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Das Ergebnis in Brandenburg wäre anders gewesen. Wie die Grünen, hier auf der Wahlparty, darauf reagiert hätten?

Rechenspiel

Sachsen und Brandenburg: Das wäre das „ehrliche Wahlergebnis“ - eine Partei wäre Verlierer

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Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg stieg die Wahlbeteiligung an, doch die Nichtwähler bilden immer noch einen beträchtlichen Anteil. Hier sehen sie das „ehrliche Wahlergebnis“.

München - Die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen haben einige Veränderungen hervorgebracht. Die bisherigen Regierungsbündnisse haben in beiden Bundesländern keine Zukunft - es müssen neue Koalitionen gefunden werden. Eine positive Entwicklung gibt es - die Wahlbeteiligung hat zugenommen. In Sachsen ist sie um 17,4 Prozentpunkte auf 66,6 Prozent angestiegen. In Brandenburg war der Zuwachs der Wählerschaft mit 13,4 Prozentpunkten auf 61,3 Prozent ebenfalls bemerkenswert.

Die Welt hat nun ein Rechenspiel vorgestellt, das die Redaktion als „ehrliches Wahlergebnis“ bezeichnet: Was wäre, wenn die Nichtwähler ebenfalls eine Fraktion in den Landtagen stellen würden. Das Ergebnis ist einleuchtend. Sie wären mit 33,4 beziehungsweise 38,7 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft. Aber wie sieht es dahinter aus? Natürlich würde sich die Reihenfolge nicht verändern, dafür aber die Abstände.

Landtagswahl Sachsen: SPD würde nur knapp einziehen

Das Bemerkenswerte: In Sachsen käme die SPD unter Einbeziehung der nicht Wähler nur noch auf 5,1 Prozent. Bei einer Sperrklausel, die bei 5,0 Prozent liegt, würde das nur einen knappen Einzug ins Landesparlament bedeuten. Das reale Ergebnis der Sozialdemokraten liegt allerdings bei 7,7 Prozent. Die CDU würde laut den Berechnungen von 32,1 Prozent der Stimmen auf 21,4 Prozent abrutschen. Sie könnte also mit den Nichtwählern ein stabiles Regierungsbündnis eingehen. Die AfD wurde nicht von mehr als einem Viertel der Wähler, sondern von weniger als jeden Fünften gewählt.

reales Wahlergebnis

„ehrliches Wahlergebnis“

CDU

32,1 %

21,4 %

AfD

27,5 %

18,6 %

Linke

10,4 %

6,9 %

Grüne

8,6 %

5,7 %

SPD

7,7 %

5,1 %

FDP

4,5 %

3,0 %

Landtagswahl Brandenburg: Freie Wähler wären nicht im Landtag

In Brandenburg wird noch deutlicher, welche Bedeutung die Nichtwähler haben. Diese Gruppierung hätte im Landtag einen satten Vorsprung von mehr als 22 Prozentpunkten auf die SPD. Die Sozialdemokraten würden in dieser Kalkulation lediglich 1,7 Prozentpunkte vor der AfD liegen. Beide wären in dem Gedankenspiel ein möglicher Regierungspartner der Nichtwähler, die die Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler aus dem Landtag werfen würden

reales Wahlergebnis

„ehrliches Wahlergebnis“

SPD

26,6 %

16,1 %

AfD

23,5 %

14,4 %

CDU

15,6 %

9,6 %

Grüne

10,8 %

6,6 %

Linke

10,7 %

6,6 %

BVB/Freie Wähler

5,0 %

3,1 %

FDP

4,1 %

2,5 %

Landtagswahlen Sachsen/Brandenburg: Nichtwähler können keiner einheitlichen Partei zugeordnet werden

Die Neuinterpretation der Wahlergebnisse aus Sachsen und Brandenburg muss natürlich mit Vorsicht angestellt werden. Denn es gibt keine homogene Gruppe der Nichtwähler, die eindeutig einem politischen Spektrum zugeordnet werden können. Vielmehr handelt es sich um eine Gruppe, die Präferenzen für unterschiedliche Parteien hat.

Der Zuwachs der Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Sachsen und der Landtagswahl in Brandenburg folgt damit einem Trend: Schon bei der Europawahl im Mai 2019 ist die Wahlbeteiligung angestiegen.

Die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen waren auch Thema bei der Talkshow von Markus Lanz. Darin zeigte die Schriftstellerin Ines Geipel Unverständnis für den Wahlausgang. Über die Wahlergebnisse sprach Lanz einen Tag später auch mit Alexander Gauland.

dg

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