästinenserbehörde zurückgegeben. Foto: Adel Hana
3 von 6
Die Hamas hat die Kontrolle für fünf Grenzübergänge, darunter auch Rafah zu Ägypten, an die Palästinenserbehörde zurückgegeben. Foto: Adel Hana
Normalisierung: Erstmals seit zehn Jahren steht der Grenzübergang Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten wieder unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde. Foto: Wissam Nassar
4 von 6
Normalisierung: Erstmals seit zehn Jahren steht der Grenzübergang Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten wieder unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde. Foto: Wissam Nassar
Die Kämpfe zwischen Hamas und Fatah im Mai 2007 markierten den Beginn der palästinensischen Spaltung. Foto: Mohammed Saber
5 von 6
Die Kämpfe zwischen Hamas und Fatah im Mai 2007 markierten den Beginn der palästinensischen Spaltung. Foto: Mohammed Saber
Flucht vor dem Kugelhagel: Im Frühsommer 2007 eskalierte der Bruderzwist zwischen Fatah und Hamas. Foto: Mohammed Saber
6 von 6
Flucht vor dem Kugelhagel: Im Frühsommer 2007 eskalierte der Bruderzwist zwischen Fatah und Hamas. Foto: Mohammed Saber

Versöhnungskurs

Wahlen in Palästinensergebieten bis Ende 2018 angekündigt

Jahrelang bekämpften sich Hamas und Fatah. Nun sind die beiden Palästinenser-Organisationen auf Versöhnungskurs. Bis Ende nächsten Jahres soll es Wahlen geben - die ersten seit 2006.

Kairo/Tel Aviv (dpa) - In den Palästinensergebieten soll es bis Ende 2018 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geben. Dazu riefen die rivalisierenden Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas sowie elf weitere Gruppierungen nach zweitägigen Verhandlungen auf, wie sie am Mittwochabend in Kairo mitteilten.

Ähnliche Vereinbarungen waren in der Vergangenheit allerdings immer wieder gescheitert. Das Datum für die Wahlen soll die palästinensische Regierung von Präsident Mahmud Abbas festlegen. Seit 2006 gab es in den Palästinensergebieten keine Parlamentswahlen mehr. Zentrale Fragen zur Versöhnung, wie die Entwaffnung der radikal-islamischen Hamas, blieben allerdings offen. Ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht zu dem Thema.

Die beiden größten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas haben nach mehr als zehn Jahren Bruderzwist am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Die bisher nur das Westjordanland kontrollierende palästinensische Regierung von Präsident Abbas soll bis zum 1. Dezember die vollständige Verwaltung des Gazastreifens übernehmen.

Die Hamas kritisierte, Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde sprächen nur von der Kontrolle des Gazastreifens durch die Behörde. Sie vermieden Diskussionen über eine Kooperation zwischen der Autonomiebehörde und der Hamas, wie es Ägypten plane, sagte der führende Hamas-Vertreter Salah al-Bardawil.

Unklar ist noch wie vor, was mit den Waffen der Hamas passieren soll. Abbas hatte mehrfach eine Entwaffnung des militärischen Arms der Palästinenserorganisation gefordert - was die Hamas ablehnt. Außerdem fordert die Hamas die Übernahme von 43 000 ihrer Mitarbeiter in der Verwaltung durch die neue Einheitsregierung. Ein Komitee soll dazu bis 1. Februar eine Entscheidung treffen.

Mehr als einen Monat nach der Vereinbarung warten die rund zwei Millionen Bewohner des Gazastreifens weiterhin auf eine Verbesserung ihrer Lebensumstände. Abbas hatte im Frühjahr erklärt, nicht mehr für die israelischen Stromlieferungen in das Küstengebiet zahlen zu wollen. Israel reduzierte daraufhin den Strom. Seither haben die Menschen täglich noch rund drei bis vier Stunden Elektrizität. Darüber hinaus behelfen sich viele mit Generatoren. Außerdem kürzte Abbas die Gehälter von Tausenden Fatah-Mitarbeitern im Gazastreifen.

Präsident Abbas sagte Mitte November: "Die genaue und vollständige Umsetzung des Abkommens und die volle Ermächtigung der Regierung werden die Nöte definitiv lindern und uns allen Hoffnung bringen." Bisher kontrolliert die Hamas immer noch das Innenministerium.

Die Hamas hatte 2007 nach einem blutigen Bruderkrieg gegen die gemäßigtere Fatah die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Das Gebiet ist mit 360 Quadratkilometern Fläche nur etwa halb so groß wie Hamburg, die meisten der rund zwei Millionen Menschen leben in großer Armut. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Israel hat eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Merkel sagt Libanon weitere Hilfen in Flüchtlingskrise zu
Der Libanon leidet unter dem blutigen Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien. Kein anderer Staat weltweit hat gemessen an der Bevölkerung so viele Flüchtlinge aufgenommen. …
Merkel sagt Libanon weitere Hilfen in Flüchtlingskrise zu
CSU und CDU werfen einander antieuropäischen Kurs vor
München/Berlin (dpa) - Die Schwesterparteien CDU und CSU streiten weiter über die Flüchtlingspolitik und werfen sich gegenseitig einen antieuropäischen Kurs vor.
CSU und CDU werfen einander antieuropäischen Kurs vor
Trump: Kampf um neue Migrationsgesetze ist Zeitverschwendung
Wie weiter an der Südgrenze der USA? Nach dem Stopp der Trennung von Flüchtlingsfamilien macht sich die First Lady vor Ort ein Bild. Für Schlagzeilen und Diskussionen …
Trump: Kampf um neue Migrationsgesetze ist Zeitverschwendung
Visegrad-Staaten erteilen dem Asyl-Sondergipfel eine Abfuhr
Die mitteleuropäische Staatengruppe hält an ihren umstrittenen Positionen zur Migrations- und Asylfrage fest. Der Asyl-Sondergipfel in Brüssel interessiert sie nicht. …
Visegrad-Staaten erteilen dem Asyl-Sondergipfel eine Abfuhr

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.