Slogan geht nach hinten los

"Ist das euer Ernst?“: Wahlplakat der FDP sorgt für Zorn

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Köln - Die FDP wollte mit einem Wahlplakat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen an den Pranger stellen. Doch dieser Versuch ging ordentlich nach hinten los.

Es ist ein Wahlplakat, das die FDP nur wenige Tage vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ins Gespräch bringt - allerdings in negativem Sinne. Was die Menschen so in Aufruhr versetzt? Ein Kleinlaster, der vor einem Ikea geparkt worden war und auf dessen Seite folgender Wahl-Slogan stand: „Wenn ein Möbelhaus unsere Kinder bis 20 Uhr betreuen kann, wieso können die Kitas in NRW das nicht?“ Die Liberalen spielten dabei auf das „Småland“ bei Ikea an, in dem Kinder bespaßt werden, während ihre Eltern vor Billy und Co. stehen und ihre gelben Ikea-Tüten mit duftenden Kerzen und bunten Servietten füllen.

Eigentlich wollte die FDP mit ihren Worten die rot-grüne Regierung an den Pranger stellen - doch stattdessen traf sie ins Mark vieler Erzieherinnen und Erzieher. Die Folge: Die erzürnte Facebookerin Melanie Maas fotografierte den Kleinlaster und postete das Bild auf der Seite der Partei. Dazu schrieb sie laut Huffington Post: "Ist das euer Ernst? Ich hab‘ mich noch niemals in meinem ganzen Leben über etwas so aufgeregt, wie über diese Wahlwerbung! Wie wäre es, wenn ihr erst nachdenken würdet und dann Plakate aufhängt? Ihr vergleicht pädagogisches Fachpersonal mit einer Aufsicht für das Bällebad in einem Möbelhaus! So eine Frechheit!" Zahlreiche Kommentare reihten sich demnach unter Maas‘ Posting. Viele fühlten sich von dem Spruch offenbar angegriffen, da er vermuten lasse, Erzieherinnen und Erzieher arbeiteten zu wenig. 

FDP: „Erzieherinnen haben Respekt verdient und den haben wir“

Währen der Post von Melanie Maas mittlerweile gelöscht wurde, ist auf der Facebook-Seite der FDP NRW weiterhin ein Video zu der strittigen Werbung zu sehen. Darin erklärt ein Politiker zu dem Wahlslogan: „Wir wollen flexiblere Kitas, denn die Zahl der Kitas in NRW, die länger als 17 Uhr aufhaben, nimmt immer weiter ab unter der rot-grünen Landesregierung. Wir wollen das verändern, denn die Kitas müssen so flexibel sein wie das Leben der Eltern und die moderne Arbeitswelt. Und dabei setzen wir uns bei dieser Landtagswahl ein.“ 

Die Intention des Plakats war also klar - die Umsetzung allerdings denkbar ungünstig. „Und das gibt Ihnen das Recht, die Arbeit von Erzieherinnen in Kitas durch so ein armseliges Wahlplakat zu diffamieren? Ich könnte mich vergessen“, beschwerte sich eine Userin. Und die FDP? Die versuchte, Schadensbegrenzung zu betreiben. „Es war nicht unsere Absicht, Ihren Job herabzuwürdigen“, antwortete die Partei auf den Kommentar. „Wir haben mit dem Plakat auf die Forderung der Öffnungszeitenflexibilisierung hinweisen wollen. Erzieherinnen und Erzieher haben einen anspruchsvollen Job, der Respekt verdient und den wir haben.“

Mittlerweile soll der Kleinlaster laut Informationen der Huffington Post nicht mehr vor dem Ikea stehen.

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook/FDP NRW

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