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Malawis Präsidentin Joyce Banda hat am Wochenende die Wahlen in dem südostafrikanischen Land für ungültig erklärt.

Stimmenauszählung geht weiter

Wahlen in Malawi für ungültig erklärt

Blantyre - Wahlchaos in Malawi: Die Präsidentin lässt den Urnengang wegen angeblicher Manipulationen annullieren. Die Wahlkommission ignoriert sie und zählt weiter aus.

Malawis Präsidentin Joyce Banda hat am Wochenende die Wahlen in dem südostafrikanischen Land für ungültig erklärt. Die Wahlkommission zählt jedoch trotz gegenteiliger Anordnung Bandas weiter aus. Ein Gericht hatte diese Anweisung mit der Begründung gekippt, die Präsidentin als eine der Kandidatinnen habe nicht Befugnis, die Wahl zu annullieren. Dies läge in der Verantwortung der Wahlkommission. Befürchtungen, dass es zu Unruhen kommen könnte, bestätigten sich zunächst nicht.

Nach Auszählung von etwa 30 Prozent der abgegebenen Stimmen liegt die ursprünglich als Favoritin gehandelte Banda hinter zwei ihrer elf Herausforderer, Peter Mutharika von der Demokratischen Fortschrittspartei und dem evangelischen Pastor Lazarus Chakwera von der Kongresspartei. Die Wahlkommission kündigte wegen der Wahlbetrugsvorwürfe zudem eine Neuauszählung an. Ein endgültiges Wahlergebnis solle erst nach Abgleichen der beiden Zählungen bekanntgegeben werden, sagte der Vorsitzende Maxon Mbendera.

Banda hatte am Samstag angekündigt, der Urnengang solle in 90 Tagen wiederholt werden, da es zu viele Unregelmäßigkeiten gegeben hatte. Sie werde dann nicht mehr antreten. Grund für ihre Entscheidung „im Interesse des Landes“ seien weitreichende Unregelmäßigkeiten gewesen, sagte Banda am Samstag. Banda sprach etwa von Wahlmanipulationen und nicht geprüften Wählerregistern.

Die etwa 7,5 Millionen Bürger Malawis hatten am Dienstag den Präsidenten, das Parlament und Regionalabgeordnete neu gewählt. Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

dpa

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