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Die SPD-Plakate stellt gestern Hubertus Heil vor. Martin Schulz ist nicht dabei.

Bundestagswahl 2017

Wahlkampf der Parteien: Schulz setzt auf Live-Musik

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SPD-Kanzlerkandidat tourt durch Deutschland – Seehofer nennt seine Koalitions-Präferenzen: FDP, SPD, Grüne.

Berlin – Mit Wahlkampfkampagnen ist es so eine Sache. Die einen gehen die Sache schrill an, mit knalligen Farben. Die anderen versuchen es auf die lustige Tour, mit Sprüchen. Manche setzen auf smarte Porträts. Andere greifen den Gegner an. Die SPD hat sich für nichts von alledem entschieden.

Mit fünf Themenplakaten starten die Genossen in Kürze in die erste Wahlkampfphase: zu Familienpolitik, Rente, Lohngerechtigkeit, Innovation und Bildung. Die Motive dazu: zwei brüllende Kinder, eine lächelnde ältere Dame mit ihrer Tochter, eine Frau in Arbeitsmontur, ein junger Mann neben einem Roboter. Dazu kurze Botschaften in Weiß auf rotem Grund. In einem zweiten Schwung will die SPD ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz plakatieren. Dazu Botschaften wie: „Die Zukunft braucht neue Ideen. Und einen, der sie durchsetzt.“ In einer dritten Welle sollen dann „zugespitzte“ Botschaften folgen.

Die SPD-Kampagne kostet 24 Millionen Euro

24 Millionen Euro lässt sich die SPD ihre Kampagne kosten. Mehr als alle anderen. Bei den kleinen Parteien geht es um einstellige Millionen-Beträge, die CDU gibt rund 20 Millionen aus. Was aber will die SPD für ein Zeichen setzen? Wo ist das große Thema Europa, Schulz’ Herzensangelegenheit? Das Thema Flüchtlinge, das Schulz gerade erst so dringend auf die Agenda zurückholen wollte?

Ab 8. August soll Schulz auf Tour gehen. Erst auf Sommerreise im Osten, ab dem 21. August dann auf „Schulz-Live-Tour“ quer durch die Republik – ein Wahlkampftrip mit Live-Musik. 30 Tage, mehr als 60 Orte in allen 16 Bundesländern. Mehr als 20 000 Kilometer soll Schulz in dieser Zeit zurücklegen. Mit großem Finale am 22. September in Berlin und am 23. September in Aachen („Zugabe“). Den Terminkalender von Schulz haben sie in „Tourdaten“ umbenannt. Der Kandidat als Popstar? Bei der Präsentation der Kampagne fehlt Schulz allerdings. Er sei in Hamburg, gebe dort Interviews, heißt es.

Die CSU will eine „Klartext“-Reihe

Die CSU wird derweil parallel zu neun Merkel-Auftritten in Bayern eine eigene „Klartext“-Reihe unterhalten. Für die Partei tritt meistens Spitzenkandidat Joachim Herrmann auf. Start ist heute Abend in Ingolstadt, Ende am 19. September in Deggendorf.

Parteichef Horst Seehofer nannte am Dienstagabend im Münchner Presseclub eine Präferenzliste für Koalitionen nach der Wahl. Favorit: ein Bündnis mit der FDP, ungern eine Fortsetzung der Großen Koalition. Und: „Wenn es vom Wähler erzwungen wird, muss man auch mit den Grünen reden.“ Für Schwarz-Grün gebe es aber mehrere rote Linien der CSU: keine gravierenden Steuererhöhungen, keine Deindustrialisierung durch ein Verbot des Verbrennungsmotors, keine Rückkehr zur Politik der offenen Grenzen.

In Richtung Schulz sagte Seehofer: „Die SPD hat noch eine Chance.“ In der Zuwanderungspolitik bekräftigte er seine Forderung nach einer fixen Flüchtlings-Obergrenze von 200 000. Parallel werde die CSU einem Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz zustimmen – und das auch so, nicht Begrenzungsgesetz, nennen. Für Bayern bestätigte er, eine große Kabinettsumbildung am Jahresende zu planen, ob Herrmann nach Berlin gehe oder nicht.

Wie Sie das TV-Duell vor der Bundestagswahl 2017 live im TV und Live-Stream sehen, lesen Sie hier. 

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