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Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke - er könnte seinen Posten bei der Landtagswahl im September verlieren.

Umwälzungen bei Landtagswahl?

Deftige Umfrage: SPD könnte in Brandenburg alles verlieren - AfD schon vorbeigezogen

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Noch 2014 war die SPD der große Sieger bei der Landtagswahl 2014. Eine aktuelle Umfrage sieht die Partei im drastischen Sinkflug - es könnte sogar Rang vier drohen.

Potsdam/München - Bei der Europawahl ist die SPD gerade erst abgestraft worden - und glaubt man einer aktuellen Umfrage, dann könnte es für die Genossen im Spätsommer noch dicker kommen. Denn laut einer Erhebung des Instituts INSA im Auftrag der Bild dürfte die SPD-geführte Rot-Rote-Koalition in Brandenburg ihre Mehrheit verlieren. Zugleich könnte die SPD von der mit Abstand stärksten Kraft im Potsdamer Landtag auf Rang vier zurückfallen.

Wahlumfrage Brandenburg: CDU und AfD gleichauf an der Spitze

Ganz so weit ist es dem aktuellen Meinungsbild zufolge zwar noch nicht. Doch laut INSA sind die Sozialdemokraten in der Sonntagsfrage derzeit mit 19 Prozent bereits hinter CDU und AfD (jeweils 20 Prozent) gerutscht. Und der Koalitionspartner Linke liegt ebenfalls nur einen Prozentpunkt hinter der SPD. 2014 hatte die Partei von Ministerpräsident Dietmar Woidke noch 31,9 Prozent der Stimmen geholt - und lag damals somit satte 8,9 Prozentpunkte vor der zweitplatzierten CDU. Die Grünen werden in der Umfrage zur Landtagswahl in Brandenburg auf 12 Prozent, die FDP auf 5 Prozent taxiert.

Nach der Wahl am 1. September könnten die Karten nun also völlig neu gemischt werden. Allerdings gibt es für die SPD auch noch eine sehr greifbare Hoffnung: Rot-Rot-Grün. Gemeinsam mit den Grünen würden SPD und Linke eine parlamentarische Mehrheit erreichen, auch für eine Kenia-Koalition (CDU, SPD, Grüne) würde es reichen. In letzterer - erstmals nach der Bundestagswahl 2017 breit diskutierten - Variante würden die Sozialdemokraten aber das Amt des Ministerpräsidenten verlieren, wenn sie hinter der CDU blieben.

Viel dramatischer für die SPD sehen die Umfragen für die zweite Landtagswahl am 1. September aus. Denn es ist laut den Prognosen zur Landtagswahl in Sachsen unsicher, ob es für ein zweistelliges Ergebnis reicht.

Deftige Umfrage vor der Landtagswahl in Brandenburg - SPD denkt über Parteitag noch vor September nach

Im Fokus steht nicht erst nach der Umfrage auch die AfD. Die Partei ist den Daten zufolge aktuell gleichauf mit der CDU stärkste Kraft in Brandenburg. Gänzlich überraschend kommt das nicht: Bereits bei der Europawahl am vergangenen Sonntag hatte die AfD 19,9 Prozent der Stimmen erhalten; mehr als alle anderen Konkurrenten

Angesichts der Ergebnisse auch der brandenburgischen Kommunalwahlen sahen Kommentatoren sogar bereits die „alte Ost-West-Grenze“ wieder auferstehen. Allerdings ist die Umfrage noch mit Vorsicht zu genießen: Angesichts des knappen Dreikampfes an der Spitze könnte die SPD in Brandenburg durchaus auch die Wahl noch gewinnen. Die Bundespartei denkt angeblich sogar bereits über einen kurzfristig anberaumten Parteitag vor der Brandenburger Landtagswahl nach. Hintergrund ist wohl auch die Kritik an Parteichefin Andrea Nahles.

Auch in Sachsen hatte die AfD die Europawahl gewonnen. Just deshalb steht die Partei dort nun aber vor einem Problem. In einem Interview mit dem Münchner Merkur* hat ein Politikwissenschaftler erklärt, warum die AfD eine „Ost-Macht“ ist. Zu bestätigen scheint sich dieses Phänomen auch in den aktuellen Wahlumfragen aus Sachsen und Thüringen.

fn (mit dpa)

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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