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Vera Lengsfeld sorgt mit ihrem Wahlplakat für Furore.

Diskussion um den Busen-Wahlkampf von Vera Lengsfeld

München - Vera Lengsfeld sorgt mit einem für die CDU untypischen Wahlplakat für ordentlich Resonanz und feiert sich und die gute Idee in ihrem Wahlblog.

Im Szene-Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg ruft ein ungewöhnliches Wahlplakat von Vera Lengsfeld ein großes Echo hervor. Sie ist sehr zufrieden. Die frühere DDR- Bürgerrechtlerin zeigt sich darauf neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) freizügig dekolletiert mit der Unterzeile: “Wir haben mehr zu bieten“. Das Foto der Kanzlerin mit einem tief ausgeschnittenen Abendkleid bei der Eröffnung der neuen Oper in Oslo im vergangenen Jahr hatte ein großes Medienecho ausgelöst.

“Ich musste mir etwas einfallen lassen, um in Friedrichshain- Kreuzberg überhaupt wahrgenommen zu werden“, sagte Lengsfeld am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Wenn man nicht viel Geld für seinen Wahlkampf hat, dann ist man auf gute Ideen angewiesen“, erläuterte die 57-Jährige, die 1996 von den Grünen zur CDU gewechselt war. “Und Aufmerksamkeit zu erregen, das ist mir gelungen“, so Lengsfeld. “An einem Tag hatte ich 17.000 Klicks auf meinem Wahl- Blog. Das hätte ich mit einem normalen Straßenwahlkampf nie erreicht.“ Mehr als 300 Kommentare erreichte ihr Beitrag im Blog. In einem weiteren Artikel freute sich Lengsfeld über die vielen gemischten Reaktionen. 

In dem alternativ geprägten Kiez hatte der Grünen- Politiker Hans-Christian Ströbele 2002 und 2005 das einzige Direktmandat für seine Partei erzielt. Lengsfelds CDU-Vorgänger kam bei der letzten Bundestagswahl dort nur auf 11,3 Prozent der Erststimmen. Ihren Wahlkampf-Gag hat die CDU-Politikerin weder mit der Landes- noch mit der Bundes-CDU, aber mit ihrem CDU-Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg abgesprochen. Das Einverständnis der Bundeskanzlerin als ihrer “Wahlhelferin“ einzuholen, fand Lengsfeld nicht nötig. “Ich habe die Rechte für dieses Foto ganz offiziell gekauft. Ich habe ja nicht heimlich ein Bild von Frau Merkel geschossen und das jetzt veröffentlicht“, sagte Lengsfeld.

Die Bundes-CDU bestätigte, dass das Plakat nicht abgestimmt war, einen Kommentar lehnte eine Sprecherin mit der Begründung ab, dass es sich um das Wahlplakat einer Kandidatin handele. Die Landes-CDU erklärte, die Direktkandidaten seien frei in der Gestaltung ihrer Plakate. Man sehe das Plakat mit Humor, sagte der Berliner CDU-Chef Frank Henkel. Sie habe nur freundliche Reaktionen aus ihrer Partei erhalten, erklärte auch Lengsfeld. “Die CDU ist ganz entspannt und findet das witzig. Nur die Linke, also der politische Gegner, regt sich auf. Da habe ich es doch richtig gemacht.“

dpa

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